Eingang des Zoos von Los Angeles | Foto: Photographed and uploaded by en:User:Geographer, Lizenz: CC BY 1.0

Was steckt hinter Kampagne um Billy, den Elefanten?

Exklusiv für zoos.media – 18.06.2017. Autor: Philipp J. Kroiß

Zoogegner wollen, dass der Elefant Billy den Zoo in Los Angeles verlässt, obwohl es ihm dort gut geht – was steckt hinter der populistisch geführten Kampagne?

Was steckt hinter Kampagne um Billy, den Elefanten?

Der Elefant Billy soll aus einem Zoo in ein Sanctuary, wenn es nach Zoogegnern geht. Aber was soll das? Dem Tier geht es im Zoo von Los Angeles sehr gut. Die Hintergründe diese Anti-Zoo-Kampagne haben mit dem Wohl des Elefantens erschreckend wenig zu tun wie eine Analyse des Blogs WADTT nahelegt.

Zoo soll AZA-Akkreditierung verlieren

Tierrechtler sind gegen Zootierhaltung und sie suchen Stellen, an denen sie Hebel ansetzen können. Also versuchen sie mit einer populistischen Kampagne die Stadt zu überzeugen, den Zoo zu zwingen, Billy in ein Sanctuary zu bringen. Warum? Dann verliert der Zoo seine AZA-Akkreditierung und bietet ein viel leichteres Ziel für weitere Attacken, um schließlich den ganzen Zoo an den Rand der Vernichtung zu bringen und sogar darüber hinaus.

Für AZA-Zoos gibt es nämlich eine wichtige Vorgabe: sie müssen sicherstellen, dass ausgewiesene Experten das letzte Wort über die Tiere haben. Wenn sich also eine Stadt einmischt und solche Entscheidungen fällt, verliert der jeweilige Zoo automatisch die Akkreditierung, denn dann würden ja Laien außerhalb der AZA über das Schicksal eines Tieres entscheiden. Ähnlich war des dem Toronto Zoo ergangen, der seine Akkreditierung allerdings auch später wieder erlangte.

Billy ist ein „perfekter“ Kandidat für eine populistische Kampagne

Das Wohlergehen des Elefanten ist quasi das Bauernopfer der Kampagne. Sein Weggang soll nur Türen öffnen, um den ganzen Zoo für vogelfrei erklären zu können. Dafür ist Billy aber auch ein „guter“ Kandidat. Warum? Anders als die anderen beiden Elefantinnen in der Haltung, kam er mit einem „Makel“ in den Zoo, der ihn im Alter von vier Jahren bereits mit dieser Verhaltensweise bekam: er bewegt manchmal den Kopf auf und ab. Das ist über die Jahre schon weniger geworden, aber wirklich eliminieren kann man es nicht, weil er es bereits schon in den frühen Lebensjahren, in denen er noch nicht im Zoo war, entwickelt hat.

Dieses Verhalten, was er nur hin und wieder zeigt, verkaufen die Zoogegner als Verhaltensstörung und uninformierte Personen glauben es. Damit gehen sie unbewusst Populismus auf dem Leim. Der Zoo von Los Angeles hat sich mit diesem Verhalten sehr intensiv beschäftigt und erkannt, dass es sich nicht um eine Äußerung von Stress handelt, sondern um ein Verhalten, dass er zeigt, wenn er etwas erwartet (Futter, Interaktionen oder ähnliches). Das aber wissen wenige Leute und so lässt sich für die Tierrechtler recht einfach eine populistische Kampagne stricken.

Deshalb geht es nur um Billy und nicht um die ehemaligen Zirkuselefanten Tina und Jewel, die in der gleichen Anlage leben und genauso umsorgt werden wie er. Zudem kommt noch ein weiterer Fakt hinzu, denn seine Gene sind für die Erhaltungszucht alles andere als unwichtig. Tierrechtler haben eine Chance dem Zuchtprogramm für Asiatische Elefanten zu schaden und so letztendlich auch dem umfassenden Artenschutz. Der nämlich benötigt eine Population in Menschenobhut, um umfassend über diese Tiere zu forschen.

Ein Sanctuary wäre nicht gut für ihn

Es gibt keinen Ort außerhalb der AZA-akkreditierten Zoos, der die Pflegequalität für Billy bieten könnten, die notwendig ist. In einem Sanctuary würde er als Bulle isoliert von den anderen Elefanten leben müssen, um Zucht komplett ausschließen zu können. Das ist für einen Elefantenbullen, besonders in diesem Alter, völlig unnatürlich.

Aktivisten wollen, dass Billy in die Fänge der Performing Animal Welfare Society (PAWS) gerät. Deren Haltung ist hochgradig umstritten, da nicht mal husbandry behaviours mit den Tieren trainieren – eine Haltung, die mit moderner Elefantenhaltung nichts zu tun hat.
Als es 2015 ein großes Feuer gab, das die Einrichtung bedrohte, gab es deshalb keine Möglichkeit, die Tiere zu evakuieren. Man sperrte die Tiere um und das Feuer verfehlte sie glücklicherweise, aber sorgte für Aufregung, Stress und Rauchinhalation bei den Tieren. Ebenfalls gab es Bericht darüber, dass sie gesunde Tiere aufnehmen, die dann nach ein paar Jahren eingeschäfert werden – wegen angeblicher chronischer Beschwerden. Zudem gibt es wohl ein Tuberkulose-Problem in der Haltung.
Dieses Sanctuary wurde von der GFAS akkreditiert, deren ausführende Direktorin, eine Ex-PETA Mitarbeiterin, den unsterblichen Satz prägte, dass „die meisten von uns“ im „Tierschutz-Geschäft“ wären, „weil wir Geld lieben“.

Mit den allgemeinen Problem der Haltung in solchen Sanctuaries, wie etwa dem Zuchtstopp und seinen Folgen, sowie auch den speziellen Problemen von PAWS, das von Aktivisten vorgesehen wurden, wird nachvollziehbar, dass es ihm im L.A. Zoo deutlich besser geht als in jeden Sanctuary, denn hier kümmern sich erfahrene Experten um ihn, die er schon lange kennt und er lebt mit zwei Kühen auf eine sehr großen Anlage, die nach modernsten Maßstäben gestaltet wurde.