Elefant im Zoo Hannover | Foto: Volkan Elis, Lizenz: CC BY 3.0

Elefantenhaltung im Zoo Hannover: PETA scheitert erneut

Exklusiv für zoos.media – 30.01.2017. Autor: Philipp J. Kroiß

Nun hat auch noch die Generalstaatsanwaltschaft Celle die Vorwürfe von PETA gegen den Erlebnis-Zoo Hannover abgeschmettert. PETA scheiterte somit erneut.

Elefantenhaltung im Zoo Hannover: PETA scheitert erneut

PETA versucht seit geraumer Zeit, dem Erlebnis-Zoo Hannover Tierquälerei ihrer Elefanten nachzuweisen und scheitert wieder und wieder an der Wahrheit. Die Richter lassen sich offenbar nicht von dem manipulierten und manipulierenden Video täuschen und so scheiterte PETA auch noch vor der Generalstaatsanwaltschaft Celle – dort hatte die Tierrechtsorganisation Beschwerde gegen die Einstellung des Verfahrens eingereicht.

Die Generalstaatsanwaltschaft erklärte: “Die Art und Weise der Haltung der Elefanten im Zoo Hannover, die in direktem Kontakt der Pfleger mit den Tieren stattfindet, ist danach nicht zu beanstanden. Der Einsatz eines so genannten Elefantenhakens ist bei dieser Form der Haltung zum Schutz des Pflegepersonals und auch der Tiere selbst, die regelmäßig medizinisch und pflegerisch zu betreuen sind, geboten. Dass die Elefanten durch den Einsatz der Elefantenhaken Verletzungen erlitten haben könnten, war weder auf den Aufnahmen zu erkennen noch von den Gutachtern festgestellt worden.” Desweiteren stellte man fest: “Bei den regelmäßigen Kontrollen durch die Veterinärbehörde und den Besuchen der Gutachter zeigten sich insbesondere keine Anzeichen für Verhaltensstörungen, Fluchtverhalten oder Scheu vor Menschen. Die Tiere suchten vielmehr aktiv den Kontakt zu den Pflegern. Gegen die Sachkunde und Unvoreingenommenheit des von der Staatsanwaltschaft bestellten Sachverständigen bestehen keine Zweifel. Die von der Beschwerdeführerin eingeholten Stellungnahmen vermögen demgegenüber dessen Ausführungen nicht in Frage zu stellen.”

„Wir freuen uns über den Bescheid aus Celle, das Verfahren ist damit endgültig beendet“, kommentierte Zoo-Geschäftsführer Andreas Casdorff die Entscheidung der Staatsanwaltschaft auf haz.de.

Wie geht es nun weiter?

Offenbar sieht PETA nun auch ein, dass ihr angebliches Enthüllungsvideo vor Gerichten nichts wert ist und will jetzt auf Dienstaufsichtsbeschwerden setzen: “PETA wird nun das Justizministerium in Niedersachsen über eine weitere Dienstaufsichtsbeschwerde einschalten und gegen solche Personen vorgehen, die wider besseren Wissens in den letzten Monaten gegen PETA wegen angeblicher Manipulationen des Bildmaterials massive Angriffe geführt haben.”

Elefanten im Erlebnis-Zoo Hannover (2010) | Foto: Ukko.de, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Nun besteht ja ein 58-seitigen Gutachten der Medienwissenschaftlerin Annika Schach von der Hochschule Hannover, das Manipulationen des Materials und des Zuschauers nachweist. Die Neue Presse berichtet dazu:

Dabei sei sie zu dem Schluss gekommen, dass ein unvoreingenommenes Wahrnehmen gar nicht möglich sei, der Zuschauer also durch die Macht der Bilder manipuliert werden sollte. Die Methoden dazu seien unter anderem Farbveränderungen und so genannte Jump-Cuts, kaum wahrnehmbare Aneinanderreihungen unterschiedlicher Szenen. Und durch Konvertierung der Aufnahmen von 30 auf 25 Bilder pro Sekunde seien Bewegungsabläufe beschleunigt worden. Hinzu kamen Texteinblendungen mit dominierender Appellfunktion und einer skandalisierenden Wortwahl.

Somit wird es schwer für PETA Amtsträgern, denn allein gegen solche kann man eine Dienstaufsichtsbeschwerde richten, eine Behauptung “wider besseren Wissen” vorwerfen, weil es eher eine Behauptung wider besseren Wissens ist zu erklären, dass Material sie nicht manipulierend bzw. manipuliert. So wirkt diese Passage vielmehr wie eine Nachricht an die Follower, um die Lüge noch irgendwie aufrecht zu erhalten.

Kampagnen gegen die gesamte Tierhaltung

Man darf PETA hier nicht auf den Leim gehen und denken, es ginge hier um konstruktive Diskussion um das Wohlergehen der Tiere. PETA ist gegen jede Form der Tierhaltung und will diese beenden – vom Elefanten in Menschenobhut bis zur Hauskatze. Die radikale Tierrechtsorganisation lehnt jede Form der Tierhaltung ab und das unabhängig davon ob sie tiergerecht ist oder nicht. Wer also denkt, er könnte PETAs Populismus als Plädoyer für die Haltung von Elefanten im protected contact benutzen, schießt sich selbst ins Bein.

Der Kölner Elefantenpark | Foto: zoos.media

PETA ist nämlich genauso gegen die Haltung von Elefanten im geschützten Kontakt – wie etwa im Kölner Zoo. Die radikale Tierrechtsorganisation findet einzig die Haltung der Tiere in Sanctuarys okay, die zufällig direkt oder im Sinne von befreundeten Tierrechtlern betrieben werden. So promotet man die GFAS-akrreditierten Sanctarys von der Ex-Mitarbeiterin, die über die Tierrechtsszene erklärte, dass „die meisten von uns“ im „Tierschutz-Geschäft“ wären, „weil wir Geld lieben“. Allerdings akkreditiert die GFAS auch die schlechtesten Elefantenhaltungen der Welt, in denen Tiere ohne Kontakt und somit ohne hinreichende medizinische Versorgung gehalten werden.
Eines der akkreditierten Sanctuarys ist das der Performing Animal Welfare Society (PAWS). Deren Haltung ist hochgradig umstritten, da nicht mal husbandry behaviours mit den Tieren trainiert werden – eine Haltung, die mit moderner Elefantenhaltung nichts zu tun hat.
Als es 2015 ein großes Feuer gab, das die Einrichtung bedrohte, gab es deshalb keine Möglichkeit, die Tiere zu evakuieren. Man sperrte die Tiere um und das Feuer verfehlte sie glücklicherweise, aber sorgte für Aufregung, Stress und Rauchinhalation bei den Tieren. Ebenfalls gab es Bericht darüber, dass sie gesunde Tiere aufnehmen, die dann nach ein paar Jahren eingeschäfert werden – wegen angeblicher chronischer Beschwerden. Zudem gibt es wohl ein Tuberkulose-Problem in der Haltung.
Die von PETA protegierten Sanctuarys gehören zu den schlechtesten Elefantenhaltung der Welt, was man auch am Fall Carol Buckley sieht.

Elefantenhaltung in akkreditierten Zoos hervorragend

Wohlbehütet von Mutter und Herde entdeckt ein Elefantenbaby die weitläufige und naturnahe Außenanlage des Kölner Zoos. | Foto: zoos.media

In modernen Zoos werden Elefanten gut gehalten – davon zeugt nicht nur regelmäßiger Nachwuchs. Die Haltung dieser mächtigen Tiere hat sich enorm weiterentwickelt und ist moderner geworden durch jahrzehntelange Erfahrung und Forschung. Heute können moderne Zoos Elefanten, sowohl in geschütztem, als auch im freien Kontakt tiergerecht halten.

Für welche Kontaktform man sich nun entscheidet, liegt jeweils beim Zoo und es ist wichtig, dass es so ist, denn die Experten vor Ort kennen die Tiere am Besten und wissen genau, was in dem speziellen Einzelfall für das Tier die meisten Vorteile birgt. Leider aber bekommt die Haltung in Freiem Kontakt immer wieder unfairen Populismus zu spüren – besonders entzündet sich die Diskussion sinnloserweise am Elefantenhaken.
Modern und richtig angewendet, handelt es sich hier nur um ein Guide – ein Äquivalent zur Hundleine etwa. Für Trainingstool gilt immer, dass, wenn sie falsch angewendet werden, die für die Tiere nicht gut ist, aber richtig und professionell angewendet werden sie zum sinnvollen Werkzeug, das das Training, an dem das Tier in einem modernen Zoo ausschließlich freiwillig teilnimmt, unterstützt. Die Elefantenpfleger in modernen Zoos sind geschulte Fachleute, die lernen wie man den Elefantenhaken richtig beim Training einsetzt.

Um den modernen Einsatz von Elefantenhaken zu zeigen, haben wir auf unserem YouTube-Kanal ein Video veröffentlicht, das wir im Zoo Wuppertal gedreht haben.

Es wurde während eine öffentlichen Trainingseinheit aufgenommen und man erkennt gut wie Profis in freiem Kontakt mit den Tieren umgehen und ein wahres Wellness-Programm für die Tiere realisieren. Die Beziehung von Elefanten und Pflegern ist geprägt von Liebe und Respekt – kein Elefantenpfleger in einem modernen Zoo will dem Tier Leid zufügen. Zudem wird kontrolliert, dass sie das auch nicht tun. Moderne Zoos zeigen sich auch dabei sehr transparent.