Nashornnachwuchs im Zoo Krefeld | Foto: zoosmedia

Chinas Legalisierung des Handels mit Nashorn-Horn: Desaster oder Chance?

Erschienen auf theconversation.com am 22.11.2018. | Von: Hubert Cheung, Duan Biggs & Yifu Wang

Als China den Handel mit Nashorn-Horn legalisierte, gab es einen internationalen Aufschrei, doch gibt es vielleicht Vorteile, die vielen entgangen sind?

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Anmerkung: Im Prinzip ist es völlig sinnbefreit, ein Nashorn für sein Horn zu erlegen, denn das ist gar nicht nötig. Das Horn eines Nashorns ist ein nachwachsender “Rohstoff”, wenn man so will. Fast ein Kilo Horn wächst pro Jahr nach. Geht man von 40 Jahren Lebenszeit aus, kommen da schon viele Kilos zusammen – viel mehr als man je von einem erlegten Tier würde bekommen können. Die Idee, das Horn von Nashorn-Farmen zu beziehen, ist weder neu, noch sonderlich abwegig. Man könnte den Wilderern damit ordentlich das illegale Geschäft auf legale und nachhaltige Weise versauen.

John Hume ist ein Pionier dieser Idee, denn der durch Rinderzucht zum Millionär gewordene Mann, hat nicht nur über 1.6oo Nashörner auf großflächigen Anlagen, deren Horn er “erntet”, sondern machte mit dieser Geschäftsidee auch pleite. Das Problem: Die Wilderer. 160.000€ kostet ihn die Farm pro Monat, die nämlich massiv vor diesen Wilderern beschützt werden muss. Das Horn der Nashörner wurde er aber nicht los, weil es ein entsprechendes Handelsverbot gab, was dann die Pleite verursachte, über die im Juli berichtet wurde.

Was er bewiesen hat, ist, dass es funktioniert – was ihm fehlte war eine entsprechende Erlaubnis für den Handel. China hat diesen nun erlaubt. Darin liegt tatsächlich eine Chance. Die Idee der Autoren des Artikels ist nun mit dem Verkauf von Nashorn-Horn Geld für den Schutz dieser Tiere zu sammeln. Das könnte ein Game-Changer werden. Man hat sehr viel versucht, dass die Chinesen dieses wirkungslose Pulver nicht mehr nachfragen, aber man kommt scheinbar nicht dagegen an – sogar in der westlichen Welt werden ja völlig wirkungslose Medikamente als “Alternativmedizin” gehandelt und TCM selbst ist ja bei verschiedenen Indikationen von der WHO anerkannt.

Moderne zoologische Einrichtungen versuchen die Nashörner zu retten und es gab auch schon einige Erfolge, aber auch diese Projekte brauchen Geld. Humes träumt von 400.000 Nashörnern in Afrika. Weltweit sind es nur noch etwa 30.000 Nashörner überhaupt. Wilderei gehört zu ihren zentralen Problemen.

#Fakten #ZoosMediaZEIT ONLINE (Merian): "Alle sieben Stunden stirbt in Afrika ein Nashorn, von Wilderern gejagt und…

Gepostet von Zoos.media am Mittwoch, 3. Mai 2017

Einige Erfolge der Zoos zum Schutz der Afrikanischen Nashörner in diesem Jahr bis heute:

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