Wasserarbeit der Trainer mit den Orcas in SeaWorld Orlando (2009) | Foto: David R. Tribble (Loadmaster), Lizenz: CC BY-SA 3.0

Ist ‚Blackfish‘ glaubwürdig?

Exklusiv für zoos.media – 06.05.2017. Autor: Philipp J. Kroiß

Der Artikel deckt die vielen Desinformationen und Hintergründe des Films „Blackfish“ auf, der sich populistisch und unglaubwürdig gegen SeaWorld richtete.

Ist ‚Blackfish‘ glaubwürdig?

‚Blackfish‘ ist ein Film, der handwerklich gut gemacht ist, aber eben nicht wirklich etwas mit der Wahrheit zu tun hat. Das eint freilich viele Filme, doch nur die wenigsten behaupten trotzdem ernsthaft von sich, eine Dokumentation zu sein. Der Film ist darauf ausgelegt, populistisch gegen Orcahaltung Stimmung zu erzeugen. Mit seriösem Journalismus hat das nichts zu tun.

‚Blackfish‘ ist nicht Dawns Geschichte

Trainerin Dawn Brancheau mit Katina bei SeaWorld. | Foto: Mariomassone; Lizenz: CC BY-SA 3.0

Ständiges Motiv der Geschichte ist der Tod der erfahrenen Orca-Trainerin Dawn Brancheau. Die Familie der getöteten Frau hat ganz klar gemacht: „Blackfish ist nicht Dawns Geschichte“. Trotzdem versucht der Film genau mit dem Anschein des Gegenteils, Kasse zu machen.

Billig spielt der Film mit Gefühlen der Zuschauer, um eine Stimmung zu erzeugen, die nur auf eines abzielt: Hass gegen SeaWorld und Orcahaltung allgemein. Man mag den Anschein haben, er habe Erfolg gehabt. Aber Erfolg gibt noch lange nicht Recht.

Eine Analyse ergab rund 70 Desinformationen von ‚Blackfish‘. Der Film hat allerdings auch nur 83 Minuten. Die Quote an fehlerhaftem Inhalt ist für eine Dokumentation, die der Film sein will, schlicht nicht angemessen und auch sehr erschreckend. Für einen seriösen und vertrauenswürdigen Film sind dies definitiv zu viele.

Experten distanzieren sich

‚Blackfish‘ zeigte viele Experten, die sich dafür hielten, aber auch zwei, die wirklich Expertise besaßen: Bridgette Pirtle und Mark Simmons. Beide distanzierten sich später und kritisierten den Film und seine Macher heftig.

Pirtle erklärte, dass der Film im Ergebnis das genaue Gegenteil gewesen wäre, was ihr vorher präsentiert worden wäre – sie hätte an einen Film gedacht, der Dawns Andenken ehrt, statt es zu instrumentalisieren. Stark kritisiert sie auch Samantha Berg, Jeff Ventre und John Jett, die nicht genug Erfahrung hätten, um sich fundiert in dieser Frage zu äußern.

Jeff Ventre zum Beispiel wäre gefeuert worden, weil er immer wieder gegen Sicherheitsauflagen verstoßen habe, Samantha Berg hätte schlicht kaum Erfahrung und John Jett sei ein schlechter Verhaltensbiologe. (Alle sind zudem Teil der Delfinariengegner-Szene.) Auch John Hargrove wird kritisiert, der auch bereits durch Lügen auffiel und für einen rassistischen Ausraster kritisiert wurde.

Die Orca-Show „Believe“ in SeaWorld. | Foto: Michael Lowin, gemeinfrei

Mark Simmons, der erfahrenste und rennomierteste der beiden, war verärgert über die Art und Weise wie er im Film dargestellt wurde und durch Zensur quasi ‚auf Linie gebracht‘ worden sei. Er erklärt, dass Tim Zimmermann, Co-Autor und Produzent des Films, ganz klar gegen SeaWorld und auch Zoos im Allgemeinen sei. Der Regisseurin Gabriela Cowperthwaite sei es wohl um die Karriere gegangen. Die Intentionen der beiden habe er nie unterstützt und widerlegt zahlreiche Desinformationen des Films – so entlarvt er Lügen. Obgleich er von dem Unternehmen absolut unabhängig ist, betont er die Wichtigkeit von SeaWorld in seiner zum Interview aktuellen Form. Inzwischen kritisiert er das Unternehmen wegen des Zuchtstopps für Orcas.

Enge Verbindung zu Delfinariengegnern

Schaut man sich die deutsche Webseite des Films an (blackfish-derfilm.de), sieht man unten links das WDC, ocean care und Pro Wildlife mit ihren Logos erwähnt. Das sind alles Delfinariengegner. Unter „aktiv werden“ gibt es zusätzlich Werbung für Sea Shepherd, das WDSF und animal public; auch das sind Delfinariengegner. Die deutsche Seite stiftet also sogar dazu an, gewisse Organisationen zu untersützen. Man merkt: hier geht es nicht um seriöse Information, sondern ganz klar um Stimmungsmache und die Unterstützung von Delfinariengegnern.

Man erkennt sehr gut, dass es nie darum ging, eine Öffentlichkeit zu informieren, sondern nur darum, eine Stimmung zu kreieren, die Delfinariengegner in die Hände spielte. Sie konnten nun einen Film als Quelle angeben, der aber auch von vornherein leider wohl nie die Realität widerspiegeln sollte. Tim Zimmermann, der sowohl als Autor, als auch als Produzent am Film mitwirkte, war offenbar nie neutral in der Frage – und zwar nicht seit er 2010 mit dem Schreiben zu dem Thema begann.

Fazit

Ist ‚Blackfish‘ glaubwürdig? Nein – zumindest nicht als unabhängige Quelle oder Dokumentation. Heruntergebrochen auf ein Beispiel, zeigt das folgende Video die ganze Falschheit von ‚Blackfish‘ auf.

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