Indischer Tiger bzw. Bengal- oder Königstiger im Parken Zoo, Eskilstuna, Sweden | Foto: Magnus Johansson, Lizenz: CC BY-SA 2.0

Die Big Cat Sanctuary Alliance: Wer steckt dahinter?

Exklusiv für zoos.media – 07.11.2017. Autor: Philipp J. Kroiß

Die Big Cat Sanctuary Alliance ist im Westentlichen ein Machwerk von Stellvertretern der HSUS und nah verbundenen Organisationen und sog. „Sanctuarys“.

Die Big Cat Sanctuary Alliance: Wer steckt dahinter?

Ende Oktober besteht die Mitgliederliste der Allianz aus der GFAS (stark verbunden mit der HSUS), FFA (betrieben von der HSUS), TIA (Gründer und Präsident ist der Schatzmeister der GFAS), zwei Sanctuarys, die Mitglieder der TIA sind, IFAW (Organisation, die mit HSUS, FFA und PETA zusammengearbeitet hat), PAWS (hat GFAS-akkreditiertes Sanctuary und ist Mitglied von TIA) und ein nicht akkreditiertes Sanctuary, das allerdings mit IFAW und GFAS verbandelt ist. Das bedeutet zusammengefasst: HSUS-Stellvertreter und Partner. Involviert ist zudem das unseriöse Big Cat Rescue.

HSUS werkelt mehr oder weniger heimlich gegen Zoos

Es ist schon bemerkenswert: Wayne Pacelle (HSUS) rieb der AZA noch Honig ums Maul, während schon zu Beginn des Jahres diese Allianz geschmiedet worden war. Diese Allianz ist nämlich gegen die Zucht von Großkatzen und nimmt keine Sanctuaries auf, die züchten und stellt sich somit gegen die Zucht. Nun ist das keine Überraschung, wenn man die Ideologie der HSUS kennt, aber man merkt doch schon, wie ernst Pacelle seine Annäherung an Zoos meint: gar nicht. Nun hat man stattdessen noch ein Grüppchen aus dem Boden gestampft, dass für tierquälerische Haltung von Großkatzen die stimme erhebt und Orte als „Sanctuaries“ beschreibt, die nichts mehr sind als ein Endlager für Großkatzen, wo sie, ohne Möglichkeit auf Nachwuchs, auf ihren Tod warten.

Wie glaubwürdig ist es dann, wenn die HSUS vertreten durch ihren CEO verlauten lässt, dass „The AZA and The HSUS have many shared ideals“? Ganz offensichtlich gibt es keinerlei grundlegende Ideale, die man teilt, denn moderne Zoos lehnen einen solchen tierverachtenden, generellen Zuchtstopp ab.

Alte Bekannte

Tigerbaby im Big Cat Rescue (Tampa, Florida): es wird nie Nachkommen haben dürfen. | Foto: Tony Webster, Lizenz: CC BY 2.0

Großen Einfluss hat offenbar Ex-PETA-Mitarbeiterin Kellie Heckman. Sie schrieb viele Beiträge auf der Seite und wird als „BCSA Advocacy Committee Chair“ vorgestellt. Bekannt ist sie für den unsterblichen Satz: „Die meisten von uns kamen ins Tierschutz-Geschäft, weil wir Geld lieben.“ Sie ist auch die ausführende Direktorin der GFAS also eines HSUS-Surrogate.

Mit von der Partie ist Carole Baskin, die Gründerin von Big Cat Rescue. Über dieses „Sanctuary“ gibt es eine ganze Seite, die Verfehlungen von Baskin und Big Cat Rescue auflistet. Bemerkenswert ist, dass Big Cat Rescue die Haltung kommerziell vermarktet – so kostet ein Besuch, je nach gebuchter Tour, zwischen 37$ und 150$. Für solche Touren wird sogar bei den Richtlinien extra eine Ausnahme gemacht:

„No commercial use of animals (does not include sanctuary visitation or tours if a strong educational message is presented).“ – Auszug aus dem Richtlinien

Wie dann diese „strong educational message“ wirklich aussieht, bleibt aber fragwürdig. Bei Big Cat Rescue kommt ja noch hinzu, dass es einen Shop gibt. Man macht also zudem noch richtig Kasse so ganz nebenbei, indem man überteuertes Merchandising anbietet. Es ist schon spannend, dass Leute, die so von der kommerziellen Nutzung von Großkatzen sind, doch selbst so engagiert und geschäftstüchtig sind, wenn es um die Kommerzialisierung der eigenen Haltung geht.

Wer noch mehr in das Thema eintauchen möchte, sollte sich diesen Artikel durchlesen.