Ein freiwliiger Helfer fütter Elefanten-Dame Maali mit einer Banane. | Foto: Taingvitou Mut, Eric M. Davis, ZooNation.Org

Wie weit wandern eigentlich Elefanten pro Tag wirklich?

Exklusiv für zoos.media – 06.08.2017. Autor: Philipp J. Kroiß

Es gibt viele Mythen, die sich um das Wandern von Elefanten ranken, aber wie viele Kilometer legen sie eigentlich zurück und wie viel Platz brauchen sie?

Wie weit wandern eigentlich Elefanten pro Tag wirklich?

Mit dem Post hat ZooNation.Org einiges an Aufsehen erregt:

Tatsächlich weist die WWF-Studie genau das nach.

Wildbahn zumeist nicht luxuriös

Der Kölner Elefantenpark | Foto: zoos.media

Doch wann gibt es schon genug Futter für Elefanten an einem Platz in der Natur? Nur wenige Wildtiere haben dieses Glück. Leighty et al. (2009) sprechen für Asiatische Elefanten von durchschnittlich 3,2 Kilometer für Asiatische Elefanten und rund 12 Kilometer am für Afrikanische. Diese Zahlen sind weit entfernt von etwa PETAs Behauptung, dass sie 80 Kilometer pro Tag zurücklegen würden.

Aber warum wandern Elefanten in der Wildbahn überhaupt? Weil sie es müssen. Die großen Strecken, die die Tiere manchmal zurücklegen müssen, sind Teil des unerbittlichen Überlebenskampfes: ohne Futter sterben sie und manchmal müssen wilde Elefanten dem Futter auch hinterherreisen, weil dort, wo sie aktuell sind nicht ausreichend vorhanden ist.

Für naturentfremdete Menschen ist es schwer nachzuvollziehen, weil sie sich nicht im Überlebenskampf befinden. Sie machen es sich einfach denken, wenn Tiere in der Natur eine gewisse Strecke, gehört das zu ihrem Grundbedürfnis. Das ist aber eine Milchmädchenrechnung, denn man muss genau ermessen, warum die Tiere eine gewisse Strecke zurücklegen. Elefanten zum Beispiel sind dazu gezwungen, weil sie sonst qualvoll verhungern. Man darf also eine durch die Umstände in der Natur erzwungene Aktion nicht als Grundbedürfnis missverstehen. In modernen Zoos besteht diese Gefahr nämlich nicht – hier muss ein Elefant keinen Tod fürchten, sondern bekommt nicht nur genug zu essen, sondern darüber hinaus auch exzellente Gesundheitsversorgung. Für ihr wohl ist also bestens gesorgt.