Schimpansenbaby im Loro Parque | Foto: zoos.media

VdZ-Wahlprüfsteine mit klarem Ergebnis

Exklusiv für zoos.media – 08.09.2017. Autor: Philipp J. Kroiß

„CDU und FDP am zoofreundlichsten“, fasst der VdZ die Ergebnisse seiner Wahlprüfsteine zusammen. Überraschend ist die Haltung der SPD zur Delfinhaltung.

VdZ-Wahlprüfsteine mit überraschendem Ergebnis

Es ist eine sehr sinnvolle Tradition des VdZ vor Wahlen die Parteien zu fragen, wie Sie zu Zootierhaltung stehen. Dazu gibt es dann einen Katalog von 19 Fragen. Diesmal stellte sich heraus, dass „CDU und FDP am zoofreundlichsten“ wären. Die AfD hingegen ist auf Basis der Kurzanalyse am zoounfreundlichsten und auch die Linke steht nicht wirklich hinter Zoos.

Die sehr wichtige Frage

Goriallanachwuchs im Zoo Duisburg. | Foto: zoos media, Lizenz: Erlaubnis des Fotografen

Besonders wichtig ist die Frage: „Sollten aus Sicht Ihrer Partei bestimmte Tierarten in einem Zoologischen Garten nicht mehr gezeigt werden? Wenn ja, welche und warum nicht?“
Es ist wichtig, dass der VdZ diese Frage stellt, denn hier sieht man, wer sich wirklich zu den wissenschaftlich geführten Zoos bekennt. Haltungsverbote für einzelne Arten auf Basis von Tierrechtspopulismus öffnen dem vollständigen Verbot der Anlagen nämlich Tür und Tor. Alle Arten, die in VdZ-Zoos gehalten werden, können in modernen Zoos artgemäß gehalten werden. Wer also Haltungen in diesen Einrichtungen verbieten will, stellt sich gegen wissenschaftlich seriöse Tierhaltung und fällt dem Populismus von Tierrechtlern zum Opfer.

Am Deutlichsten äußert sich die FDP: „Nein, wir Freie Demokraten lehnen derartige Haltungsverbote ab.
Die CDU erklärt länger, aber kommt schließlich zum Schluss: „Wir sehen keinen Anlass für Verbote, wenn moderne Anlagen die aufwendigen Haltungsbedingungen erfüllen.
Von den anderen Parteien fehlen solche klare Stellungnahmen.

Delfien springen bei der edukativen Vorstellung im Zoo Duisburg vor vollen Rängen. | Foto: zoos.media

Die SPD erklärt übrigens auch zur Überraschung einiger Parteimitglieder, die sich für den Erhalt wissenschaftlich geführter Delfinarien stark machen: „Wir wollen keine Delfinhaltung in Zoos.“ Kurios ist vor diesem Hintergrund, dass sich viele Mitglieder mit Zuständigkeit der entsprechenden Zoos in Deutschland in der Vergangenheit anders geäußert haben. Man fährt fort: „Bei anderen umstrittenen Menschenaffen sind wir auf die wissenschaftliche und die praktische Expertise angewiesen.“ Hiermit gibt man nun die Bankrotterklärung der Position ab: es geht im jeden Fall immer nur um wissenschaftliche und praktische Expertise, die schon längst für sämtliche Arten bestätigten, dass die artgemäße Haltung möglich ist – die Wissenschaft konnte etwa nachweisen, dass Delfine in modernen Zoos gesünder, weniger gestresst und langlebiger sind als ihre wilden Artgenossen. Zudem stoßen sie beim Training Glückshormone aus.
Dass die Linken und die Grünen auf den Populismus der Tierrechtler hereinfallen, ist bereits hinlänglich bekannt und erörtert worden. Die AfD ist komplett gegen Zoos, weshalb sie auch u.a. von Delfinariengegnern und Tierrechtlern beworben werden.

Man findet es oft, dass Parteien, die weit rechts oder weit links stehen gegen Zoos Stellung beziehen, um Spektren als Wählerschaft zu gewinnen. Zoogegnerschaft geht sogar bis in die sehr weit rechts und links stehenden Neonazi- und Antifa- Sympathisanten. Es ist bekannt, dass die Tierrechtsbewegung einen braunen und links-autonomen Rand hat.
Deshalb ist die Zustimmung zu Zoos eine typische Position der Parteien der Mitte oder solche mit gemäßigtem Ausschlag nach links oder rechts – also Parteien, die eben keine radikalen oder extremistischen Positionen vertreten,.

Schwarz-Gelb steht hinter Zoos

Die Delfinlagune des Tiergarten Nürnberg: gut besucht bei einer der edukativen Vorstellungen | Foto: Jed, Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE

Besonders die CDU tut sich in der Ampelwertung des VdZ als zoofreundlich hervor – dicht gefolgt von der FDP. Freilich gibt es in der Wahl viele andere wichtige Themen, aber umfassender Tier-, Arten- und Naturschutz ist sicher einer davon. SPD, Grüne, Linke und AfD wollen sich, laut ihrer eigenen Antworten, den modernen Zoos mit ihrem umfassenden Anspruch entgegenstellen und sie an ihrer Arbeit teilweise bis ganz hindern.
Ob die SPD ihre schier unglaubliche Wende wieder rückgängig macht oder ein falsches Signal rückgängig macht, werden wir beobachten.

Da es, aktuellen Hochrechnungen zu Folge, keine Partei schafft, allein zu regieren, wären Koalitionen mit einer starken CDU mehrheitlich zoofreundlich. Sicherlich am zoofreundlichsten wäre eine Koalition aus CDU und FDP – das haben die Wahlprüfsteine des VdZ ganz deutlich gezeigt.