Ein Teil der Außenanlagen für Elefanten im Zoo Wuppertal | Foto: zoos.media

Zoo Wuppertal schlägt seine Elefanten für Fotos natürlich nicht!

Exklusiv für zoos.media – 06.11.2018. Autor: Philipp J. Kroiß

Mal wieder versucht PETA einem Zoo schlechte Elefantenhaltung anzuhängen. Diesmal trifft es den Grünen Zoo Wuppertal. Wir haben uns die Haltung mal angeschaut.

Zoo Wuppertal schlägt seine Elefanten für Fotos natürlich nicht!

Nachdem PETA in Hannover krachend mit dem Verbreiten von Fehlinformationen über die Elefantenhaltung gescheitert ist, hat man sich nun offenbar das nächste Opfer für eine Schmierenkampagne ausgesucht: der Grüne Zoo Wuppertal. Erneut hat man ein Video veröffentlicht. Das zeigt aber keinen einzigen Schlag.

Lächerliches Video

Elefanten im Wuppertaler Zoo | Foto: zoos.media

Die PETA-Aktivistin Würz behauptet, die Tiere würden für kommerzielle Zwecke missbraucht. Das ist schlicht falsch. In Wuppertal wird kein Elefant missbraucht. Als Einstimmung hat man ein Spiel zwischen Tuffi und einem Pfleger gezeigt, bei dem man allerdings die Farbsättigung verringert hat und das ganze mit trauriger Musik unterlegt. Fälschlicherweise behauptet die Aktivistin, die selbst nie mit Elefanten gearbeitet, geschweige denn eine leitende Position in einer tiergerechten Haltung der Tiere eingenommen hat und auch sonst keinerlei Expertise in diesen Fragen je nachweisen konnte, man würde die Tiere wie im Zirkus vorführen.

Es gibt in Wuppertal nicht mal eine Elefanten-Show. Die Besucher können die Tiere beobachten und auch die Interaktion zwischen ihnen und den Pfleger. Zum Behavioral Enrichment werden dazu Elefanten natürlich auch trainiert. Das geschieht einmal dazu, dass sie Husbandry Behaviors zeigen, aber auch, dass sie psychisch und physisch in gesundem Maß gefördert und gefordert werden. Dazu gehört unter anderem der Kontakt mit fremden Menschen, weil die Tiere, etwa in einem Notfall, auch auf fremde Tierärzte und Pfleger nicht abweisend reagieren dürfen und entsprechend gewöhnt sein müssen. Ebenso führen sie natürlich Verhaltensweisen, wie den Hinterbeinstand, den die Tiere auch in der Natur zeigen, auf Kommando aus – dadurch werden sie auch körperlich fit.

Dabei kommt es zu kurzen, vorübergehenden Separationen der Tiere, weil die jüngeren Tiere manche Verhaltensweisen nicht kennen und erst erlernen müssen. PETA behauptet, dass deshalb Tuffi von seiner Mutter getrennt wurde und dramatisiert dies völlig sinnbefreit. Da PETA Elefanten ja gerne vermenschlicht, kann man das auch wie folgt ausdrücken: Kinder begleiten ihre Eltern ja auch nicht überall hin, sondern manchmal bleiben sie im Kindergarten, wenn die Eltern zur Arbeit gehen.

Natürlich pflegt PETA auch den Populismus gegen die Haltung von Elefanten – besonders beim freien Kontakt. Dabei werden Trainingsszenen gezeigt, die man, völlig aus dem Zusammenhang gerissen, realitätsfremd dramatisiert. Tatsächlich haben wir es hier mit sanften Verhaltenskorrekturen zu tun, die mit einer Führung eines Hundes an der Leine vergleichbar sind. Sowohl der Elefantenhaken, als auch eine Leine werden im Training als so genannter guides eingesetzt. Für die Tiere sind beide nicht schädlich oder gefährlich und ihr Einsatz basiert auch nicht auf Zwang und Unterwerfung.

Wir haben eine Wellnessbehandlung der Elefanten in Wuppertal beobachtet und auch den Einsatz des Hakens. Anders als offenbar PETA, versuchen wir aber nicht mit aus dem Zusammenhang gerissenen Szene Kasse zu machen, sondern unser Video ermöglich einen ausgiebigen Eindruck wie so etwas abläuft:

Dass PETA Bilder sehr gerne beschleunigt, um diese Führhilfen wie Schläge aussehen zu lassen, ist nach dem Fall um den Erlebnis-Zoo Hannover hinreichend bekannt. Auch in diesem Video sieht es wieder stark so aus, als wäre das geschehen. Die Enden der Haken sind stumpf. Ihr Einsatz zur Führung ist nichts anderes als das, was Elefanten mit ihren Stoßzähnen in normale Interaktion innerhalb einer sozialen Gruppe machen würden – nur eben nicht mit so viel Kraft wie sie ein Elefant aufbringen kann.

Zu denken, ein vergleichsweise schwacher Mensche könnte mir einem kleinen, stumpfen Stock, ein tonnenschweres Tier zu irgendetwas zwingen, ist mehr als lächerlich. Es gibt unseriöse Elefantentrainer, die nutzen aber scharfe, spitze und schier waffengleiche Führwerkzeuge, sowie andere üble Methoden wie etwa Elektroschocks. Solche Trainer dürfen in akkreditierten Zoos, wie der Wuppertaler einer ist, weder arbeiten, noch ist es den Zoos erlaubt so etwas zu tun. Regelmäßig werden die Elefantenhaltungen entsprechend überprüft und der Wuppertaler Zoo hat jede dieser Überprüfungen mit Bravor bestanden, weil er eine Politik verfolgt, die so einen Missbrauch gar nicht erst zulässt.

Jedes Verhalten, das ein Elefant in Wuppertal in solchen Enrichment-Sessions zeigt, geschieht auf freiwilliger Basis, was man in unserem Video auch hervorragend sieht. Die Tiere könnten einfach weggehen – das tun sie aber nicht, weil das Verhältnis zu den Pflegern und Trainern so positiv und gut ist. Durch desinformativ zusammengeschnittene und vermutlich auch teils manipulierte Video-Sequenzen versucht man nun, gegen eine ausgezeichnete Elefantenhaltung zu hetzen.

PETA: Keine seriöse Quelle

Diesem Hund wurde von PETA die Chance auf ein neues Zuhause genommen. Zehntausenden Haustieren ging es ähnlich. | Foto von http://whypetakills.com (Nathan J. Winograd)

Die Tierrechtsorganisation PETA will jede Form der Tierhaltung beenden – vom Elefanten bis zur Hauskatze. Dass manipuliertes und manipulierendes Bildmaterial veröffentlicht wird, ist ja inzwischen auch bereits in einem ähnliches Fall nachgewiesen worden. Allein PETA Deutschland e.V. lässt sich solche Schmierenkampagnen jährlich Millionen kosten – im letzten Jahr gab die Tierrechtsorganisation über vier Millionen Euro allein über vier Millionen Euro aus. Rund 95% der Ausgaben der radikalen Tierrechtsorganisation sind darauf ausgelegt, den eigenen Betrieb zu finanzieren und gut dastehen zu lassen. PETA sagt ja selbst: “Wir machen gar keinen Tierschutz.” Ebenso setzt sich die Organisation nicht für ein “Recht auf Leben” für Tiere ein – das schreibt zumindest eine Gründerin, die aktuell auch erste Vorsitzende des Vereins in Deutschland ist. Dass dem so ist glaub man gerne, wenn man die fürchterlichen Tötungszahlen der Tierrechtsorganisation in den USA sieht.

„You either love animals or you love PETA, but you can’t love both because the two are mutually exclusive.” – Nathan J. Winograd
[Übersetzung: Du liebst entweder PETA oder du liebst Tiere, beides geht nicht, denn es schließt sich aus.”]

Der Wuppertaler Zoo ist ein Zentrum von Artenschutz, Edukation und Forschung. Seit Generationen inspiriert er Menschen nicht Teil des Problems, sondern der Lösung zu sein, wenn es um den Schutz der Natur und ihrer Bewohner geht. Moderne und akkreditierte Zoos und Aquarien haben bereits viel erreicht und ganze Arten vor dem Aussterben retten. PETA will solche Projekte in Zukunft unmöglich machen, da die Organisation Tierhaltung komplett abschaffen will.

Auch gerade in Bezug auf Zoos ist PETA keine seriöse Quelle. Das haben wir bereits mehrfach nachgewiesen:

So lügt PETA über Zoos

PETAs “Zoo-Hintergrundwissen” hat mit Wissen nichts zu tun

Das PETA-Audioportal: Lügen über Zoos, Aquarien & Delfinarien