Schimpansenbaby im Loro Parque | Foto: zoos.media

Open Philanthropy Project – Großspender der Tierrechtsindustrie

Exklusiv für zoos.media – 21.11.2018. Autor: Philipp J. Kroiß

64.000.000$ Spenden an die Tierrechtsindustrie innerhalb weniger Jahre – wer steckt dahinter? Dieser Artikel klärt diese Frage und erklärt wie problematisch solche Systeme sind.

Open Philanthropy Project – Großspender der Tierrechtsindustrie

Viele Fragen sich, woher die Tierrechtsindustrie so viel Geld bekommt. Da lohnt es sich, durchaus einen Blick auf die Großspender zu werfen. Einer ist zum Beispiel das Open Philantrophy Project (OPP). Mit weniger als 2.300 Facebook-Likes wirkt das Projekt nicht wie ein Multi-Millionen-Unternehmen, doch deckte activistfacts.com auf, dass seit 2016 rund 64.000.000$ an Tierrechtsorganisationen gespendet wurden.

Verbindungen zur HSUS und anderen fragwürdigen Organisationen

Die Millionen flossen an verschiedene Akteure der Tierrechtsindustrie – unter anderem an die HSUS. Doch die Verbindungen waren noch enger: ein special assistent vom Ex-CEO der HSUS, Wayne Pacelle, ist etwa für das Wohlergehen der Tiere in der Landwirtschaft verantwortlich gemacht worden. “Animal welfare is not the true ideal for Bollard and his allies, but rather animal liberation. A key part of this is stopping the use of animals for food”, stellt activistsfacts.com fest.

Geld ging auch unter anderem an ClimateWorks – eine sehr undurchsichtige Organisation mit mehr als fragwürdiger Motivation. Ebenso unterstützte OPP MoveOn.org. Diese Seite macht sich selbst für den Aufstieg vom Demokraten Bernie Sanders verantwortlich, den die HSUS am liebsten als Präsidenten gesehen hätte und ihn so massiv bewarb, dass es nicht nur aufdringlich, sondern auch eher verdächtig wirkte.

OPP & The Guardian

The Guardian hat ein erstaunliches Konzept entwickelt: Der Eigentümer der Zeitung, der Scott Trust, gründete theguardian.org, um steuerbegünstigte Spenden zu erhalten, von denen einige für spezielle Projekte bei The Guardian verwendet werden. Ein von John Paton, ehemaliger CEO von Digital First Media, geleitetes Board regelt die gemeinnützige Organisation und muss über bestimmte Zuschüsse an den Guardian oder andere Empfänger abstimmen.

Hier mischt auch das OPP beständig mit und das merkt man den Artikeln der Zeitung auch sehr an. Als Philanthrop kann man auf verschiedene Arten beim Guardian Einfluss nehmen wie die Zeitung selbst hier erklärt. So könne man unterstützen, dass ein bestimmter Bereich der Zeitung ausgebaut wird. Als Beispiel nennt man sinniger Weise den Umwelt-Teil. Maßgeblich unterstützt wurde dieser Teil zum Beispiel von der European Climate Foundation, die in das Netzwerk von ClimateWorks eingebunden ist. Ebenso gibt die Energy Foundation Geld. Die hat wiederum 170.000.000$ direkt von ClimateWorks erhalten.

Wer steckt dahinter?

OPP wird weitgehend von Facebook-Mitbegründer Dustin Moskovitz und seiner Frau Cari Tuna, einer ehemaligen Reporterin des Wall Street Journal, finanziert. Das Projekt wurde ursprünglich als Teil von GiveWell durch eine Zusammenarbeit mit Good Ventures ins Leben gerufen, das ebenfalls von Moskovitz und Tuna mit dem Plan gegründet wurde, das meiste Geld oder das gesamte Geld auszugeben, bevor die Gründer sterben. Diese unterstützen massiv die Demokraten.

20 Millionen US-Dollar gingen an Clinton – die drittgrößte Spende, die sie in dieser Präsidentschaftskampagne überhaupt erhalten hat. Man sieht an den beiden sehr gut wie Multimillionäre es schaffen, Einfluss auf Politik und Medien nehmen. Das wird dann mehr oder weniger gut verschleiert, in dem das Geld durch etliche Stiftungen wandert.

Was ist das Problem?

Das Problem ist sehr einfach erklärt: Hier schaffen es Menschen mit Millionen sich in die Politik und Presse quasi einzukaufen, um eine bestimmte Agenda lancieren zu können. Eine Achse aus Politik, Presse und NGOs beeinflussen letztendlich die Wahlen und sind eine gefährliche Waffe gegen die Demokratie. Nun hat Clinton nicht gewonnen, aber ob das für die Philanthropen auch gilt, ist fraglich. Natürlich profitieren extreme Positionen von gesellschaftlicher Polarisierung. Man muss für bestimmte Politiker oder Parteien sein oder man ist automatisch dagegen, aber eine differenzierte Position der Mitte findet kaum noch statt.

Die Tierrechtler schaffen es immer genau in diese Extreme zu stoßen – allerdings gleichzeitig. So marschieren Nazis für Tierrechte genauso wie das linksextreme Aktivisten tun. Die Tierrechtsindustrie profitiert von einer Radikalisierung und Polarisierung der Gesellschaft egal in welche extreme Richtung. Das sieht man auch daran wie Politiker, nennen wir es vorsichtig, unterstützt werden:

Bezahlt die HSUS Politiker in den USA für deren Entscheidungen?

Während in der Öffentlichkeit also ein Hineindrängen in Extreme stattfindet – man konnte fast nicht Clinton kritisieren ohne gleich, ungeachtet dessen, ob man es tatsächlich war, als Trump-Unterstützer gebrandmarkt zu werden und andersherum – warten die Tierrechtler auf beiden Seiten. Das Gefährlichste für sie ist eine differenzierte Position der Mitte, die allerdings nicht mit Opportunismus verwechselt werden darf.

Das Problem bezüglich des OPP ist, dass es leider möglich ist, wenn man genug Geld hat, sich eine NGO und entsprechend dazu passende journalistische und politische Arbeit am Schluss kaufen kann. Das führt die Demokratie in eine Sackgasse, weil ja niemand mehr raus kommt. Wer dieses System nicht nutzt, hat keine Chance mehr, mit seinem Standpunkt durchzukommen. Deshalb muss man sich nicht der falschen Annahme hingeben, dass republikanisch orientierte Kreise das selbe nicht zumindest auch versucht haben. Aber soll irgendwann jemand Wahlen entscheiden können, nur, weil er dieses antidemokratische System besser eingesetzt und mit mehr Millionen versorgt hat als der andere?

Das Problem hier ist schlicht die mangelnde Transparenz – es braucht viel Zeit, diese Verknüpfungen zu recherchieren, wenn man sieht über wie viele Zwischenstationen das Geld läuft im Fall der hier beispielhaft aufgeführten OPP. Verbieten wird man das nicht können – was z. B. der Guardian, Clinton oder das OPP machen, ist ja auch völlig legal. Was man allerdings vom Gesetzgeber gewährleisten muss, ist eine Offenlegung der Geldströme bei NGOs, die über Gemeinnützigkeit eine staatliche Förderung genießen. Dann braucht es nicht Stunden, um solche Geldströme zu recherchieren und man kann Einordnungen entsprechend einfach und fundiert auf Basis von Fakten treffen.