Ein Trainer küsst Skyla im Orca Ocean (Loro Parque) - man sieht Liebe und Respekt zwischen Mensch und Tier | Foto: zoos.media

Orca-Zähne: Wenn peer review manchmal scheitert

Erschienen auf marineanimalwelfare.blogspot.de am 14.10.2017. | Von: John Dineley

Radikale Tierrechtsaktivisten haben eine Studie über die Zähne von Orcas in Menschenobhut herausgegeben – ohne diese aber jemals seriös untersucht zu haben.

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Kommentar: Würde dieses Paper nicht seine Rezipienten für dumm verkaufen und Wissenschaft zu einem Schmierentheater mit schlechten Schauspielern degradieren, könnte man fast darüber lachen. Um das Vorgehen dieser unseriösen Möchtegern-Wissenschaftler in eine Alltagssituation zu übersetzen, stelle man sich folgendes vor: Sie gehen zum Zahnarzt und ein Passant stellt eine Diagnose, indem er Meter entfernt von Ihnen sitzt und Fotos macht. Das ist quasi den Orcas in dieser Studie genau passiert.

Schwertwal-Skelett im Museum Naturalis in Leiden | Foto: Henk Caspers/Naturalis Biodiversity Center, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Kein Autor dieser Studie hat je die Zähne der aktuell in Menschenobhut lebenden Orcas auch nur ansatzweise ordentlich untersucht. Überhaupt nur eine Autorin hat etwas Erfahrung im Thema – die anderen sind radikale Aktivisten (unter ihnen Ingrid Visser, sowie Jeff Ventre und John Jett) aus der Tierrechtsindustrie, die bekanntermaßen bereits mehrfach Lügen, Fehlinformationen und/oder Desinformationen verbreitet haben, um seriöse Tierhalter in ein schlechtes Licht zu rücken. Diagnosen lassen sich nicht von Fotos aus Besucherperspektive zweifelsfrei stellen. Diese Studie ist wie das Drehbuch des schlechten Laienschauspiels, dass die radikalen Tierrechtsaktivisten schon seit Jahren zeigen.

Man muss so harte Worte finden, weil es eine grandiose Missachtung wissenschaftlicher Grundprinzipien darstellt und eine kaum auszumalende Hybris dokumentiert, die die gesamte wissenschaftliche Gemeinschaft bedroht. Wir haben schon mal über einen ähnlichen Fall berichtet, der allerdings auf genau den Missstand aufmerksam machen wollte, weil dieser Missstand die ganze wissenschaftliche Gemeinschaft in ihren Grundfesten, nämlich ihrer Glaubwürdigkeit, bedroht. Es widerstrebt allem, was ein Wissenschaftler während seiner Ausbildung lernt, sowie jeder Berufsethik, solche Möchtegern-Studien als Wissenschaft zu verkaufen, weil es jedem anderen seriös arbeitenden Wissenschaftler schadet. Der Tier-, Arten- und Naturschutz braucht seriöse und glaubwürdige Wissenschaftler und es kann nicht sein, dass Aktivisten auch diese mit in den Schmutz ziehen.

Seriöse Experten bestätigen immer und immer wieder, dass abgenutzte Zähne bei Orcas völlig normal ist und die Versorgung der Tiere in modernen Zoos sogar so gut ist, dass man die damit verbundenen Erkrankungen, die in der Wildbahn viele Leben kosten, verhindern kann. Im Loro Parque zum Beispiel findet Zahnpflege regelmäßig statt. Diese sieht man auch in folgendem Video:

Ergänzung: Zu dem Thema haben wird ein Video veröffentlicht.