Waldbrand auf der Insel Zakynthos, Griechenland, am 25. Juli 2007 | Foto: Carl Osbourn, Lizenz: CC BY 2.0

Twitter-Gewitter über Waldbrände und Klimawandel

Exklusiv für zoos.media – 06.06.2019. Autor: Philipp J. Kroiß

Meterologe Jörg Kachelmann klärt über die Desinformationen von Klimawandel-Alarmisten zum Thema Waldbrände auf und findet klare Worte. Dieser Artikel klärt die Hintergründe.

Twitter-Gewitter über Waldbrände und Klimawandel

Ein Tweet vom Ingenieur Volker Quaschning, der sich im Bereich der “#FridaysForFuture“-Bewegung engagiert, rief eine glasklare Reaktion vom Meterologen Jörg Kachelmann hervor:


Was ist der Hintergrund?

Es gibt einen Narrartiv in den Medien, der aus dem Bereich der Klima-Alarmisten stammt und beinhaltet, dass Hitze und/oder Trockenheit, die durch den Klimawandel erzeugt wird, automatisch Waldbrände erzeugen würde. Das wird mal mehr und mal weniger direkt behauptet. Das Ziel des Narratives ist klar: Angst machen. Feuer ist für viele Menschen etwas, das mit Angst verbunden ist – auch zu Recht – und das nutzt man dann, um eine Angstpolitik zu betreiben. Kachelmann hat etwas dagegen:


Im Prinzip ist das ja auch logisch, denn der überwiegende Großteil der Waldbrände ist durch Brandstiftung oder leichtsinniges Verhalten entstanden. Das mit den Glasscherben ist in diesem Zusammenhang ein gern genutzter Narrativ, aber dann müssten eben auch alle Brillenträger in der Sonne wiederum Angst haben. Das hat – ebenfalls zu Recht – niemand. Statt nun mit Argumenten zu antworten, versuchte Quaschning wiederum Kachelmann zu diffamieren, der reagierte prompt:


Schließlich versuchen es die Klima-Alarmisten es dann doch nicht mal mit Wissenschaft, aber scheiterten an den tatsächlichen Fakten:


Kachelmann bezeichnete schließlich die Professoren als “potsdämlich” – ein deutlicher, satirischer Hinweis auf das alarmistische Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Dort ist Stefan Rahmsdorf, dessen Tweet zitiert wird, Co-Chair des Forschungsbereichs Erdsystemanalyse und Quaschning vertritt ebenfalls ähnliche Thesen wie das Institut. Zu ersterem erklärte der Journalismusforscher Markus Lehmkuhl vom Forschungszentrum Jülich in Bezugnahme auf einen gerichtlichen Vorgang, er “habe den Eindruck als würde sich Rahmstorf als wissenschaftlicher Experte tarnen, aber eigentlich politischer Agitator sein“. Doch zurück zum Thema Waldbrände:


Kachelmann stellt auch klar, warum er den Alarmismus nicht unterstützt:


Er erklärt letztendlich, was in der Klimadiskussion klar sein muss: Leugnung und Alarmismus sind zwei Seiten der selben extremistischen Medaille des Irrtums. Es gibt einen Klimawandel, aber die Apokalypse steht eben auch nicht kurz bevor. Alarmisten weisen sehr gerne auf einen 97%-igen Konsens zum Klimawandel hin – das ist leicht desinformativ. Am häufigsten wird für diese Behauptung die Cook-Studie aus dem Jahre 2013 herangezogen. Wie wenig diese Studie tatsächlich sagt, merkt man, wenn man sich fragt, was die Position der übrigen 3% ist. Die ist nämlich, dass der Mensch keinen Anteil am Klimawandel hat – also wirklich zu 0%. In den 97% sind dann alle anderen versammelt – also die, die dem Menschen einen Anteil am Klimawandel von quasi 1%-100% zugestehen. Das ist dann doch schon ein sehr breites Spektrum.

Zur Studie selbst: Cook hatte damals 11.944 Peer-Review-Studien zur globalen Erwärmung, die zwischen 1991 und 2011 veröffentlicht wurden, analysiert. 66% davon (7.930) nahmen gar keine Position ein, 32,6% (3.896) befürworteten den Konsens, während überhaupt in nur einem Prozent die These des menschengemachten Klimawandels abgelehnt hat oder in denen eine gewisse Unsicherheit in diesem Bereich erwähnt wurde. Cook emailte aber auch den Autoren – 8.574 an der Zahl. Sie sollten ihre Studien selbst bewerten. Es meldeten sich 1.189 Autoren, die 2.142 Studien bewerteten. Von diesen Studien haben 35,5% (761) keine Stellungnahme zur Ursache der globalen Erwärmung, 62,7% (1.342) befürworten den Konsens und 1,8% (39) lehnten diesen ab. Cook kürzt die neutralen aus der Gleichung und schlussfolgert bei der Betrachtung einzig derer, die Stellung beziehen, eine rund 97%ige Zustimmung (1.342 von 1.381).

Diese Studie, aber auch Kachelmanns Argumentation, zeigen, dass man also nicht automatisch Klimawandel-Leugner sein muss oder gegen die Mehrheit der Wissenschaftler argumentiert, wenn man den Thesen von Alarmisten nicht folgt. In der Frage der Waldbrände ist es sogar überlebenswichtig, dass hier richtig aufgeklärt wird, um sie verhindern zu können.

Waldbrand-Prävention – auch dank Edukation in Zoos

Junger Waldkautz im Huy | Foto: Alexander Flume, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Man geht davon aus, dass rund 95% der Waldbrände durch den Menschen verursacht werden – darauf wies zum Beispiel vor Jahren der WWF hin. Moderne Zoos und Aquarien auf der ganzen Welt, wie auch viele andere Verbände und Institutionen, weisen darauf hin wie man Waldbrände vermeiden kann. Solche Brände kosten nämlich nicht nur Menschen, sondern auch vielen Tieren das Leben. Besonders endemische Populationen, die nur ein geringes Verbreitungsgebiet haben, kann so eine Katastrophe auch mal an den Rand der Vernichtung bringen oder darüber hinaus, was auch ein Grund ist, warum die Haltung und Zucht ex situ von so großer Bedeutung ist. Deshalb ist es ein gefährlicher Trugschluss, dass Waldbrände einfach so entstehen würden, nur weil das Klima sich wandelt. In Wahrheit sind der häufigste Auslöser nämlich Menschen.

Das heißt, der Mensch kann auch etwas dafür tun, dass es weniger Waldbrände gibt. Wenn sich einfach alle an einfache Regeln halten würden, könnten die allermeisten Waldbrände verhindert werden. Die einfachste und zugleich wichtigste Regel ist: Kein Feuer im Wald, also kein Lagerfeuer, nicht Grillen, nicht Rauchen, nicht Zündeln oder sonst etwas, das ein Feuer ist oder auslösen kann. Wer so etwas machen will, kann das an sicheren Orten machen – nicht im Wald. Ebenfalls wichtig: Wenn man ein Feuer entdeckt zu allererst die Feuerwehr (112) oder die Polizei (110) wählen, damit die Experten so schnell wie möglich handeln können.

Waldbrände entstehen also nicht einfach so, sondern wesentlich durch den Menschen. Das sollte man also nicht auf den Klimawandel schieben, sondern jeder muss hier selbst Verantwortung übernehmen. Wärme und Trockenheit schaffen zwar begünstigende Umstände, aber es braucht eben immer noch einen “Idioten”, wie Kachelmann es nennt, der sie auslöst. Übrigens: Dass Glasscherben keine Brände auslösen, bedeutet immer noch nicht, dass man sie im Wald herumliegen lassen kann. Generell ist der Wald kein Ort für Müll, weil der dem Ökosystem auf andere Arten und Weisen schadet. Sich im Wald respektvoll und nicht umweltschädlich zu verhalten ist kein Hexenwerk, sondern kinderleicht.

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