Baby Ula und Mutter Morgan geht es im Loro Parque sehr gut. | Foto: Loro Parque

Nach Manipulation: Spekulationen über Gesundheitszustand von Orcababy beendet

Exklusiv für zoos.media – 31.01.2018. Autor: Philipp J. Kroiß

Radikale Anti-Zoo-Aktivisten hatten dreiste Lügen und Fehleinschätzungen über die Gesundheit des Orca-Babys Ula im Loro Parque online verbreitet. Der Artikel klärt nun über die Hintergründe auf und erklärt wie es der Tochter der Orca-Dame Morgan tatsächlich geht.

Nach Manipulation: Spekulationen über Gesundheitszustand von Orcababy beendet

Radikale Aktivisten hatten für tüchtiges Aufsehen gesorgt als sie Ende vergangener Woche plötzlich mit Fotos begannen, den Gesundheitszustand des Orcababys im Loro Parque, das inzwischen den Namen Ula bekommen hat, anzuzweifeln: Die Kopfform wäre abnormal, Hautausschläge ein Zeichen von Medikamentenmissbrauch.

Komische Fotos

Ula und Morgan fühlen sich im Loro Parque sichtlich wohl und sind in bester körperlicher Verfassung. | Foto: Loro Parque

So richtig authentisch wirkten die Fotos nie. Weder passten sie zu Fotos und Videos, die der Loro Parque zuvor veröffentlicht hatte, noch war es irgendwie möglich, dass sich so starke Veränderungen an einem Tier in so kurzer Zeit vollziehen können. Wenn man sich dann noch anschaute, von wem diese komischen Fotos veröffentlicht worden waren, schloss sich der Kreis.

Es war der Blog „The Voice Of The Orcas”, der aus Pseudo-Experten für Orcas besteht und keinerlei veterinärmedizinische Fachkompetenz vorzuweisen hat. Trotzdem wartete man natürlich mit angeblichen Experten-Stellungnahmen auf. Naomi Rose zum Beispiel. Sie ist eine bekannte Aktivistin, die, drücken wir es mal vorsichtig aus, berüchtigt dafür ist sehr kreativ mit der Wahrheit umzugehen und nicht nur deshalb auch als unseriös gilt.

Natürlich beim Pseudo-Experten-Bingo der Tierrechtsindustrie durfte auch Ingrid Visser nicht fehlen. Die radikale Aktivistin ist nicht nur aufgrund einer Aktion, die Menschen und Tiere im Loro Parque gefährdete, längst nicht mehr fähig den Park zu betreten, sondern scheitert auch regelmäßig vor Gerichten mit den abstrusesten Behauptungen über Morgan, Ula und deren Haltung im Loro Parque. Als sie mal beweisen hätte können, wie sie sich um ein gerettetes Tier kümmern kann, verstarb das Tier nach wenigen Tagen in ihrer völlig unprofessionellen Pflege in einem Swimmingpool.

John Jett, selbst vom Blog „The Voice Of The Orcas”, äußerte sich auch. Vorgestellt wurde er als „research professor at Stetson University“. Das stimmt so nicht, denn auf der Webseite der Universität wird er in einem Artikel 2017 als Gastprofessor vorgestellt. Auf der aktuellen Personalliste ist er nicht als (Gast-)Professor gelistet, sondern sehr weit unten als Mitglied Department of Biology, deren Lehrstuhl Kirsten Work innehat.

Weil Morgan nicht genügend Milch hat, bekommt Ula von den Pflegern die Flasche. | Foto: Loro Parque

Jett ist auch ehemaliger Orca-Trainer. Ehemalig deshalb, weil er nicht schwimmen konnte, wie Thad Lacinak, der sich jahrelang um Tiertraining bei SeaWorld und Bush Gardens in leitender Position kümmerte, erklärte. Ihm wäre Gewichtheben wichtiger gewesen, erklärt der ehemalige Vorgesetzte und erzählt, dass Jett deshalb zu den Seelöwen und Ottern versetzt wurde, weil er nicht gut für die Orcas war und der Zoo auch um seine Sicherheit besorgt war.

Jeffrey Ventre, ein weiterer Pseudo-Experte, der im Artikel seinen Senf dazu gab, wird als medical doctor vorgestellt. In Edinsburgh praktiziert er zu physikalischer Medizin und Rehabilitation – daraus lässt sich natürlich keine Expertise für Orcas ableiten. Auch er reiht sich in die Liste der Ex-SeaWorld-Trainer ein. Er wurde damals von Chuck Tompkins und Thad Lacinak gefeuert, wie letzterer berichtete. Ventre habe sein Privileg mit Orcas zu arbeiten „missbraucht“ und Sicherheitsvorgaben drei Mal missachtet. In seiner letzten Orca-Show hat er seinen Kopf in das Maul eines Orcas gesteckt, um ein paar Frauen zu beeindrucken, berichtete Lacinak, der selbst mit im Stadion war. Das hat das Fass zum Überlaufen gebracht.

Loro Parque widerlegt Anschuldigungen eindrucksvoll

Wer bei diesen „Experten“ nicht schon skeptisch wurde, der kam schnell in den Genuss zweier Videos, die die Anschuldigungen der radikalen Anti-Delfinarien-Aktivisten, in deren Kreis auch die Pseudo-Experten zu zählen sind, nicht nur widerlegten, sondern regelrecht zerstörten.

Man sieht ein völlig gesundes Orca-Baby, das freudig mit seiner Mutter spielt. Die Haut, die Körperform und das Verhalten ist komplett perfekt wie man es bei einem gesunden Orca-Kalb erwartet. Das zeigt auch wie wichtig Transparenz in modernen Zoos und Aquarien ist. Nun sind die Hater auf den harten Boden der Tatsachen aufgeschlagen.

Auf seinem Blog bezieht der moderne Zoo auf Teneriffa in klaren Worten Stellung zu den Vorwürfen: „Es wäre in der Tat besorgniserregend, wenn Tierärzte nur auf Fotografien basierend ihre Diagnosen erstellten, aber was sich diese Personen, ohne jegliches tierärztliches Wissen und Erfahrung, anmaßen, ist grundheraus lächerlich. Die Anschuldigungen dieser Leute, deren einziges Interesse es ist, sich sämtlicher Orcas anzunehmen und sie unter ihre eigene Kontrolle in einem sogenannten „Sanctuary“ zu bringen, sind ganz und gar absurd und entbehren jeglicher Grundlage.“

Darüber hinaus bestätigen sowohl die Tierärzte im Zoo, als auch hinzugezogene externe Veterinärmediziner mit entsprechender Zusatzqualifizierung, dass das Tier komplett gesund ist.

Orcababy im Loro Parque nimmt an wichtiger Forschung Teil | Foto: Loro Parque

Auch erklärt der Zoo: „Das einzig Sichere an dieser absurden Geschichte ist, dass diese angeblichen Orcaliebhaber, die sich so um die Gesundheit von Ula sorgen, sich zu keinem Zeitpunkt an den Loro Parque gewendet haben um schlicht nachzufragen, wie es ihr hier ergeht.“

Mit diesen klaren Worten sind dann wohl die lächerlichen Spekulationen von Pseudo-Experten restlos zerstört worden. Im Übrigen kann sich ohnehin auch jeder Besucher das Orca-Baby anschauen. Es ist natürlich noch nicht in der Show, aber während Besucher im Stadion sind, ist es im Med Pool, den man auch vom Besucherbereich einsehen kann.

Der Wunsch, dass die Aktivisten nach dieser Niederlage nun mit ihren Märchen-Geschichten aufhören würden, ist fromm, aber wird nicht erfüllt, denn diese Leute wollen mit solchen Spekulationen Aufmerksamkeit generieren, die sie in Spenden für die Organisationen umwandeln wollen für die sie direkt oder indirekt arbeiten. Leider fallen immer noch leichtgläubige Tierfreunde auf die Masche herein.