Die edukative Orca Show im Loro Parque begeistert pro Tag mehrere tausend Menschen. | Foto: zoos.media

Enttäuschendes Jahr für Thomas Cook

Exklusiv für zoos.media – 28.11.2018. Autor: Philipp J. Kroiß

Thomas Cook erfuhr nun am eigenen Leib, dass es sich nicht auszahlt, falsche Entscheidungen zu Gunsten von Tierrechtlern sowie Walfängern, aber zu Ungunsten moderner und akkreditierter Zoos und Aquarien zu fällen.

Enttäuschendes Jahr für Thomas Cook

Natürlich hat Thomas Cook viele andere Probleme als falsche Entscheidungen in Bezug auf Tierschutz und Tierhaltung, aber offensichtlich hängt ein schlechtes Jahresergebnis damit gar nicht so wenig zusammen. Ursprünglich rechnete man mit einem Gewinn von 360 Millionen Euro in diesem Jahr. Mitte des Jahres kam dann die Nachricht, dass man den Loro Parque und SeaWorld nicht mehr im Programm halten wollte.

Tierrechtler hatten das Blaue vom Himmel versprochen

Wie üblich verspricht die Tierrechtsindustrie den Reiseveranstaltern große Gewinne durch eine Entscheidung gegen Zoos und Aquarien, die sich aber im Fall von Beendigungen des Angebots von akkreditierten, tiergerechten und nachweislich guten Einrichtungen noch nie bewahrheitet haben. Die Not muss also entsprechend groß gewesen sein bei Thomas Cook als man nach diesem Strohhalm griff.

Der Loro Parque gehört nun mal aber, und das auch ganz besonders in der Zuschauergunst, zu den besten Zoos der Welt, was die Ergebnisse bei TripAdvisor zweifelsfrei zeigen. Man blies nun diese Entscheidung gegen den Zoo auch tüchtig auf, um möglichst viel positive Presse zu erhaschen, doch offenbar funktionierte das nicht. Schon im September, rund zwei Monate später also, musste man eine ‘profit warning’ herausgeben, denn die Gewinnerwartung hatte sich um rund 15% reduziert.

Chef ist enttäuscht und wenig optimistisch

Nun, im November gab es die nächste Revision der Gewinnerwartung auf 282 Millionen €. Der Chef von Thomas Cook, Peter Fankhauser, erklärt, dass er enttäuscht sei. Er erklärte auch, dass der starke Wettbewerb beim Verkauf von Pauschalreisen aus dem Vereinigten Königreich nach Spanien ihre Gewinnmargen reduziert habe. Gerade auf diesem Markt hat man sich ja auch Wettbewerbsvorteile selbst verspielt.

Die Aussichten für die nächste Saison sind auch nicht sehr positiv, da die Reserven der Touring-Sparte um 3% gesunken sind. Nun seien Lektionen zu lernen, erklärte Frankhauser, der mit verantwortlich dafür war, dass den beliebten, modernen und akkreditierten zoologischen Einrichtungen aufgrund von Fehlinformationen der Tierrechtsindustrie in den Rücken gefallen wurde. Sicherlich war dies nicht der einzige Grund, warum es zu so einem enttäuschenden Ergebnis kam, aber einer, der diese Entwicklung besonders begünstigt hat.

Gegenkampagne demaskierte eine üble Taktik

Loro Parque und SeaWorld sprechen sich als Mitglieder der Weltzooorganisation WAZA bereits seit Jahren gegen den Walfang in Taiji aus. Karten für solche Einrichtungen anzubieten, passt natürlich nicht, wenn man in China genau in dieses Geschäft mit Delfinen so fleißig investiert. Dass man dann dafür, dass man die zoologischen Einrichtungen aus dem Programm warf auch noch von der Tierrechtsindustrie in Europa beklatscht werden würde, weil die so schrecklich ahnungslos in Bezug auf die vermutlich wahren Gründe waren, griff man sich noch als Bonus ab, von dem man sich offenbar mehr erhoffte.

Zoos.media hat diese Doppelzüngigkeit bereit recht schnell nach der Veröffentlichung der Entscheidung kommuniziert:

Thomas Cook, Loro Parque, SeaWorld und der Walfang in Taiji

Diese Nachrichten erfuhren danach deutlich breitere Verbreitung auch über andere Kanäle. Man las diese Nachricht dann mehr und mehr, sogar in den Tierrechtskreisen, die vorher noch Thomas Cook beklatscht hatten, dass hinter der Entscheidung wohl doch gewisse taktische Gründe standen und die großen Worte bezüglich Tierschutz dann doch heiße Luft zu sein schien. Ob man Zoos und Aquarien nun mag oder nicht, muss man doch anerkennen, dass es die WAZA war, die den härtesten Schlag gegen die Delfinjäger von Taiji ausführte, indem man die akkreditierten japanischen Zoos und Aquarien überredete, diese Wildfänge eben nicht nachzufragen, sondern stattdessen auf die Zucht der Tiere zu setzen.

Aquarien in Japan: Delfine lieber züchten als fangen