Panda-Mann Yuan Zi im ZooParc de Beauval (Frankreich) | Foto: Dinkum, Lizenz: CC BY-SA 3.0

msn nachrichten fehlinformiert über Zoos: Dunkle Geheimnisse, die keine sind

Exklusiv für zoos.media – 03.07.2018. Autor: Philipp

Was “msn nachrichten” über Zoos und deren angebliche dunklen Geheimnisse schreibt, ist auf mehreren Ebenen doch sehr fragwürdig. Der Artikel schaut auf die Fakten.

msn nachrichten fehlinformiert über Zoos: Dunkle Geheimnisse, die keine sind

Im Artikel “Dunkle Geheimnisse, die Zoos lieber für sich behalten” behauptet msn geradezu bahnbrechendes zu berichten: “Was sich allerdings hinter den Kulissen abspielt, wissen wir oft nicht. Fakten über Tiere in Gefangenschaft und den täglichen Zoobetrieb erfahren Sie in dieser Galerie.” Zoos.media schaut nun bereits eine geraume Zeit tatsächlich hinter die Kulissen von modernen Zoos und Aquarien, sowie in die wissenschaftliche Literatur und wir haben uns diese “Fakten” mal angeschaut.

“Tiere in Gefangenschaft”

Grundlegend zieht sich den Formulierung der Begriff “Gefangenschaft” durch den Artikel. Warum diese Formulierung eigentlich in die Mottenkiste gehört und gar nicht mehr den modernen Stand der Forschung widerspiegelt, beschreiben wir in diesem Artikel:

Warum Tiere im Zoo nicht in Gefangenschaft leben

“Tiere leben oft länger in freier Wildbahn als in Gefangenschaft.”

Das ist falsch und durch aktuelle wissenschaftliche Forschung für die Säugetiere, bei denen man die Lebensdauer überhaupt vergleichen kann, längst widerlegt:

… und sie leben doch länger

Man behauptet im Artikel: “Gefangene Elefanten und Orcas leben nur einen Bruchteil ihrer potenziellen Lebensspanne. Elefanten leben zum Beispiel durchschnittlich 30 bis 50 Jahre weniger in Gefangenschaft. Orcas können in freier Wildbahn bis zu 100 Jahre alt werden, überleben aber durchschnittlich nur 14 Jahre in Gefangenschaft.”

Das ist falsch.

Auf Elefanten gehen wir in diesem Artikel ein:

Sterben Elefanten in Menschenobhut früher?

und den aktuellen Stand der Wissenschaft zu Orcas reflektiert dieser Artikel:

Zur Lebenserwartung von Orcas

msn warnt: “Wir alle kennen den Streichelzoo. Die Tiere in diesen Einrichtungen können Salmonellen, E. coli und andere Krankheiten übertragen.” Die theoretische Möglichkeit besteht wie sie bei jedem anderen gehaltenen Tier auf der Welt besteht. Dadurch, dass die Tiere in modernen und akkreditierten Zoos und Aquarien allerdings frequent überprüft werden, teils sogar frequenter als viele Haustiere, ist die Chance praktisch bei seriösen zoologischen Einrichtungen verschwindend gering.

Zudem präsentiert msn keinen einzigen Fall und keine Daten, die diese Behauptung belegen würden. Ein ziemlich unseriöse Panikmache wird also betrieben.

Dies unter die Unterschrift “Dunkle Geheimnisse, die Zoos lieber für sich behalten” zu packen, ist erschreckend lächerlich. Als die Großen Pandas wieder in Berlin einzogen, wurde damit dermaßen transparent umgegangen, dass das im Prinzip jedes Medium auch erwähnte. Das ist nämlich auch nichts, womit man geheimnisvoll umgehen müsste, weil diese “Leasing-Gebühren” fließen ja direkt in das erfolgreiche Projekt, das dazu geführt hat, dass der Bedrohungsstatus des Großen Panda heruntergestuft werden konnte.

Dass sich diese Praktik bewährt hat und eventuell auch von Australien übernommen werden könnte, beschreibt dieser Artikel:

“Leasing” von Tieren als Mittel Artenschutzprogramme zu ermöglichen

Warum sich gerade das Panda-Projekt gar nicht als Grund eignet, sich gegen Zoos und Aquarien zu echauffieren, haben wir bereits in diesem Artikel beschrieben:

Große Pandas zum Zoo-Bashing missbraucht … und gescheitert

Die Bezeichnung Zoochosis kennt man von der Tierrechtsindustrie vor allem in englischsprachigen Bereich. Aktuell ist dieses Problem nicht. Es gab früher Fälle von Zoochosis, die heute allerdings, nach jahrzehntelanger Forschung, nicht mehr als Neubildung in modernen Zoos und Aquarien beobachtet wird.

Natürlich finden sich noch Tiere in Zoos und Aquarien, die solche Verhalten zeigen, aber nicht, weil sie sich dort gebildet hätten, sondern, weil moderne zoologische Einrichtungen auch Tiere aus schlechteren Haltungen beherbergen, die nun in ihrer Obhut eine Chance auf ein tiergerechtes Leben bekommen. Vor dem Hintergrund ist es ziemlich unseriös, diesen Vorwurf ohne entsprechende Einordnung zu führen.

“Viele verschiedene Symptome wie wiederholte Verhaltensweisen, übermäßige Pflege, ängstliche Tics und sogar Selbstverstümmelung gehören dazu”, behauptet man und beschreibt damit Umstände, die in keinem in Europa akkreditierten Zoo an der Tagesordnung oder aktuell sind. Somit ist es völlig desinformativ so etwas generell über Zoos zu behaupten.

Zoothanasia ist ebenfalls eine Begrifflichkeit, die im wesentlichen von der Tierrechtsindustrie geprägt und gepflegt wird, aber auch an der Realität völlig vorbeigeht. “In verschiedenen Zoo-Zuchtprogrammen dürfen sich Tiere paaren. Sobald die Nachkommen ein bestimmtes Alter erreicht haben, werden sie eingeschläfert, verkauft oder an andere Zoobewohner verfüttert.” Das ist eine grundsätzlich falsche Behauptung.

In Zuchtprogrammen von Zoos findet eine kontrollierte an der Natur angepasste Fortpflanzung der Tiere statt, um die Art in Menschenobhut zu erhalten. Da macht es keinen Sinn, Nachkommen zu produzieren und sie dann zu töten, denn dann würde man den selbstgesetzten Zweck nicht erfüllen.

In Deutschland dürfen Zoos und Aquarien Tiere, die nicht als Futtertiere gehalten und gezüchtet werden, nur nach medizinischer Indikation einschläfern. Es ist also gar nicht möglich so zu handeln, wie msn es hier behauptet und es zeugt von offensichtlicher Inkompetenz das Gegenteil zu behaupten.

Beide Vorwürfe werden gerne ins Feld geführt, wenn völlig ahnungslose Zoo-Hater etwas von sich geben, wie auch im Fall von “Vegan ist ungesund”, die wir ausführlich widerlegt haben und da gingen wir auch detailliert auf diese beiden Themen ein:

“Vegan ist ungesund” verbreitet Populismus über Zoos

Verkauf von Nachwuchs

In der kruden Welt des Autors würden andere Tiere, die nicht getötet würden an “Jagdfarmen, Zoohandlungen, Zirkusse und Forschungslabore gegeben oder verkauft werden”. Die Tiere, die in Zuchtprogrammen organisiert sind und die ja auch zuvor von msn erwähnt wurden, werden nie verkauft. Sie besitzen nämlich gar keinen Wert, was bedeutet, dass sie unter den Zoos nicht mal verkauft werden, sondern ausschließlich untereinander getauscht werden.

Zweifelsohne gibt es Einrichtungen, die sich “Zoo” nennen, obwohl sie es, etwa gemessen an der Europäischen Zoodirektive, faktisch gar nicht sind. Aber diese hier mit ins Kalkül zu ziehen, zeigt die Unbeholfenheit, künstlich einen Skandal finden zu wollen. Der Mangel an Fakten wird auch dadurch von msn indirekt belegt, dass man keinerlei Beweis für diese in sich nicht mal schlüssige Behauptung vorträgt. Man zeigt dazu nur ein Bild von Orang-Utans und diese sind eben genau in so einem Zuchtprogramm organisiert – zumindest in den modernen, akkreditierten Zoos und Aquarien.

Das Ausbruch-Märchen

Tiere sind neugierig und testen Grenzen aus – auch die ihrer Anlage. Mit einem Ausbruch hat das nichts zu tun. Nicht selten finden die Tiere dann auch selbstständig ins Gehege zurück. Wie etwas in diesem Fall:

Orang-Utan Kumar ging aus dem Gehege … und wieder zurück

Dieser passt besonders gut zu dem Artikel, der postuliert: “Primaten gehören zu den genialsten Ausbrechern.” Aber auch bei anderen Tiere wurde das bereits beobachtet:

Hippo kommt nach Ausbruch in Zoo zurück

Zum Problem werden solche Unternehmungstouren nur, wenn Menschen in Gefahr kommen, denn dann ist jeder Zoo verpflichtet, dem Menschenleben die höhere Priorität zuzugestehen und das Tier zu töten. In seltenen Fällen kann man es mit einer Betäubung versuchen, aber hier ist einmal die Dosierung schwer und zudem braucht es eine Zeit bis so ein Mittel wirkt. Deshalb erfolgt in Gefahrensituationen für Menschen der unvermeidliche Schuss, sonst würde der Zoo sich strafbar machen.

Nervige Besucher

Im weiteren Verlauf der Veröffentlichung kommt wieder so ein “Geheimnis”, das überhaupt keines ist: “Das Zoopersonal informiert sich per Funk über problematische Besucher. Menschen, die ständig gegen Regeln verstoßen, wie zum Beispiel Dinge in Gehege werfen oder auf Glas klopfen, werden von Sicherheitsbeamten entfernt.”

Dabei handelt es sich nicht um ein Geheimnis, sondern etwas, das von jedem Zoo und Aquarium in seiner Hausordnung für jeden sichtbar kommuniziert, weil die Hausordnung meist in der zoologischen Einrichtung für jeden einsehbar angebracht ist: wer sich nicht benehmen kann, fliegt raus. Das ist ja andernorts auch nicht anders.

Inzucht

Davidshirsch oder Milu (Elaphurus davidianus), in Kolmården (Sweden) – in der Wildbahn ist die Art bereits ausgestorben. | Foto: Karlafg, Lizenz: public domain

Nun kommt wieder ein Thema, das häufig mit viel Unwissenheit behandelt wird. Inzucht wird in modernen Zoos und Aquarien vermieden, aber manchmal ist es nicht anders möglich, was nicht zwangsläufig ein Problem für die Tiere sein muss. Der VdZ erklärt dazu: “Inzuchtdepression kann zwar durchaus ein Problem sein, und wenn es Letal- oder Subletalfakoren im Genom der Population drin hat, kommen die zum Vorschein. Aber das ist längst nicht immer der Fall. Viele Tierarten, die im Freiland ausgestorben waren konnten durch Zucht in Menschenobhut erhalten und wiederangesiedelt werden und haben vitale Populationen gebildet, obwohl sie das Ergebnis von Inzucht waren.

Zum Thema Weiße Tiger hat man Recht: die Population ist stark durch Inzucht geschädigt. Aus diesem Grund züchten moderne Zoos und Aquarien diese Tiere nicht und es existiert kein entsprechendes Zuchtprogramm. Der Genpool für Weiße Tiger ist aktuell zu gering – übrigens ganz im Gegensatz zu Weißen Löwen, wo man eine völlig andere Situation hat.

Natürlich gibt es noch Zoos und Aquarien mit Weißen Tigern – selbst einige moderne Einrichtungen halten sie. Warum? Man bringt diese Tiere nicht einfach um, nur, weil sie eine bestimmte genetische Prädisposition haben. Ehemals wurden diese Tiger als Geschenke genutzt und dann gibt man ihnen natürlich Obdach, weil ein Ablehnen dieses Geschenks nicht nur in den Kulturkreisen, die das tun, als unhöflich angesehen wird, sondern auch für die Tiger dies kein gutes Ende nehmen würde. So pflegt man sie noch bis an deren Lebensende, aber züchtet weder, noch fragt man neue Tiere nach.

Auch hier muss man sehen, dass nicht moderne oder akkreditierte Einrichtungen, die sich trotzdem irreführenderweise Zoos nennen, deutlich anders vorgehen, aber sie sind nicht repräsentativ für die Gemeinschaft der modernen Zoos und Aquarien und eine Verallgemeinerung ist nicht sinnvoll oder gar seriös.

Zoos lassen Tiere beschlagnahmen

Auf msn behauptet man tatsächlich: “Der Transfer von Tieren zwischen Zoos umfasst Berge von Papierkram. Viele Zoos umgehen dies, indem sie Tiere von Fish and Wildlife Services beschlagnahmen.” Hier muss man sich fragen, ob man bei msn auch nur eine Sekunde in Recherche gesteckt hat.

Der United States Fish and Wildlife Service (abgekürzt USFWS oder FWS), wie er richtig heißt, ist eine dem US-Innenministerium unterstellte Behörde. Wer da beschlagnahmt ist also letztendlich das Innenministerium: kein Zoo oder Aquarium dieser Welt kann so Tiere beschlagnahmen. Wir haben es hier also mit sehr, sehr schlechtem Journalismus zu tun, der diesen Namen eigentlich nicht mal verdient.

Wieder ein Geheimnis, das keines ist: “Die meisten Zoos bestehen darauf, dass neue Tiere in eine Quarantäne von 30 bis 60 Tagen gebracht werden, um Parasiten und Krankheiten zu vermeiden.” Dazu sind zum Beispiel die Zoos und Aquarien in Deutschland teils sogar verpflichtet und auch damit wird transparent umgegangen – es gibt hier kein dunkles Geheimnis.

Thema: Fütterung

Tigerzwillinge spielen im Zoo Duisburg ausgelassen mit Enrichment | Foto: zoos.media

Gefolgt wird dieses Nicht-Geheimnis von einer komplett falschen Behauptung: “Tiere werden oft mit Nahrung aus verarbeiteten Lebensmitteln gefüttert. Deshalb entwickeln bestimmte Tiere wie zum Beispiel Tiger oft Zahnprobleme und andere Schwierigkeiten, weil sie nicht in der Lage sind, ihre Nahrung selbst zu jagen.”

Tiger werden mit unverarbeitetem Fleisch gefüttert – im Gegensatz zu vielen Hauskatzen übrigens. Ob die Tiere das Fleisch selbst gejagt haben oder nicht, ist völlig unerheblich und es sorgt auch nicht für das Entstehen irgendwelcher Krankheiten – nicht bei Tigern und auch nicht bei anderen Raubtieren.

Anschließend gibt man wieder ein Nicht-Geheimnis zum Besten: “Viele größere Tiere benötigen Hunderte Kilo Nahrung pro Tag, ein großer Teil der Ausgaben eines jeden Zoos.” Dazu hat der WDR letztens sogar im Fernsehen einen Beitrag gebracht, in dem Zoos und Aquarien hier bereitwillig Auskunft gaben – wo soll da jetzt bitte das “dunkle Geheimnis” liegen?

Direkt auf dem Fuße folgt die völlig falsche Behauptung: “Die meisten Tiere in Zoos sind übergewichtig, da sie häufig gefüttert werden, ohne körperlich aktiv zu sein. Ihre Körperfett lässt sich nur schwer unter Kontrolle halten.” Weder sind die meisten Tiere übergewichtig, noch ist es schwer das Gewicht unter Kontrolle zu halten. Grob geschätzt wurde in jeder Zoo-Sendung, die jemals in Deutschland in der klassischen Serienform gelaufen ist und in der hinter die Kulissen geblickt wurde, genau das thematisiert: Die Tiere werden regelmäßig gewogen und danach richtet sich ein Diätplan aus, der sie auf Idealgewicht hält.

BBC-Studie, die keine ist

“Einer Information auf der Website freedomforanimals.org zufolge fand eine BBC-Untersuchung heraus, dass 35 % der Tiere in britischen SEA LIFE-Zentren starben.” Es gibt keine solche Studie, sonder die BBC will dies nur recherchiert haben – so behauptet zumindest diese Organisation, die einen Teil der Tierrehtsindustrie darstellt. Allerdings ist dies nur eine Behauptung der Tierrechtler, die das nicht belegen.

SeaLife ist eine Vergnügungspark-Kette von Merlin Entertainment. Diese Einrichtungen sind von modernen Zoos und Aquarien deutlich abzugrenzen, weil sie nicht EAZA-akkreditert sind und ebenso im VdZ keine Mitglieder sind. Es sind Einrichtungen, die vorgeben zoologische Einrichtungen zu sein, aber nicht zur zoologischen Gemeinschaft gehören.

Von der Kette abzugrenzen sind Einrichtungen, die sich einfach nur nach Seeleben benennen, aber mit dem Konzern Merlin nichts zu tun haben.

Artenschutz

Elefanten im Tierpark Hagenbeck (2010) | Foto: Leon petrosyan, Lizenz: CC BY-SA 3.0

“Oft ist es teurer Tiere in Zoos zu halten, als sie in ihren natürlichen Lebensräumen in der Wildnis zu schützen. Die Website safe.org weist darauf hin, dass es 50-mal teurer ist, einen Elefanten in Gefangenschaft zu halten, als seine wilden Artgenossen zu schützen.” – Nun, das tut sie schon vor dem Hintergrund nicht, weil sie nicht zu erreichen ist bzw. der Link nicht funktioniert. Zudem wäre schon so eine Rechnung sehr unseriös, weil mein Artenschutz-Ausgaben ex situ nicht auf ein Tier sinnvoll herunterrechnen kann.

Anschließend wird vom “Mythos der Artenerhaltung” geschrieben und man merkt erneut wie fachfremd dieser Artikel ist: “Viele Tiere werden nach ihrer Gefangenschaft nie wieder in die Freiheit entlassen. Fehlende Sozialisation und Fähigkeiten (wie Jagd und Raubtiere) bedeuten, dass die Tiere in der Wildnis nicht überleben können.” Tiere müssen nicht ausgewildert werden, um der Arterhaltung zu dienen, denn häufig gibt es gar nicht den Platz für diese Tiere, weil der Lebensraum der wilden Artgenossen schon so weit zerstört ist, dass der ihnen verbleibende Lebensraum nicht mehr Tiere aufnehmen kann. Somit führt diesen Vorwurf nur jemand, der von Artenschutz nicht die geringste Ahnung hat.

Nicht gezeigte Tiere

Weiterhin behauptet msn: “Viele Tiere werden in [sic!] hinter den Kulissen gehalten. Zu diesen Tieren gehören Jungtiere, kleinere Tiere wie Reptilien und Vögel sowie aquatische Tiere.” Eben haben Zoos angeblich noch Jungtiere produziert, um sie zu zeigen und dann zu töten und jetzt werden sie gar nicht mehr gezeigt? Offenbar fand auch kein Check statt, ob die Veröffentlichung überhaupt in sich logisch ist.

Natürlich gibt es hinter den Kulissen Tiere und auch damit gingen Zoo seit jeher transparent um. Spezielle Zuchteinrichtungen, in denen bestimmte Arten aktiv erhalten werden, sind nicht selten für Besucher nicht zugänglich, um den Zuchterfolg zu optimieren – trotzdem sind die nicht hermetisch abgeriegelt und ein dunkles Geheimnis, sondern es wird ganz offen darüber auch gegenüber den Medien gesprochen und sogar Einblicke ermöglicht.

Enrichment

Nach weiteren belanglosen Behauptungen offenbart sich schließlich etwas interessantes, wenn es um Enrichment geht. Da schreibt msn: “Um die Tiere zu animieren führen Zoos oft sogenannte “Anreicherungsprogramme” ein. Zoowärter entfernen [sic!] Spielzeuge aus den Gehegen und versorgen die Tiere mit einem neuen Hindernis oder Objekt, das sie erforschen können.”

In diesem Moment sieht man sehr klar, dass der Beitrag, der auch an dieser Stelle kein “dunkles Geheimnis” erzählt, mehr als holprig übersetzt ist. Wer sich eben schon gefragt hat, warum es plötzlich um das FWS ging und es weitere kleine Fehler gab, merkt nun, dass es sich hier offenbar um übernommene Inhalte aus dem englischsprachigen Raum handelt. Den gleichen Quatsch, und anders lässt sich diese Veröffentlichung nicht sinnvoll bezeichnen, schon auf englisch gebracht.

Wer steckt dahinter?

Urheber ist “Stars Insider” von Großbritannien, das allerdings in Lissabon sitzt beziehungsweise ist im Impressum das Restelo Business Center genannt. Inhaltlich verantwortliche werden nicht genannt. Eine Seite mit so einem undurchsichtigen Impressum  als Quelle zu nutzen, offensichtlich keine seriöse inhaltliche Prüfung vorzunehmen und es dann noch das Ganze zu veröffentlichen, kann man kaum als seriösen Journalismus bezeichnen.

MSN ist das Webportal von Microsoft und “msn nachrichten” ein Informationsdienst. Es ist also sehr unseriös zu bezeichnen, was hier veröffentlicht wurde, sowohl auf der inhaltlichen Ebene als auch auf Ebene der genutzten Quellen.