Chihuahua Maya - von PETA den Besitzern entwendet und getötet | Foto von http://whypetakills.com (Nathan J. Winograd)

“Tiere suchen ein Zuhause” berichtet für PETA?

Exklusiv für zoos.media – 04.02.2017. Autor: Philipp J. Kroiß

Auffällig parteiisch war die Berichterstattung des WDR-Formats “Tiere suchen ein Zuhause” zum Thema der Tiertötungen von PETA. Warum das wenig überrascht, erfahrt ihr in diesem Artikel.

“Tiere suchen ein Zuhause” berichtet für PETA?

Auffallend positiv war ein Bericht von dem WDR-Format “Tiere suchen ein Zuhause” über die Tötungspraxis von der radikalen Tierrechtsorganisation PETA in den USA im Jahre 2014. Der war sogar so positiv, dass er Teil der Gegenkampagne von PETA gegen die Enthüllungen auf Basis der zuständigen US-Behörde war. Das verwundert wenig, was wir dank eines Hinweises aus unsere Community, von Jürgen Friedrich, in Erfahrung bringen konnten.

Unabhängige Journalisten?

Dass die Moderatorin Simone Sombecki von PETA sogar ein Portrait auf deren Webseite bekam, ist jeden ja jedem bekannt.


Interessanter ist aber, im Zusammenhang mit dem Bericht die Frage, wie unabhängig denn der ausführende Journalist des Berichtes war. Laut der Einblendung um die 8. Minute des Berichtes ist das Manfred Karremann. Er studierte Sozialpädagogik in Stuttgart und war schon früh in der Tierschutz/Tierrechtsszene. Das beeinflusste auch seine Arbeit. Er gründete neben seiner journalistischen Tätigkeit auch die Organisation animalNetwork.

2013 verkündete PETA eine “Recherche-Kooperation der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. mit dem preisgekrönten Dokumentarfilmer Manfred Karremann”. Die ging danach auch noch weiter und so finden sich Bilder von ihm auch noch in PETAs Tierrechtsreport 2015. Eine Kooperation zwischen ihm und PETA ist somit nicht von der Hand zu weisen. Und die lässt sich dann auch prompt dann gut nachweisen, wie er einen erschreckend fragwürdigen Bericht für “Tiere suchen ein Zuhause” oder besser PETA anfertigte.

Die Realität in den USA

Dieser Hund starb durch die Hand von PETA – wie viele andere, obwohl sie auch gesund und adoptierfähig waren. | Foto von http://whypetakills.com (Nathan J. Winograd)

PETA hat in seinem US-Tierheim zehntausende Tiere getötet, von denen ein großer Teil auch gesund und vermittelbar war. Seit die Zahlen veröffentlicht werden müssen, sind es über 36.000 Tiere, aber auch schon davor wurden Tiere getötet – sogar auch “gerettete” Tiere. Seit Jahren versucht sich PETA durch Kampagnen gegen diese Fakten, die ja auch von Behörden bestätigt wurden, zur Wehr zu setzen. Wie bei PETA-Kampagnen üblich, mit gehörigem Populismus.

So wird behauptet: “„No-Kill“-Tierheime lassen keine Tiere euthanasieren”, was dreist gelogen ist. Das Konzept der No-Kill-Tierheime, ein Gegenentwurf zu den Kill-Tierheimen wie PETA eines betreibt, schließt Euthanasie in keinster Weise aus. Tiere werden euthanasiert, wenn es eine entsprechende, unabhängig bestätigte, medizinische Indikation dafür gibt. Das ist ja gerade der Unterschied und deswegen heißt die Bewegung ja auch “No Kill” und nicht “No Euthanisia”. Kill-Tierheime töten auch ohne medizinische Indikation, was legal in den USA ist. In Deutschland wäre es hingegen illegal, ein solches Tierheim zu betreiben.

Würde PETA tatsächlich nur auf Basis medizinischer Indikation einschläfern, dann wären sie ein “No Kill”-Tierheim. Genau das tun sie aber gerade nicht. Ein PETA-Gründungsmitglied selbst gab zu, dass Tiere aus angeblichem Geldmangel eingeschläfert würden. PETA-Gründerin Ingrid Newkirk selbst spricht von der Tötung der Tiere als “Geschenk” und unterstellt den Tieren einen “Ausgang aus einer gleichgültigen Welt” zu wollen. Sie selbst erklärte, dass “PETA glaubt, dass Euthanasie das freundlichste Geschenk an einen Hund oder eine Katze ist, der oder die unerwünscht und ungeliebt ist.” Eine krasse Aussage, wenn man bedenkt, dass sie auch gesagt hat: “Eine Ratte ist ein Schwein ist ein Hund ist ein Junge. Sie sind alle Tiere.”

Diesem Hund wurde von PETA die Chance auf ein neues Zuhause genommen. Zehntausenden Haustieren ging es ähnlich. | Foto von http://whypetakills.com (Nathan J. Winograd)

PETAs Auffassung “Euthanasie” ist also völlig und grundsätzlich falsch. Man weiß, dass PETA auch Tiere einschläfern, bei denen keine medizinische Indikation vorliegt – und es wird noch nicht mal geleugnet, sondern durch Aussagen der Oberen auch bestätigt. Man darf nicht den Fehler machen dem Argument auf dem Leim zu gehen, dass PETA Deutschland getrennt betrachtet werden kann, denn das ist faktisch nicht so. Ingrid Newkirk ist erste Vorsitzende von PETA Deutschland e.V. – das ist sie Person, die nicht nur die Zitate oben geprägt hat, sondern auch erklärt hat: „Wir setzen uns nicht für ein „Recht auf Leben“ für Tiere ein“. Ein interessanter Satz für eine Tierrechtsorganisation, die den Tieren aber offenbar nicht mal ein Grundrecht geben wollen.

Die Todeszahlen, genauso wie das Untersuchungsergebnis, das über 80% der Tiere bereits 24 nach ihrer Ankunft im Tierheim tot waren, sind nicht die Märchen eines Lobby-Vereins, sondern basieren auf den Daten des Virginia Department of Agriculture and Consumer Services (VDACS) – der zuständigen US-Behörde.

Gerade von dem WDR-Format “Tiere suchen ein Zuhause” erwartet man eigentlich keine Hofberichterstattung von einem Kooperationspartner von PETA, sondern, wenn man sich schon dazu äußert, unabhängige Berichterstattung mit Berücksichtigung lokaler Experten wie etwa Nathan Winograd oder Dr. Daniel Kovich. Stattdessen diese Tötungspraxis auch noch reinzuwaschen und den Populismus von PETA als Wahrheit zu verkaufen, ist mehr als fragwürdig.