Mexikanischer Wolf im Cincinnati Zoo | Foto: Ltshears, CC BY-SA 3.0

Der böse Wolf und die heilige Kuh

Erschienen auf meeresakrobaten.de am 08.01.2018. | Von: Benjamin Schulz

In seinem Blog schreibt Benjamin Schulz über Vermenschlichung, Verehrung, Dämonisierung und Bedürfnissen von Tieren und woher sie kommen.

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Kommentar: Tiere haben einen Ruf zu verlieren! Das ist gar nicht mal so schlecht, denn es nützt Tieren nicht unbedingt einen solchen zu haben und manchmal steht er ihrem Schutz im Weg. Moderne Zoos, Wissenschaftler und Experten klären gemeinsam über Tiere auf, um Vorurteile abzubauen, die als Volksglaube im Wege stehen.

Großer Weißer Hai im Monterey Bay Aquarium 2006 | Foto: Brocken Inaglory, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Der Hai hat sein Päckchen zu tragen, denn Hollywoods Imagekampagne war nicht gerade gut. In einem ikonischen Film als Monster inszeniert zu werden, ist nicht gerade hilfreich, wenn man bedroht ist – das aber genau hat der Weiße Hai hinter sich. Die Rezeption seiner selbst als Monster ist tief verwurzelt und ein Problem: Wer will schon ein schreckliches Monster vor dem Aussterben bewahren? Das negative Image macht Probleme.

Aber auch das positive Image von Tieren kann zum Problem werden. Als Intelligenzbestien verschrien sollen nun Schimpansen, Große Tümmler und andere Arten von umfassendem Artenschutz ausgesperrt werden: Angeblich zu klug für „Gefangenschaft“, sollen sie nun aus den Zoos und werden somit jeder Chance auf umfassenden Artenschutz beraubt, der nämlich nur in Verbindung von Forschung und Schutz in Menschenobhut und der Wildbahn funktioniert. Man will den Tieren sogar Rechte zusprechen. Das positive Image macht Probleme.

Generell ist ein bestimmter Ruf von Tierarten für diese eher hinderlich als nützlich, wenn er falsch und vereinfachend kommuniziert wird. Zudem sind sie falsch, denn weder ist der Hai ein Monster und die Intelligenzbestien des Tierreiches sind vielmehr Krähen. Der Blog-Beitrag spürt dem Wurzel des Übels nach, denn egal, ob Bestie oder Superbrain und die damit verbundene qualitative Bewertung der Tiere basiert auf Vermenschlichung. Tiere zu vermenschlichen ist immer gefährlich.