Delfinkalb Debbie im Zoo Duisburg putzmunter | Foto: zoos.media

Gibt es Länder, in denen Tiere Rechte haben?

Auf Druck von Tierrechtlern verabschiedete Neuseeland 1999 ein Gesetz, dass allen „nicht humanen Hominiden“, also Menschenaffen, in gewisser Weise Rechte einräumt.

Schimpansen, Gorillas, Orang-Utans und Bonobos dürfen demnach nicht mehr für Tierversuche herangezogen werden, es sei denn, diese sollen den Affen selbst zugutekommen. Natürlicherweise leben in Neuseeland jedoch gar keine Affen, ja überhaupt keine einheimischen Landsäugetiere, es gibt nicht einen einzigen Gorilla auf der Insel und insgesamt leben nur rund 30 Schimpansen und sechs Orang-Utans in Zoos. Medizinische Forschung an Menschenaffen hat es in Neuseeland ohnehin nie gegeben. Tierrechtler feierten das Gesetz dennoch als historischen Erfolg, weil damit erstmals ein Gesetz die „Artengrenze durchbrochen“ habe.

Allerdings sind auch in der EU seit 2010 Versuche an Menschenaffen nur in streng definierten Ausnahmen erlaubt, viele Länder verzichten ganz darauf. Im Jahr 2007 stimmte das Parlament der autonomen spanischen Region der Balearen einem Antrag zu, der Menschenaffen das Recht auf Leben und Freiheit sowie den Schutz vor Misshandlung garantieren soll. Die Regierung der Inselgruppe verpflichtete sich damit, sich international für den Schutz von Menschenaffen einzusetzen. Eine entsprechende Gesetzesinitiative wurde dem nationalen spanischen Parlament vorgelegt, beschlossen wurde die Vorlage jedoch bis heute nicht. In Spanien leben nur wenige hundert Menschenaffen, zumeist Schimpansen.