Eisbär im Arctic National Wildlife Refuge | Foto: Susanne Miller/USFWS, Lizenz: CC BY 2.0

Von wegen Klima – Wissenschaftsjournalisten wettern

Erschienen auf ndr.de am 21.11.2018. | Von: Daniel Bouhs & Carsten Pilger

Undifferenzierte und gefährlich alarmistische Berichterstattung in Bezug auf das Klima wird mehr und mehr auch von Journalisten bemängelt und kritisiert.

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Anmerkung: “Wenn man die Berichterstattung differenziert, bekommt man vor allem von Kollegen Gegenwind”, erklärt Journalist Axel Bojanowski. “In Deutschland werden immer dieselben fünf, sechs, sieben Experten zitiert von Tausenden von Wissenschaftlern. Man wird als Journalist schon gefragt: Sag mal, warum zitierst du die dann nicht mal?” Wenn man das dann mal tut, läuft man Gefahr zum “Klimaleugner” zu werden. Seine Erfahrungen hatte diesbezüglich unser Beiratsmitglied Michael Miersch berichtet:

Michael Miersch: “Wie ich zum Klimaleugner wurde”

Alarmistische und undifferenzierte Berichterstattung sind ein Problem, denn sie machen es seriösen Organisationen und Personen, die nicht mit dem Weltuntergang drohen, schwer, zu den Leuten durchzukommen, wodurch sie wiederum gezwungen werden auf den Zug aufzuspringen. Zur Radikalisierung beigetragen haben hier allerdings auch die Leute, die in die andere Richtung undifferenziert vorgegangen sind – wie etwa die AfD in Deutschland oder Trump in den USA. Es ist wichtig und sinnvoll in der Diskussion nicht zu versuchen, das eine Extreme durchs andere Auszugleichen, sondern zu einem differenzierten Standpunkt zu kommen.

Das ist auch für moderne Zoos und Aquarien wichtig, denn nur mit einer differenzierten, öffentlichen Diskussion zum Thema Naturschutz kann man die wichtigen Projekte, die anstehen, um das Aussterben und Ausrotten von Arten und ihren Lebensräumen zu stoppen.