Exklusiv für zoos.media – 05.10.2026. Von: Philipp J. Kroiß
Über 20 Belugas könnten wohl noch leben, wenn es die Tierrechtsindustrie und ihren Einfluss in Kanada nicht geben hätte – ein Blick auf die desaströse Bilanz von Pseudo-Tierschutz.

Hat die Tierrechtsindustrie den Tod der geretteten Belugas aus Kanada verursacht?
Schon seit vielen Jahren berichtet zoos.media über das desaströse Ende der Haltung von Walen in Kanada. Gegen das deutliche Statement von zahlreichen Wissenschaftlern wurde im nordamerikanischen Land eine Gesetzgebung gegen Wal-Haltung und somit umfassendem Natur- & Artenschutz verabschiedet. Vorausgegangen war jahrelange Lobbyarbeit mit Lügen- & Hass-Kampagnen von NGOs aus dem Kreis und Umfeld der Tierrechtsindustrie.
Die Industrie hatte erfolgreich den kanadischen Politikern ein Sanctuary-Luftschloss verkaufen können. Der Plan der Politik war es wohl, die Tiere dort unterzubringen. Ein solches Sanctuary, das die Belugas aus dem kanadischen Marineland hätte aufnehmen können, existiert aber nicht. Generell ist die Geschichte solcher Sanctuaries eine Historie des Scheiterns. So saßen zahlreiche Belugas letztendlich in der Falle, die aufgrund einer durch die Lobbyarbeit der Tierrechtsindustrie fehlgeleiteten Politik entstehen konnte.
Taktik des Hinauszögerns

Aufgrund der Versprechungen bezüglich Sanctuaries wurde die Verbringung der letzten kanadischen Belugas in Menschenobhut immer wieder hinausgezögert. Man wollte die Tiere nicht außer Landes lassen, um sie dann in besagte Netzkäfig-Haltung zu bringen, die seit vielen Jahren nicht wirklich über grobe Planungen und große Versprechungen hinauskam. Einzig ein Zelt brachte man in all den Jahren mit all den Millionen zustande. Das war natürlich zu wenig, um Tiere aufzunehmen.
Währenddessen wurde die Zeit für die Tiere knapp. Das Marineland stand kurz davor, die Belugas sogar töten zu müssen. Um das zu verhindern, entstand eine internationale Koalition von zoologischen Wal-Haltern, die bereit waren, die Tiere aufzunehmen. Nach und nach kamen Tiere zum Beispiel nach SeaWorld, ins Shedd Aquarium und auch ins Oceanogràfic València. Das war quasi Rettung in letzter Sekunde.
Das hätte so nicht sein müssen. Es wäre schon früher möglich gewesen, die Tiere aus Kanada dorthin zu bringen. Das war nur immer wieder blockiert worden. Vorschläge, wie etwa auch der Transport ins Chimelong Ocean Kingdom, wurden immer wieder abgelehnt. Die fadenscheinigen Begründungen sollten wohl dafür sorgen, dass die Netzkäfige der Tierrechtsindustrie mit den Tieren gefüllt würden, sobald sie gebaut wären. Darum blieben die Tiere zu lange in Kanada.
Krokodilstränen über Beluga-Verluste

Die meisten Belugas haben diese Rettung in letzter Sekunde hervorragend überstanden. Das war nicht selbstverständlich: Die Veterinäre der aufnehmenden Einrichtungen stellten fest, dass etliche der transferierten Belugas bereits vor dem Transport in kritischem Zustand waren. Das lag weniger am Marineland selbst, als vielmehr daran, dass die Politik in Kanada die Institution letztendlich in die Pleite trieb und Neubauten – ebenso wie Transporte der Tiere – konsequent blockiert wurden. Daher war die Haltung in keinem zukunftsfähigen Zustand. Der Transport war alternativlos.
Vier Tiere haben diese Rettung in letzter Sekunde langfristig nicht überlebt. Die Situation, die zu ihrem Tod führte, wurde durch eben genau diese jahrelange Hängepartie verursacht. Seit der Verabschiedung des eben erwähnten Gesetzes im Jahr 2019 gerieten zeitnahe Lösungen für die Tiere ins Stocken. Gesetzliche Hürden, langwierige Genehmigungsverfahren für grenzüberschreitende Transporte und politische Auflagen zögerten die notwendigen Transporte der Tiere jahrelang hinaus.
Tierrechtsgruppen kämpften regelmäßig gerichtlich und medial gegen Ausfuhrgenehmigungen für Marineland-Wale. Sie wollten die Tiere bekanntlich lieber in den euphemistisch als Sanctuaries bezeichneten Netzkäfigen der Tierrechtsindustrie sehen. Netzkäfige mit solchen Kapazitäten existiert aber auch aktuell nicht. Dieselben Gruppen, die an solchen Blockaden beteiligt waren, versuchen nun den Tod der Belugas wiederum gegen die an der Rettung der Tiere beteiligten Zoos und Aquarien zu benutzten. Dabei starben die Belugas an den Folgen der Situation, die die Gruppen selbst verursacht haben.
Über 20 Belugas könnten noch leben

Aber nicht nur die wenigen Belugas, die im Zuge der Rettung verstarben, könnten noch leben, sondern auch Tiere, die zuvor schon im Marineland sterben mussten. Ein Großteil der über 20 Tiere, die im Marineland zwischen 2019 und 2025 verstarben, wären erst gar nicht in die Umstände geraten, die zu ihrem Tod führten, wenn es die Tierrechtsindustrie und ihren Einfluss nicht gegeben hätte. Auch die vier nun verstorbenen Tiere hätten wohl überlebt, wenn sie früher transportiert worden wären.
Ohne den Einfluss der Tierrechtsindustrie in Kanada, wäre es nie zu diesem Gesetz gekommen und auch nicht zu dieser jahrelangen Hängepartie. Diese Tode gehen auf die Rechnung der Gruppen, die sich aktuell dafür feiern, die Haltung von Walen in Kanada zu beenden und dramatisch Tode scheinbar beweinen, die sie letztendlich selbst verursacht haben. Letzteres würden sie wohl nie zugeben.
Der Tod dieser Belugas hätte verhindert werden können – ob nun durch früheren Transport oder durch Verbesserungen vor Ort, die durch die fehlgeleitete Gesetzgebung verhindert wurden. Stattdessen wurden Leben sinnlos ausgelöscht. Über 20 Belugas könnten noch leben. Jetzt sind sie tot. Das ist die Folge der Lobbyarbeit der millionenschweren Tierrechtsindustrie. Die verkauft Hass- und Lügen-Kampagnen nach wie vor als Tierschutz. Dass sie das aber nicht sind, davon legen nicht nur diese über 20 Belugas ein mahnendes Zeugnis ab.
Tierrechtsindustrie tötet Wale

Den berühmten Orca Keiko hatte die Industrie verenden lassen, weil man lieber das Märchen von seiner „Freiheit“ verkaufen wollte, wenn man den Fall mal pointiert zusammenfassen möchte. Wer mehr über den Fall erfahren will, findet hier einen genauen Blick auf die Umstände des Todes von Keiko damals.
Ebenfalls mit einem Freiheitsmärchen sorgte die Tierrechtsindustrie für Tod von 10 Orcas, die man aus dem „Whale Jail“ „befreite“. Tatsächlich schickte man sie in den Tod. Mit dem Märchen sich angeblich so gut und so viel besser um Orcas kümmern zu können, verkaufte man zwei „Rettungen“ von jungen Orcas in Neuseeland und deren „Haltung“ in Swimming-Pools als große Errungenschaft und Grund für Spenden. Wenig überraschend überlebten die Tiere nicht.
Vor gar nicht allzu langer Zeit starb die Orca-Dame Lolita in einer von Aktivisten geführten Haltung. In der Haltung echter Experten hatte sie zuvor etliche Jahrzehnte überlebt. Auch länger als seine wilden Artgenossen überlebte der Orca Kshamenk. Politische Fehlentscheidungen und Fehlinformationskampagnen der Tierrechtsindustrie blockierten eine Verbesserung seiner Situation. Auch er starb schließlich.
Diese Beispiele zeigen, wie schädlich und auch tödlich der Einfluss der Tierrechtsindustrie für Wale ist. Das Scheitern des Sanctuary-Konzepts ist auch wissenschaftlich schon verdeutlicht worden: Bruck (2024) sowie Almunia & Canchal (2025) verfassten wichtige Arbeiten, die nicht nur das Scheitern belegten, sondern auch erklärten, warum die Konzepte nicht tragfähig sein können. Aktuell scheitert ein solches Konzept auch in Island. Wie viele Tiere müssen noch sterben?
Sorgen um Orcas in Frankreich

Die nächsten Opfer könnten die Orcas Wikie und Keijo werden. Auch sie befinden sich in einer Hängepartie. Auch in Frankreich ist diese auslöst durch Politik und entsprechenden Einfluss der Tierrechtsindustrie. Die Tiere könnten längst ein besseres Leben im Loro Parque haben. Auch das wird allerdings bisher verhindert. Das passiert genauso wie auch in Kanada. Es sind die selben Akteure und die selben Mittel.
Werden auch sie schließlich den Tod der zwei Schwertwale verursachen? Von Seiten der Zoos und Aquarien wird man alles tun, um das Leben von Wikie und Keijo doch noch zu retten. Jeder Tag aber wird das Überleben der Tiere unwahrscheinlicher. Trotzdem ist es alternativlos, sie zu transportieren, sobald das möglich ist, um die immer kleinere Chance auf Überleben doch noch nutzen zu können. Das könnte ihnen ein besseres Leben endlich ermöglichen.
Die Politik in der sogenannten westlichen Welt muss im Angesicht der aktuellen Situation realisieren, dass die Luftschlösser und Kampagnen der Tierrechtsindustrie nicht die Lösung sind, sondern das Problem für Wale auf der ganzen Welt.
