Dörte schaut neugierig durch eine Scheibe im Delfinarium des Zoo Duisburg | Foto: zoos.media

Empty the Tanks – Demonstrationen für Tierquälerei und mit Lügen

Exklusiv für zoos.media – 12.05.2018. Autor: Philipp J. Kroiß

Empty The Tanks ist ein traditioneller Tag von Demonstrationen der Tierrechtsindustrie gegen Delfinhaltung. Dieser Artikel beschäftigt sich mit den Hintergründen.

Empty the Tanks – Demonstrationen für Tierquälerei und mit Lügen

Heute ist es wieder so weit: eine kleine Zahl von Demonstranten macht sich wieder auf, um Lügen über Delfinarien zur verbreiten. Von den Tierrechtlern ist das eine lieb gewonnene Tradition, die auch gepflegt wird. Im letzten Jahr hatten wir über das Geschäftsmodell berichtet, was dahinter steckt.

EMPTY THE TANKS – Die große Ignoranz einer kleinen Minderheit

Wer unseren YouTube-Kanal in der letzten Zeit verfolgt hat, dem wird ein gewisser Schwerpunkt auf Delfine nicht entgangen sein. Dies geschah auch, um typische Lügen, die nicht nur, aber auch bei #EmptyTheTanks verbreitet werden, zu widerlegen – und zwar durch Statements renommierter Experten.

Medikamente im Delfinarium

Tierrechtler spielen immer gerne darauf an, dass die Tiere in Delfinarien Medikamente bekommen und lassen sich sogar dazu hinreißen zu behaupten, die Tiere würden dauerhaft unter Medikamenten stehen – das ist völliger Quatsch. Das sagt auch Dr. Kerstin Ternes, die nicht nur Cheftierärztin im Zoo Duisburg ist, sondern auch Diplomate of the European College of Zoological Medicine.

Dr. Jorge Francisco Soares ist ebenfalls ein renommierter Tierarzt, der international höchste Anerkennung genießt. Er arbeitet nicht nur als Cheftierarzt im Loro Parque, sondern auch mit wilden Tieren. Er unterstützt nicht nur die Ausbildung neuer Veterinärmediziner, sondern bringt diese auch mit Arten- und Naturschutzprojekten zusammen. Auch mit ihm haben wir über Tiermedizin im modernen Zoo gesprochen und ein Video davon veröffentlicht.

In modernen Delfinarien gilt generell: Tiere bekommen nur Medikamente, wenn sie krank sind – sie stehen nicht unter dauerhafter Medikation, um sie überhaupt halten zu können. Beispielhaft kann man das gut auf der Webseite des Delfinarium des Zoo Duisburgs sehen, wo man jede Medikamentengabe einzeln aufgelistet findet.

Zuchtstopp für Delfine bedeutet Tierquälerei

Wir haben viel und oft darüber berichtet, dass ein Zuchtstopp für Wale Tierquälerei bedeutet. Hier ein Beispiel:

Meeressäuger-Zuchtstopp: keine gute Idee

Aus diesem Grund haben wir auch die Entscheidung von SeaWorld sehr deutlich kritisiert und waren lange nicht die einzigen, denn auch Wissenschaftler bedauerten die Entscheidung zutiefst. In einem Interview haben wir die renommierte Veterinärmedizinerin Dr. Kerstin Ternes gefragt, die auch international höchste Anerkennung und Wertschätzung genießt, zu diesem Thema befragt. Ebenfalls zu Wort kommt in diesem Video Roland Edler, der nicht nur ein anerkannter Walexperte ist und Expeditionen in die Wildbahn leitet, sondern auch seit Jahrzehnten Delfine pflegt:

Ironischer Weise würde ein Zuchtstopp genau das notwendig machen, was Tierrechtler den modernen Delfinarien aktuell ohne jede faktische Basis zum Vorwurf machen: eine Dauergabe von Medikamenten. Moderne Zoos und Aquarien wollen das natürlich nicht, da dies ein erhebliches Gesundheitsrisiko für die Tiere deuteten würde. Die Präparate, die zur Zuchtkontrolle in modernen zoologischen Einrichtungen, sind nur auf einen verhältnismäßig kurzen Zeitraum ausgelegt, den moderne Zoos und Aquarien auch immer einhalten.

Unersetzliche Forschung im Delfinarium

Wie erwähnt, ist die Grundlagenforschung wesentliche und unverzichtbare Basis für alle Tier-, Arten und Naturschutzprojekte. Aus diesem Grund sind moderne Zoos und Aquarien auch sehr aktiv in diesem Gebiet.

Aber nicht nur an Großen Tümmlern und Schwertwalen wird geforscht, um die wilden Artgenossen zu schützen, sondern auch an Amazonas-Flussdelfinen. Wir haben mit Prof. Marie Trone sprechen können, die zu den führenden Forscherinnen für die Art gehört – sie erklärt wie wichtig moderne Delfinhaltungen für ihre Forschung sind, die in Menschenobhut und der Natur stattfindet.

Im Zoo Duisburg zum Beispiel gab es Forschung, die auch weltweit Schlagzeilen gemacht hat: die Signaturpfiffe von Großen Tümmlern. Delfine geben sich nämlich so etwas wie Namen, was sehr interessant ist, weil es selten im Tierreich vorkommt. Prof. Vincent Janik ist ein führender Forscher auf diesem Gebiet und hat uns im Interview über seine Forschung berichtet.

Natürlich forscht aber natürlich nicht nur über die Signaturpfiffe, sondern hat ein noch viel größeres Gebiet auf die er sich spezialisiert hat. Diese Forschung sorgt auch direkt für besseren Schutz von Walen. Wie genau das funktioniert und warum moderne Zoos und Aquarien dafür so wichtig sind, hat er uns im Interview erklärt.

Delfinarien sind wichtig für den Artenschutz

Wie bereits von den renommierten Forschern beschrieben, sind Delfinarien enorm wichtig für den Schutz der Wale in der Wildbahn. Das geht aber teilweise auch weit über die gehaltenen Arten hinaus. Ein Delfinarium in Schweden, das Große Tümmler hält, nahmen an wichtiger Forschung Teil, die hilft den La-Plata-Delfin zu schützen.

Forschung in Delfinarium hilft den La-Plata-Delfin zu schützen

Dr. Lorenzo von Fersen gehört zu den renommiertesten Artenschützern weltweit und zeigt sich für viele erfolgreiche Projekte der Organisation Yaqu Pacha e.V. verantwortlich. Ihn haben wir auf der Boot getroffen, wo er präsent war, um den Schutz von Meeressäugern in Lateinamerika voranzutreiben. Yaqu Pacha arbeitet seit Jahren erfolgreich mit modernen Zoos und Aquarien zusammen und Dr. von Fersen sagt auch klar wie wichtig das ist, um erfolgreich im Artenschutz zu sein.

Im Interview differenziert er auch ganz klar zwischen guten und schlechten Einrichtungen und betont die Wichtigkeit zur Grundlagenforschung. Auch der Experte hat schon wichtige Beiträge zur Grundlagenforschung geliefert und so selbst auch einen unersetzbaren Beitrag zum Schutz der Tiere geliefert.

Tierrechtler verbreiten Populismus

Die Tierrechtler, die für Empty The Tanks demonstrieren, ignorieren all diese Fakten und verbreiten ihre dadurch entstehende falsche Weltsicht in Form von dreistem Populismus. Ein gutes Beispiel dafür ist ein Protagonist der Tierrechtsindustrie, der sich Ric O’Barry nennt und sich für die Empty The Tanks Demos heute in Duisburg angesagt hat.

Dass der selbst vor der dreistesten Lügen nicht zurückschreckt, zeigt dieses Meme meisterlich:

Der Anti-Delfinarien-Aktivist, der zuvor wohl ein fragwürdiger Trainer gewesen ist, wurde bereits wegen falscher und für die Tiere lebensbedrohlicher Behandlung von Delfinen rechtsgültig verurteilt. Dieser Artikel beschäftigt sich sehr differenziert und detailliert mit dem angeblichen Delfinschützer.

Ric O’Barry – Delfinschützer?

Ein weiteres Beispiel für glatte Lügen sind ausgedachte Todeszahlen, die mit der Realität nichts zu tun haben. So wurde das Duisburger Delfinarium auf Basis nachweislich falscher Zahlen zu einem “Delfinfriedhof” gemacht, der die Einrichtung niemals war. Wir haben uns intensiv mit diesem Thema beschäftigt:

Ist das Delfinarium in Duisburg Europas größter Delfinfriedhof?

An diesen Beispielen sieht man gut, dass es sich bei Empty The Tanks nicht um eine seriöse Informationsveranstaltung handelt, sondern um eine Veranstaltung, die Lügen bewirbt und Tierquälerei fordert.

Fakten zu Delfinen in Delfinarien

Die Delfinlagune des Tiergarten Nürnberg: gut besucht bei einer der edukativen Vorstellungen | Foto: Jed, Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE

Delfine in modernen Delfinarien sind gesünder als ihre wilden Artgenossen. Zudem weisen sie, im Gegensatz zu wilden Delfinen, normale Stresswerte auf. Darüberhinaus leben die Tiere in modernen Delfinarien im Mittel signifikant länger als ihre wilden Artgenossen.

Wissenschaftlich wurde nachgewiesen, dass Wale beim Training, das in modernen Delfinarien üblich ist, Glückshormone ausstoßen. Moderne Delfinhaltungen leisten, wie bereits erwähnt, einen wichtigen und unersetzbaren Beitrag zum Tier- , Arten- und Naturschutz. Insgesamt stehen über 80 der renommiertesten Experten auf ihrem Gebiet geschlossen hinter der modernen Haltung von Meeressäugern.

Heute werden noch viel mehr Menschen weltweit demonstrieren, dass sie hinter der modernen Delfinhaltung stehen, in dem sie zu tausenden die modernen Delfinarien weltweit besuchen oder anderweitig ihre Zustimmung zeigen.