Wilde Theorie: Sind Zoobesucher willensschwach?

Exklusiv für zoos.media – 29.06.2026. Von: Philipp J. Kroiß Markus Wild von der Universität Basel unterstellt Zoobesuchern Willensschwäche. Man kann sich aber auch Fragen, ob die vorgeblichen Analyse des Besucherverhaltens nicht eher eine gewisse Methodenschwäche offenbart.

Capra ibex: Alpensteinbock

Alle Steinböcke, die man heute in den Alpen sieht, stammen von Tieren ab, die aus Zoologischen Gärten in die Natur gebracht wurden. Ohne diese Auswilderungen durch Zoos wäre die Art ausgestorben. Sie war in Europa fast ausgerottet bis auf eine kleine Population in Grajischen Alpen. Zum Glück gab es noch Tiere in Menschenobhut. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die ersten Tiere ausgewildert.

Bedotia madagascariensis: Madagaskar-Ährenfisch

80 % der madagassischen Fisch-Arten gelten laut Weltnaturschutzunion (IUCN) als gefährdet. Wenn man also einen Fisch aus Madagaskar sieht, ist die Chance hoch, dass er auch bedroht ist. Tatsächlich sah man die Madagaskar-Ährenfische relativ häufig – aber falsch. Warum? In der Aquaristik wurden sie oft als Rotschwanz-Ährenfisch (Bedotia geayi) bezeichnet. Ein Fleck am Kinn aber hat „verraten“, dass sie nicht zu der angedachten Art gehörten.

Anatolichthys fontinalis: Burdur-See-Kärpfling

Diese Art kennt aktuell [Stand: 2026] noch nicht mal die Rote Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN). Sie wurde erst im 20. Jahrhundert überhaupt wissenschaftlich beschrieben. Wie bedroht sie ist, weiß man gar nicht, aber zum Glück hat der Tiergarten Schönbrunn in Wien von der Typuslokalität, einer Quelle in der Nähe des Yarisli-Sees, Tiere erhalten, sodass er sie züchten kann.

Bundesamt für Naturschutz (BfN) über Rückführung von Vietnamesischen Krokodilschwanzechsen

Erschienen auf dem Facebook-Account vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) am 13.11.2025. 12 Nachzuchten von Vietnamesischen Krokodilschwanzechsen aus dem Kölner Zoo konnten zur Auswilderung nach Vietnam gebracht werden. Das ist ein Beispiel für die Bedeutung von Zoos im Sinne des One Plan Approach der Weltnaturschutzunion (IUCN). Dies betont auch das Bundesamt für Naturschutz (BfN).