Portrait eines bedrohten Lear-Aras | Foto: Loro Parque

Loro Parque züchtet seit Jahren erfolgreich Lear-Aras

Exklusiv für zoos.media – 08.07.2017. Autor: Philipp J. Kroiß

Als einziger Zoo in Europa werden im Loro Parque Lear-Aras gezüchtet. Aber der moderne Zoo wird noch mehr aktiv, um diese Art zu erhalten und zu schützen.

Loro Parque züchtet seit Jahren erfolgreich Lear-Aras

Der Loro Parque auf Teneriffa (Spanien), der von Wolfgang Kiessling vor über 40 Jahren gegründet wurde, ist die einzige Zoologische Einrichtung in Europa, die es geschafft hat, Lear-Aras zu züchten. Das ist ein großer und wichtiger Erfolg für den Schutz dieser Art.

Aller Anfang ist schwer

Lear-Ara vor einer gestalteten Felswand im Loro Parque | Foto: Loro Parque

2006 schickte die brasilianische Regierung ein Paar nach Teneriffa in den, unter anderem auf Papageien spezialisierten, Zoo. Anfänglich wollte es aber gar nicht so richtig mit der Zucht klappen. Freilich war erfolgreicher Züchter und schon enorm erfahren im Bereich der Papageien-Zucht, aber bei den Lear-Aras wollte es zu Beginn nicht so klappen wie man von anderen Arten gewohnt war.

Die Experten des Loro Parque fanden heraus, dass es eine Felswand war und die Fütterung mit den Früchten der Licuri-Palme (Syagrus coronata), die es zur erfolgreichen Zucht der Tiere brauchte. Rafael Zamora, der wissenschaftliche Direktor der Loro Parque Fundación, erinnert sich: „Als das Paar ankam, machten wir ein Foto von der Klippe, wo sie vorher im gebiet von Brasilien wohnten, sodass unsere Baumeister eine Nachahmung dieser Felsen, so ähnlich wie möglich, herstellen konnten.“ So war es möglich einen naturnahen Lebensraum für die Tiere zu schaffen.

Großer Erfolg

Lear-Aras sind bedroht – der Loro Parque züchtet und schützt sie | Foto: Loro Parque

Aber nicht nur 30 erfolgreiche Nachzuchten sind klares Zeichen des Erfolges von dem umfassenden Projekt, was die Loro Parque Fundación zum Schutz dieser Tiere, gestartet hat. Nach Betätigung des Loro Parque in diesem Projekt konnte der Bedrohungsstatus der Art herabgesetzt werden. Rund eine halbe Millionen Euro wurden bereits zum Schutz dieser Tiere in der Wildbahn investiert. Die Wildpopulation hat sich in dieser Zeit um mehr als 1.000 Tier vergrößert.

Das Schutzprojekt ist dabei sehr umfassend. Es betrifft längst nicht nur die Zucht der Tiere in Menschenobhut, sondern auch Pr0jekte vor Ort. Die Existenz des Lear-Aras, der nur in einem kleinen kargen Gebiet von Bahia, im Nordosten Brasiliens, vorkommt, ist eng verbunden mit der Licuri-Palme. Diese wird aber von der Bevölkerung vor Ort genutzt und nun arbeitet man mit dieser zusammen, um Alternative zu entwickeln, damit die Leute die Palmen in Ruhe lassen und so die Lebensgrundlage der Aras nicht zerstören. Ebenso wird die Bevölkerung in den Schutz der Tiere eingebunden und der Respekt vor dem Tier den Menschen gelehrt. Dazu kommt eine Überwachung der Wildpopulation.

Um dies alles zu realisieren arbeitet der Loro Parque mit dem Institut Chico Mendes zur Erhaltung der Artenvielfalt (ICMBio) und dem Nationalen Zentrum für Forschung und Erhaltung von Vögeln in der Natur (CEMAVE) zusammen. Weitere Projektpartner sind die Universität von Sao Paulo, sowie Institut Arara Azul, Stiftung Biodiversitas, Biologische Station von Doñana (CSIC).