Katze in einem Tierheim. | Foto: Lisafern (http://lisa-redfern.artistwebsites.com/), Lizenz: public domain (CC0 1.0)

PETA möchte ein Fake-Video veröffentlichen und sagen, dass es real ist

Erschienen auf mashable.com am 07.06.2017.

Ein neuer Skandal, um die Tierrechtsorganisation PETA: Mashable sollte ein Fake-Video verbreiten, um Aufmerksamkeit für Propaganda zu generieren.

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Hintergrund: Mashable wurde 2005 von Pete Cashmore gegründet und konzentriert sich auf den Bereich Social Media. Die Redaktion wurde jüngst von PETA angeschrieben, um ein Video zu verteilen, das ein Fake ist. Abgewickelt wurde das über die Firma Press Kitchen, die dadurch indirekt für PETA arbeitete. Nun hat sich Mashable entschieden, diese „fake campaign“ öffentlich zu machen.
Nachdem Mashable diese Story veröffentlich hat, veröffentliche PETA eine Statement, indem behauptet wird der Missbrauch sei ja nur eine „Parodie“ und man Mashable attackiert, sie hätten das Video „nicht gemocht“. Mashable aber sagt, es ginge gar nicht um Gefallen, sondern darum, dass sie nicht Partner einer „zwielichtigen, ethisch „ass-backwards“ Marketingkampagne“ sein.
Die Agentur, die das Video für PETA kreiert sagte ausdrücklich, dass die Medien verschleiern sollten, dass es sich um einen Fake handelt. Dieser Marketing-Gag bleibt PETA nun im Halse stecken, weil nicht nur Mashable findet, dass so etwas komplett gegen jede Form der Ethik, und inbesondere der Medienethik, verstößt: Rezipienten absichtlich hinters Licht zu führen, um für einen Marketing-Erfolg eines Unternehmens zu sorgen, sei „unethisch“ – zumindest für „Menschen mit normalen moralischen Werten“.

„Wir hätten gerne, dass Mashable dieses Video von einer mit CGI generierten Katze, die misshandelt wird, veröffentlicht, das von der Werbeagentur, die es für PETA kreierte, anonym auf YouTube gepostet worden sein wird. Ihr Beitrag wäre nur ein Hinweis darauf, dass es in Umlauf ist – machen sie keine Aussagen über die Authentizität.“ – Auszug aus dem Brief der PR-Firma an die Mashable-Redaktion

Erst später würde man das auflösen wollen:

„Nachdem das Video die Antwort bekam und die Nummer von Views, die wir uns vorstellen (idealerweise in die Millionen), müssten Sie dann der Welt enhüllen, dass die Katze NICHT verletzt wurde, sondern tatsächlich mit CGI kreiert wurden, indem Sie dieses Behind-the-Scenes-Video veröffentlichen. Es erklärt die Gründe für das Entstehen des Videos und bittet Menschen nicht in Zirkusse mit Löwen, Tigern oder anderen lebenden Tieren zu gehen.“ – Auszug aus dem Brief der PR-Firma an die Mashable-Redaktion

Dieses Vorgehen sei „falsch“ und „unverantwortlich“, so Mashable. Zudem würde es der Furcht zuträglich sein, dass fortgeschrittene CGI bald von der Realität nicht zu unterscheiden wäre. Für ein geschultes Auge sei der Computermanipulation zwar erkennbar, für Laien aber absolut überzeugend. „Unrealistische“ und „anstößige“ Vergleiche wären auch nicht „ungewöhnlich“ für PETA; „das Erstellen von gefälschten Videos, Verbreitung von Fehlinformationen und Erregung gefälschter Empörung sind die nächste Stufe.“

Zum Schluss des Artikels erklärt die Mashable-Redaktion: „Fehlinformation und Propaganda haben das Internet infiziert, mit verschiedenen Regierungen und Organisationen, die versuchen, Menschen durch die Ausbreitung von dem, was gemeinhin als „fake news“ bezeichnet wird, zu manipulieren. PETA’s Trick ist ein kühner Versuch, die Medien mit einem angefertigten Video in der Hoffnung, eine politische […] Nachricht zu verbreiten, zu hijacken. Der Zweck heiligt aber nicht die Mittel.“

Kommentar: Das neue an der Kampagne ist eher, dass PETA den Fake nachher auflöst, den man vorher zur Aufmerksamkeitssteigerung kreiert hat. Wir haben bereits mehrfach darüber berichtet, bei sich Videos als manipulierend oder manipuliert herausstellten, was aber von PETA nie aufgedeckt wurde, sondern erst nach seriöser Prüfung ans Tageslicht kam.
Es ist wohl die Masche dieser radikalen Tierrechtsorganisation mit Fake News Geld zu verdienen. Zoos.media rät ausdrücklich davon ab, Videos dieser Organisation ohne einer seriöse Prüfung der Vorwürfe Glauben zu schenken.