Elefanten im Zoo Dresden | Foto: Kolossos, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Ankus

Erschienen auf hubpages.com am 07.07.2011. | Von: Peter Dickinson

Der Elefantenhaken oder Ankus ist umstritten aufgrund von vielen Fehlinformationen. Dieser Artikel klärt auf und warum dieses Werkzeug im Training besser ist als sein Ruf.

» mehr

Anmerkung: Es ist nicht das Werkzeug beim Training, sondern immer, der Mensch, der es bedient. Mit einer Leine kann man einen Hund fürchterlich quälen oder sie als sanfte Führhilfe einsetzen – verbietet man deshalb die Hundeleine? Nein. Mit dem Elefantenhaken ist es im Prinzip genauso, nur, dass der Elefantenhaken in Zoos meist eben von ausgebildeten Fachkräften bedient wird. Diese Leute wissen wie sie ihn einzusetzen haben und zwar als sanfte Führhilfe vor der der Elefant keinerlei Angst haben muss und von der er auch keinerlei Schmerzen zu befürchten hat. Das sieht man hervorragend auch in diesem Video:

https://youtu.be/hGBvtd502n8

Bei manchen Zoogegnern, aber auch in manche Zooverbänden, hat sich die von Grund auf falsche Idee durchgesetzt, dass ein  Verbot des Elefantenhakens für die Tiere irgendwelche Vorteile hat und die Haltung verbessern würde. Das ist kompletter Blödsinn, denn ein schlechter Elefantenpfleger oder -trainer bleibt auch im geschützten Kontakt und ohne Haken in der Hand ein schlechter Pfleger und/oder Trainer. Das Problem ist nicht der Haken oder Ankus, sondern der Mensch dahinter. Die Trainer in Wuppertal machen vor wie es geht, genauso wie die in Leipzig, in Hamburg und anderen modernen Zoos. In ihrem Händen ist der Ankus keine Waffe, sondern eine sinnvolle, ungefährliche, sanfte Führhilfe.

Es gibt Menschen, die eine Leine beim Hund missbrauchen und es gibt auch schwarze Schafe, die einen Ankus missbrauchen. Diese schwarzen Schafe müssen aber aussortiert werden und es bringt nichts, das Objekt, das sie missbrauchen, zu verbannen, denn sie werden ein anderes Objekt finden und es auf die gleiche oder eine ähnliche Art wieder tun. Auch Elefantenhaltung in geschütztem Kontakt kann fürchterlich schief gehen. In Köln aber zum Beispiel sieht man ein Musterbeispiel für gelungene, tiergerechte und wundervolle Haltung von Elefanten in geschütztem Kontakt:

Elefantentrainerin vom Perth Zoo erklärt den stumpfen Elefantenhaken. | Foto: Belegscreenshot des Videos https://www.facebook.com/PerthZoo/videos/10154590046471715/

Elefanten können in geschütztem und im freien Kontakt, genauso wie ohne und mit Elefantenhaken glücklich werden. Der freie Kontakt mit Elefantenhaken ist eine exzellente Form der Haltung, die zu Unrecht in Verruf geraten ist – das hängt sehr maßgeblich mit ideologischen Gegnern dieser Haltung oder der Haltung generell zusammen, die die Öffentlichkeit seit Jahren mit Lügen und Fehlinformationen hinters Licht führen. Es gibt nur eine Kontaktform, die wirklich schädlich für Elefanten ist und das ist die völlig ohne Kontakt – ansonsten hängt die Qualität der Haltung nicht von der Kontaktform ab. Vielmehr hängt die Qualität von denen ab, die sie ausführen. Die Verantwortung auf ein Trainingstool zu schieben und zu denken, dass schlechte Elefantenhaltung aufhört, wenn man es verbannt, ist nicht nur naiv, sondern auch erschreckend stupide.

Die zoologische Gemeinschaft darf sich nicht auf eine Appeasement-Politik gegenüber Zoogegnern und fragwürdigen Ideologen einlassen, sondern muss aufklären über den Elefantenhaken, seine Sinnhaftigkeit und auch seine Wichtigkeit. Dazu kann auch beitragen, dass man einen Haken nutzt, der erkennbar nicht spitz ist, was ja ein (bezüglich der guten Zoos ohnehin falsches) Vorurteil ist. Im Perth Zoo nutzt man zum Beispiel das rechts abgebildete Modell seit etlichen Jahren erfolgreich und klärt über dessen Gebrauch auch auf. Viele modernen Zoos tun genau das aktuell auch nicht und öffnen dadurch natürlich so den Populisten Tür und Tor, denn wer der Öffentlichkeit nicht erklärt, wozu Elefantenhaken wirklich gut sind, muss sich nicht wundern, wenn die vermehrt fehlinformierte Öffentlichkeit aufgrund den Lügen und Fehlinformationen der Tierrechtsindustrie ihre Meinung gegen sie wendet.

Fest steht: Elefanten können in beiden Kontaktformen glücklich leben und das müssen Zoos und Zooverbände sehr klar kommunizieren. Welche Kontaktform es sein soll, entscheiden zudem am Besten die Experten vor Ort, denn keiner kennt die Tiere, die Gruppe und die Bedürfnisse dieser so gut wie sie. Es gibt kein Patentrezept, das für alle Haltungen jederzeit passt. Durch Veränderungen in der Haltung kann es auch Sinn machen, die Kontaktform zu wechseln. Das darf und kann sich aber nicht an einer Mode orientieren, sondern muss sich an den Tieren orientieren.

Diesen Beitrag teilen