Glattschweinswal im Miyajima Aquarium in Japan | Foto: ori2uru, Lizenz: CC BY 2.0

Wolfgang-Kiessling-Preis 2026 geht an Dr. Ding Wang

Exklusiv für zoos.media – 01.10.2026. Von: Philipp J. Kroiß

Der in den USA verliehene, international beachtete Wolfgang-Kiessling-Preis für Artenschutz ging in diesem Jahr an einen Walschützer, der Großartiges leistete.

Wolfgang-Kiessling-Preis 2026 geht an Dr. Ding Wang


Bei einem Festakt im National Press Club in Washington, D.C. in den USA wurde Dr. Ding Wang vom Institut für Hydrobiologie der Chinesischen Akademie der Wissenschaften mit dem Wolfgang-Kiessling-Preis für Artenschutz 2026 ausgezeichnet. Das ist eine der höchsten Ehren im internationalen Artenschutz, die Menschen erlangen können. Warum wurde er ausgezeichnet? Das bringt die Präsidentin der Tierschutz-Organisation American Humane Society, Dr. Robin Ganzert, prägnant auf den Punkt: „Der Jangtse hat unter unserer Aufsicht eine Walart verloren. Dr. Ding Wang hat dafür gesorgt, dass er keine zweite verliert.“

Den Baiji hat man nicht mehr retten können. Allerdings gelang Dr. Wang das gleiche Schicksal für den Östlichen Glattschweinswal zu verhindern. Für diese außergewöhnliche Leistung bekam er den Preis, der nach dem bekannten Artenschützer Wolfgang Kiessling benannt ist. Er gründete den Loro Parque und dieser kanarische Zoo konnte, gemeinsam mit seiner Stiftung bereits 18 Arten vor dem Aussterben bewahren. Mehr über Dr. Wangs Arbeit erfährt man auch im Podcast von Dr. Robin Ganzert.

Über 40 Jahre für Wale

Um über 40% konnte die Population des Östlichen Glattschweiswals ansteigen auf über 1.400 Wale im letzten Jahr. Allerdings ist das lange nicht der einzige Erfolg des Ausnahme-Walschützers. Dr. Wang etablierte zudem ein Zuchtprogramm, das heute 13 Schweinswal-Spezies umfasst, und baute Chinas erstes multidisziplinäres Team für den Schutz von Delfinen und anderen Walen auf. Heute tragen seine Strategien dazu bei, gefährdete Flussdelfine in Kambodscha und Bangladesch zu schützen.

„Dr. Wangs langjähriges Engagement für den Jangtse-Flussdelfin ist ein Beispiel dafür, was durch Beharrlichkeit im Naturschutz erreicht werden kann. Für mich geht es bei dieser Auszeichnung um die Preisträger und darum, sicherzustellen, dass ihre Arbeit sichtbar, anerkannt und unterstützt wird.“

Wolfgang Kiessling, Artenschützer & Namensgeber des Preises


Die Auszeichnung bringt auch eine Förderung von 80.000$ mit sich. „Wolfgang Kiessling hat diesen Preis geschaffen, um Menschen zu ehren, die sich nicht damit abfinden, dass eine Art nicht mehr zu retten sei. Niemand verkörpert diese Überzeugung besser als Dr. Wang, und niemand hat den diesjährigen Preis mehr verdient“, erklärte Dr. Robin Ganzert. „Den Vorsitz des Komitees für den Internationalen Wolfgang-Kiessling-Preis haben Christoph Kiessling, Cybell Kiessling, Dr. Javier Almunia, Robin Ganzert, Brad Andrews, Dr. Martin Böye, Dr. Jon Paul Rodríguez und Rafael Zamora inne“, erklärt der Loro Parque in der Pressemitteilung zum Thema.

Im Einsatz für die Artenrettung

Mit Dr. Wang reiht sich ein weiterer Held im Artenschutz in die Liste der Preisträger des renommierten und beachteten Artenschutz-Preises ein.

Der Preis sorgt für Sichtbarkeit und auch weitere, wichtige Unterstützung für die Arbeit der Preisträger. Es ist eine weitere Form, wie sich Wolfgang Kiessling auch ganz persönlich für den internationalen Artenschutz stark macht. Auch die von ihm gegründete Gruppe, die den Namen des kanarischen Zoos Loro Parque trägt, aber auch zum Beispiel das Großaquarium Poema del Mar beinhaltet, arbeitet jeden Tag dafür, dass es der Natur und ihren Bewohnern besser geht.

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