Bengaltiger-Dame Belle in Melodys Kinderparadies | Foto: zoos.media

Melody’s Circusland: Zahlreicher Zuspruch nach Hass-Kampagne

Exklusiv für zoos.media – 05.10.2026. Von: Philipp J. Kroiß

Die Tiger-Haltung von Melody’s Circusland sollte in Misskredit gebracht werden. Tatsächlich gab es eine Welle der Unterstützung und des Interesses für die Tiger, die aktuell in Niederkassel zu sehen sind.

Bengaltiger Caesar in Melodys Kinderparadies | Foto: zoos.media

Melodys Circusland: Zahlreicher Zuspruch nach Hass-Kampagne

Das fragwürdige Unternehmen Veto Tierschutz brach in der letzten Woche eine Kampagne gegen Melody’s Circusland vom Zaun, die sogar in eine Morddrohung gegen die Betreiber-Familie Kübler-Voss mündete. In der Kampagne sprach man von Tierquälerei ohne diese wirklich hinreichend nachweisen zu können. Das hetzt natürlich aber trotzdem Menschen auf. Zum Glück allerdings nur wenige.

„Es war für uns kein Abbruch“, erklärte Robano Kübler. Es wäre so voll gewesen, dass die Kasse schon um 15 Uhr, statt sonst um 17 Uhr, geschlossen werden musste, „weil die Leute sich wirklich informieren wollten“. All diese Menschen, die am Wochenende sich selbst überzeugten, werden wohl gemerkt haben, dass Veto Tierschutz kein realitätsgetreues Bild der Haltung vermittelt.

Offensichtlich laikale Argumente

Tiger während der edukativen Show in Melodys Kinderparadies | Foto: zoos.media

Was war passiert? Unter falschem Namen war ein Shooting mit einem Tiger gebucht worden. Dabei fertigte man, anscheinend ohne Erlaubnis der Fotografin und der Tierhalter, Video-Aufnahmen an. Diese werden mit allerlei falschen Narrativen belegt. So wird behauptet: „Eine Stunde lang muss er ohne Pause für das perfekte Bild herhalten, kontrolliert über eine kurze Leine.“ Man unterstellt dem Tier „eindeutige Abwehr- und Alarmsignale“ zu zeigen und weiteres. Das kann allerdings – trotz anderslautender Behauptung – weder das Material belegen, noch bestätigen das Augenzeugen, die vor Ort waren.

Auch von dem Unternehmen Veto unabhängiges Material des gleichen Shootings, das Melodys Circusland selbst veröffentlichte, belegt die Behauptungen der Kampagne nicht. Wer weiß wie Tiger untereinander spielen und sich verhalten, dem ist auch bewusst, dass eine Führung an der Leine durch einen Experten wie Robano Kübler für solche Tiere absolut tiergerecht ist. Wie laikal Veto formuliert, merkt man an der Behauptung, der Tiger wäre „stranguliert“ worden. Laut Bedeutung des Wortes gemäß DUDEN hätte das Tier dann tot sein müssen. Das ist es natürlich nicht. Daran merkt man wie abstrus die Anschuldigungen sind.

Einige Medien sind aber wohl trotz der Unzulänglichkeiten auf die Hass-Kampagne gegen Melody’s Circusland reingefallen. Richtig peinlich wird es zum Beispiel wohl, wenn sich Veto – angeblich wissenschaftlich – bei der Deutung des Verhaltens des Tigers auf Chorney et al. (2022) bezieht. Die Arbeit beschäftigt sich mit Löwen. Sie ist allerdings ohnehin auch nicht ganz unproblematisch. Aufgrund der methodischen Limitationen der Sekundärdatenanalyse über Social Media ist sie statistisch und methodisch sowieso leicht angreifbar. Also nicht mal für die Spezies, mit der sich die Arbeit tatsächlich beschäftigt, ist sie in solchen Kontexten wirklich sinnvoll zu gebrauchen.

Veto Tierschutz: Bemerkenswerter Umgang mit Spenden

Euroscheine | Foto: Berthgmn, Lizenz: CC BY-SA 4.0

Viel interessanter für die Medien wären wohl eher die Finanzberichte von Veto Tierschutz gewesen. Schaut man etwa auf den von 2025 kann man das ein oder andere erblicken. Fast ein Drittel der Spendeneinnahmen verbleibt in der eigenen Struktur und wird nicht direkt als Sach- oder Geldspende weitergegeben. Für eine Organisation, die primär als Mittler beziehungsweise Plattform zu agieren scheint, ließe sich schon kritisch hinterfragen, warum über 3,6 Millionen € für Personal und den laufenden Betrieb benötigt werden.

Die gGmbH hat im Jahr 2025 knapp 287.000 € Einnahmen nicht direkt als Spenden weitergeleitet oder verausgabt, sondern als Überschuss einbehalten. Zusammen mit den Vorjahren hat sich das passive Eigenkapital auf über 602.000€ aufgetürmt. Spender könnten durchaus erwarten, dass zugesagte Gelder zeitnah eingesetzt werden und nicht zur Eigenkapitalbildung oder Rücklagenbildung einer gGmbH dienen.

Ohnehin liegen über 2,7 Millionen € wohl als reine Liquidität auf Bankkonten. Dies könnte man als Beleg dafür sehen, dass eingehende Spendengelder nicht unverzüglich an die Tierschutzvereine oder Gnadenhöfe weitergeleitet werden, sondern über längere Zeiträume auf den Konten der gGmbH verbleiben. Dabei fällt auf: Trotz eines Multi-Millionen-Guthabens weisen die Zinserträge exakt 0 € aus, was Fragen bezüglich einer zinsbringenden Zwischenanlage aufwirft.

Bei den Verbindlichkeiten für satzungsgemäße Leistungen, worauf fast 2,1 Millionen € verfallen, handelt es sich um Verpflichtungen gegenüber Begünstigten beziehungsweise Projekten, die bilanziell zwar bereits zugesagt, aber noch nicht abgeflossen sind. Dass so viel Geld auf diesen Posten verwendet wird, untermauert das Bild, dass Spenden gesammelt, aber mit zeitlicher Verzögerung ausgezahlt beziehungsweise abgewickelt werden.

Viel drängendere Fragen zu Veto

Euroscheine und -münzen | Foto: Christoph Scholz, Lizenz: CC BY-SA 2.0

Von 10 gespendeten Euros kommen effektiv nur rund 6,50€ bei den begünstigten Projekten beziehungsweise Spendenempfängern an. Das bedeutet von 100 gespendeten Euros fließen rund 32 Euro in die eigene Struktur und Verwaltung. Der Posten „Sonstige Kosten inkl. Personalkosten“ von über 3.620.000€ fasst wohl Gehälter, Marketing, IT und Verwaltung zusammen, ohne die genaue Aufteilung, wie viel davon reine Eigenwerbung beziehungsweise Fundraising ist, im Finanzbericht 2025 offenzulegen. Als sonderlich transparent kann man das wohl schwer bezeichnen.

Allerdings muss man auch konstatieren: Die Organisation hortet über 2.700.000€ auf der Bank und baut ihr passives Eigenkapital kontinuierlich aus, insgesamt betrug es 602.636 € im Jahr 2025, anstatt die Gelder unverzüglich vollumfänglich auszuschütten. Das sieht man auch immer wieder bei Organisationen – zum Beispiel hier – aus dem Kreis und Umfeld der Tierrechtsindustrie: Nach außen hin, wird das Bild einer großen Krise vermittelt und daher auch ein dringender Bedarf an Spenden. Gleichzeitig werden solche Spenden dann aber auf der Bank mehr und mehr angehäuft, statt den angeblich dringenden Bedarf zu decken.

Es ist schon bemerkenswert, wie Medien offenbar sehr unkritisch mit ihren Quellen umzugehen scheinen, denn sehr offensichtlich wird im Rahmen der Kampagne zu solchen Spenden aufgerufen. Dass es vielen Redaktionen dann nicht den recht überschaubaren Zeitaufwand wert ist, dem Strom des Geldes mal zu folgen und zu reflektieren, wie sinnvoll es dann ist, Hass-Kampagnen solcher Organisationen aufzugreifen, ist immer er wieder bemerkenswert.

Wohl der Tiger in Melody’s Circusland zahlreich belegt

Tiere im Reisebetrieb gehören zu den am meisten auf ihr Wohl kontrollierten Tieren in Deutschland. Entsprechend ist das Wohlergehen von allen Tigern in der Obhut der Familie Kübler-Voss zahlreich belegt. Zudem können sich die Menschen auch selbst vom Wohl der Tiere vor Ort überzeugen. Ebenso ist Melody’s Circusland, das einige auch noch als Melodys Kinderparadies kennen, sehr transparent.

So wird deutlich, dass jeder, der sich wirklich mit offenem Visier selbst vor Ort überzeugt, sehen kann, dass es den Tigern, sowie auch allen anderen Tieren, hervorragend geht. Die Haltung der Tiger wird nicht versteckt, denn sie kann sich fürwahr sehen lassen. Das haben auch zahlreiche Menschen am vergangenen, für Melody’s Circusland sehr erfolgreichem Wochenende sehen können.

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