Goriallanachwuchs im Zoo Duisburg | Foto: zoos media, Lizenz: Erlaubnis des Fotografen

Könnten Zoos und Aquarien nicht mit Tierrechtlern zusammenarbeiten?

Exklusiv für zoos.media – 20.01.2018. Autor: John Dineley, Vor- und Nachwort: Philipp J. Kroiß

In einem Artikel wurde die Frage aufgeworfen, ob Zoos nicht mit Tierrechtlern zusammenarbeiten könnten – ein Kommentar demaskiert den Irrtum in der Frage.

Ein Artikel von Stacey Ludlum, Direktorin von Zoo and Aquarium Planning and Design at PGAV Destinations in St. Louis, sorgt für Kontroversen. Der Experte John Dineley (Marine Animal Welfare) hat dazu einen hervorragenden Kommentar geschrieben:

Während die Autorin anerkennt, dass die Einladung von Wayne Pacelle (CEO der Humane Society of the United States) für viele Menschen in der Zoowelt, einschließlich mir selbst, zutiefst beunruhigend war, erkennt sie den Grund nicht an.

Ich weiß nicht, wie oft das wiederholt werden muss, aber Tierrechte und Tierschutz sind nicht dasselbe. Allianzen mit der Tierrechtsindustrie zu schmieden, ist daher kein Weg vorwärts und kann es auch nie sein. Die HSUS und PETA haben kein Interesse an einem echten konstruktiven Dialog. Wir haben bereits die katastrophalen Folgen von SeaWorlds Zugehörigkeit zu HSUS gesehen, wodurch sie Entfremdung ihrer Kernbesucherbasis erfahren haben.

Die ideologische Position der Tierrechtsindustrie besteht darin, dass alle Tiersammlungen (oder jede Interaktion mit Tieren zwischen Menschen) verboten werden sollen.

Wayne Pacelles zynische Manipulation der Amerikanischen Zoo-Organisation (AZA) ist völlig transparent. Seine vorgetäuschte Bewunderung für die AZA und ihre Mitglieder ist nur ein zynischer Trick, um diejenigen zu teilen und zu erobern, die nicht Mitglieder dieser Organisation sind.

Während er diese Organisation dazu benutzt, um andere zoologische Sammlungen anzugreifen, wird er der AZA auch bestimmte Arten vorschlagen, die sie nicht behalten dürfen, wie Elefanten. Diese Tiere, so wird er leicht behaupten, können dann in von Tierrechtlern geleiteten Sanctuary über führt werden, wo sie von konstruktiven Erhaltungs- oder Forschungsprogrammen ferngehalten werden. Niemand sollte den raffinierten und hinterhältigen Modus operandi, unter dem Pacelle operiert, unterschätzen. Es gibt einen sehr guten Grund, warum manchmal die HSUS als PETA in Nadelstreifen bezeichnet wird.

Die Realität besteht darin, dass Zoos sich um die Bildung ihrer Besucher kümmern müssen und dass sie eine klare Unterscheidung zwischen der ideologischen Position der Tierrechte und dem Tierschutz treffen müssen; eine Verpflichtung, Tiere keinen unnötigen Schmerzen und Leiden auszusetzen. Sie brauchen keine Zugehörigkeit zu Leuten wie HSUS oder PETA und anderen.

Schließlich ist anzumerken, dass zoologische Sammlungen auf der ganzen Welt im Allgemeinen einen Anstieg der Besucherzahlen verzeichnen, was darauf hindeutet, dass Zoos (trotz einiger anderer Medien, die etwas anderes behaupten) weiterhin sehr beliebt sind. Zoos müssen in angemessener Weise gegen die Fehlinformationen kämpfen, die über sie verbreitet werden. Außerdem erfordert dieser Prozess nicht die Beteiligung von Mitgliedern der Tierrechtsbewegung und ihrer radikalen ideologischen Agenda. Die Tierrechtsbewegung macht keine Kompromisse und jeder, der glaubt, dass sie es tun, wird gefährlich getäuscht.