Schmiererei radikaler Veganer | Quelle: oFace Killah/Flickr CC BY 2.0

«hundkatzemaus» von PETA unterwandert?

Exklusiv für zoos.media – 24.05.2017. Autor: Philipp J. Kroiß

Seit einiger zweit ist die “Tierdetektivin” Judith Pein Teil des Teams vom VOX-Format «hundkatzemaus». Aber wie viel Lobbyismus steckt hinter der vermeindlichen “Detektivin”?

«hundkatzemaus» von PETA unterwandert?

Zur Jubiläum der Sendung «hundkatzemaus» wurde die Sendung überarbeitet wie quotenmeter.de berichtete. Im neuen Konzept wurden Zoos mit keinem Wort mehr erwähnt, obgleich sie die Beiträge, zum Beispiel über die Zoo von Karlsruhe, großer Beliebtheit beim Publikum erfreuten. Vor einigen Tagen kontaktierte uns ein regelmäßiger Zuschauer, der nun eben genau diese Zoo-Beiträge vermisste und uns durch seine belegte Argumentation wichtige Hinweise lieferte, die Teil der Basis dieses Artikels sind.

PETA-Aktivistin neu im Team

In «hundkatzemaus» wurde auch über die angedachte Unterbringung eines Zirkus-Elefanten im Zoo Karlsruhe berichtet, woraufhin sich VOX einen Shitstorm von wichtigtuerischen Tierrechtlern einfing. Anschließend folgte die oben angesprochene Umstrukturierung, nach der kaum noch Zoo-Beiträge zu sehen waren.

Verstärkt in den Fokus rückte dann die PETA-Aktivistin Judith Pein, die sich als “Tierdetektivin” auf der eigenen Webseite vermarktet. Sie war lange Zeit Mitarbeiterin der radikalen Tierrechtsorganisation PETA, die sich gegen jede Form der Tierhaltung wendet.

VOX kauft diese Sendung bei dem Unternehmen Docma TV. Die Firma führt Judith Pein, die selbst auf ihrer Webseite angibt, sich noch für PETA zu “engagieren”, als Mitarbeiterin. Sie schreibt: “Für die Tierrechtsorganisation PETA führte ich viele internationale Recherchen durch” (Stand [aktuellste Prüfung]: 09.02.2018). [Nachtrag: Sie ist zudem Autorin beim PETA-eigenen veganblog – ihr letzter Beitrag stamm aktuell (Stand: 09.02.2017) aus dem Oktober 2017. Im Januar 2018 appellierte sie in einer Pressemitteilung der radikalen Tierrechtsorganisation “im Namen von PETA“.]

Wer ist Judith Pein?

Die “Tierdetektivin” hat eigentlich an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster Ethnologie, Philosophie und Germanistik studiert. Bei PETA wurde sie dann angestellt und sprach auch teilweise für die Organisation.

Wie für PETA typisch, schreckt sie auch vor Straftaten nicht zurück: In der Darstellung des PETA-Einbruchs in den Bio-Ziegenhof in Brilon von Rechtsanwalt Dr. Walter Scheuerl aus Hamburg, wird sie, laut sauerlandkurier.de, des Hausfriedensbruchs beschuldigt. Es kommt immer vor, dass Tierrechtler bei ihren Aktionen auch Straftaten begehen. Diese PETA-Recherche wurde dann in «hundkatzemaus» zweitverwertet.

Solches Vorgehen, sich unerlaubt Zutritt in Häuser zu verschaffen, ist nicht nur illegal, sondern wurde jüngst von Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) als Bärendienst für den Tierschutz beschrieben. Nachdem sich schon mehrere solche Videos als Fake herausgestellt haben (ein berühmtes Beispiel: PETAs Kampagen gegen den Bailey-Film), sind sie ohnehin kaum noch glaubwürdig. Durch intensive Bewerbung des Material, wofür auch Geld gezahlt wird, wird aber ein Skandal aufgebauscht, der aber meist einer seriösen Überprüfung nicht standhält.

Der Ziegenhof in Brilon hat eine Zertifizierung als Erzeuger ökologisch/ biologischer Erzeugnisse im Sinne der EU-Verordnung. Zeitgleich mit den “Enthüllungen” kam ein Kaufangebot des Ziegenhofs von einem gewissen Sven W., der die Vorwürfe von PETA unterstützt. Die Aufnahmen der Tierrechtsorganisation entstanden zu einem Zeitpunkt zu dem die Herde wohl von der „Ziegenseuche“ befallen war. Das Video von PETA ist allein kein Beweismittel, da es anscheinend durch eine Straftat entstand. Es ist also, unabhängig von seiner Echtheit, die aktuell nur auf Beteuerungen beruht, ohnehin gegenstandslos. Sie werden eingeordnet in die vegane Propaganda der Tierrechtsorganisation.

„Da sollen Skandalbilder also gar nicht dem Stopp einzelner Missstände dienen, sondern vielmehr zur Diffamierung eines ganzes Berufsstandes und vieler Anstrengungen für mehr Tierwohl missbraucht werden.“- Christian Meyer

Im Fall steht aktuell Aussage gegen Aussage. Unabhängig, ob der Ziegenhof tatsächlich solche Vergehen beging, rechtfertigt dies nicht eine Straftat wie Hausfriedensbruch. Dass VOX der alles andere als reumütigen Straftraftäterin eine Plattform bietet, ist fragwürdig.

PETA gegen Haustierhaltung

Getöteter Hundewelpe – einer von über 34.000. | Quelle: Offizielles Pressefoto

Judith Pein vertritt mit PETA eine Organisation auf deren Webseite steht, dass “es Tieren besser ginge, wenn das Konzept des „Haustiers“ […] nie erfunden worden wäre.” VOX muss sich fragen wie dies zu einem “Haustiermagazin” passt. Auch die Zuschauer müssen reflektieren, ob sie eine Sendung schauen, die eine Mitarbeiterin hat, die sich bei PETA gegen jede Tierhaltung engagiert.

In den USA werden zentausende Haustiere im Kill-Tierheim von PETA umgebracht – die Tötungsquote liegt deutlich über dem nationalen Durchschnitt.

Hofberichterstattung für Tierrechtler

Die Münchener Produktionsfirma tangofilm hat unter anderem die “Im Einsatz für …”-Reihe mit Jaenicke produziert. Sie produzierte auch bereits für das WDC. Auch diese Produktionsfirma ist Teil eines Netzes von Tierrechtslobbyisten.

Besonders unkritisch im Bezug auf PETA ist auch die Sendung “Tiere suchen ein Zuhause”. Hier kam es 2012 zu einer Umstrukturierung. Die neue Moderatorin Simone Sombecki ist nicht nur Veganerin, sondern PETA widmete ihr auf der eigenen Webseite ein ganzes Portrait.

Sie unterstützt auch PETA-Aktionen. Kaum verwunderlich, dass es dann auch eine Hofberichterstattung für das Kill-Tierheim von PETA gab, das die Zustände komplett verharmloste und einseitig darstellte.

Mit seriösen Journalismus haben solche Partnerschaften natürlich nichts zu tun, wenn daraus solch einseitige Berichterstattung erwächst. Durch die Intransparenz ist auch nicht klar inwieweit für solche Produktionen dann auch Gelder oder Gefälligkeiten fließen. Es ist ein kritisch zu beobachtender Trend, wenn Tierrechtler, und somit Gegener von Tierhaltung im Allgemeinen, auch die personelle Nähe zu Medien suchen und Lobbyisten in wichtigen Positionen installieren können.