Exklusiv für zoos.media – 12.09.2026. Kommentar von Philipp J. Kroiß
Die Entgleisungen gegen den Elefantenhof Platschow sowie die Streamer Jordan & Semih sprechen eine klare Sprache: Es geht um Hass und Ignoranz. Das schadet dem Tierschutz.

Hetz-Kampagne gegen Elefantenhof: Statements demaskieren Ignoranz
Nach einer klaren Äußerung als die Kampagne begann, legte Sonni Frankello, dessen Familie seit fast einem Jahrhundert mit Elefanten lebt, mit einer noch genaueren Erklärung nach. Accounts aus dem Kreis und Umfeld der Tierrechtsindustrie versuchen das mit eigenem Content voller Lügen, Fehlinformationen und Desinformationen zu ersticken. Vermutlich will man so einschüchtern.
Die Streamer Jordan & Semih haben in einem Statement, in dem auch wesentliche Narrative der Hetz-Kampagne widerlegt wurden, auf ein sehr entscheidendes Detail hingewiesen: „Wir sind begeistert von der Bewegung, die sich für Tierschutz einsetzt, aber gleichzeitig leider enttäuscht darüber, dass es keine Bemühungen gab, mit uns zu kommunizieren, um so herauszufinden, was es wirklich damit auf sich hat.“ Die Kampagne rollt also, ohne, dass jemand sich wirklich für die Umstände interessierte. So funktioniert seriöser Tierschutz nicht.
Durchschaubare Agenda

Oft genug klickt vermeintlicher Tierschutz gut. Viele glauben es irgendwelchen Influencern, wenn sie mit piepsigem Stimmchen pseudo-gefühlige Plattitüden paradieren, um zu unterstreichen wie lieb und ehrlich sie doch sind. So funktioniert aber Tierschutz nicht. Seriöser Tierschutz drischt keine Phrasen, missioniert nicht ideologisch und braucht ebenso kein Beharren auf Falschbehauptungen.
Hinter solchen Kampagnen steht aber nicht nur das penetrante Aufmerksamkeitserhaschen für solche Accounts selbst, sondern auch die Ideologie der Tierrechtsindustrie. Die will jede Form der Tierhaltung beenden. Das ist integraler Bestandteil der ideologischen Basis. Dies wird gerne relativiert, um im Rahmen der Salamitaktik die Tierhaltung Scheibe für Scheibe zu beenden, aber, wer sich mit der Ideologie beschäftigt, durchschaut das Vorgehen.
Ein wesentlicher Punkt der Strategie zum Ende der Tierhaltung ist, positive Mensch-Tier-Kontakte zu verhindern. Das ist gerade bei Elefanten offensichtlich: Das fängt bei der wissenschaftlich nicht haltbaren Propaganda gegen Elefantenreiten an und geht nun auch bei unterhaltsamen Videos weiter. Warum? Solche Interaktionen sind gefährlich für eine Industrie, die davon lebt, Menschen immer weiter von der Natur und ihren Bewohnern zu entfernen, während sie vorgibt, das Gegenteil erreichen zu wollen.
Menschen abholen, wo sie sind

Junge Menschen mit Tieren zu verbinden, kann nicht ausschließlich in einem schulischen und akademischen Umfeld passieren. Sie müssen auch dafür begeistert werden. Wenn Tiere also in einer Show, einem Stream oder sonstigen Kontexten für sie völlig unschädliche Verhalten zeigen und Menschen damit das Herz öffnen, weil sie Freude bringen, ist das immanent, um irgendwann mal Menschen für eher fortgeschritteneres Wissen zu den Tieren zu begeistern.
Ein wesentliches Problem der Wissensvermittlung generell ist, wenn man Menschen abholen will, wo man sie gern hätte, statt da, wo sie stehen. Viele Menschen schauen gerne die Streams von Jordan & Semih. Laut Streamscharts sahen im Durchschnitt fast 20.000 Menschen den Stream aus dem Elefantenhof. Für die Zielgruppe funktioniert das also sehr gut. Warum soll man diese Zielgruppe dann nicht auch für Elefanten interessieren, indem man sie da abholt, wo sie stehen? Dem Tier hat es offensichtlich nicht geschadet, es hat nachweislich freiwillig teilgenommen und hätte jederzeit die Möglichkeit gehabt zu gehen.
Natürlich besteht aber für Interessengruppen, für die es gefährlich ist, wenn Leute so abgeholt werden, weil dann die Kampagnen, die ihnen Geld und Aufmerksamkeit bringen, nicht mehr so gut funktionieren, ein Interesse daran, solche Interaktionen mies zu reden. Dabei schrecken sie auch vor Hetze nicht zurück und scheuen sich nicht vor den scheinbar großen Begriffen und Vorwürfen. Das alles soll darüber hinwegtäuschen, dass sie eigentlich nichts in der Hand haben. Solche Hetz-Kampagnen haben in Wahrheit nur ein Thema: Hass.
Es geht nicht um Tierschutz

Obgleich bei solchen Hetz-Kampagnen „Tierschutz“ wie eine Monstranz vor sich hergetragen wird, scheint es an der Tierschutz-Arbeit selbst kein Interesse in dieser Bubble zu geben. Im Angesicht der Ignoranz im Rahmen der Kampagne wurde im Statement der Streamer auch die eigentliche Frage gestellt: „Geht’s euch wirklich um die Tiere oder geht’s euch einfach nur in dem Moment um die Klicks und um das bisschen Geld?“ Schaut man darauf, wie diese Industrie seit Jahren funktioniert, mag wohl die letztere Alternative naheliegen.
Dabei entlarven die beiden betroffenen Streamer auch, wie im Kreis und Umfeld der Tierrechtsindustrie gearbeitet wird: „Es gibt Leute, die posten Rap-Videos gegen uns, 8 Stunden später kommt eine Hör-Probe […] online.“ Da kommt so eine tierschutzrechtlich unbedenkliche Sache, die dann skandaliert wird, natürlich unglaublich passend. Um die Tiere geht es aber nicht, sonst hätte man sich wohl bei den Streamern gemeldet und erstmal Informationen eingeholt, wie das im Tierschutz üblich ist.
So demaskiert sich am Ende am Beispiel dieses Elefanten-Streams eine ganze Bubble selbst: Es geht nicht um das Wohl der Tiere, es geht um das Posing, die Aufmerksamkeit und das Geld, was man online verdienen kann. Letztendlich – und diese Tendenz sieht man seit Jahren – hat diese Industrie eine Möglichkeit gefunden, Hass zu monetarisieren und so eine Ideologie voran zu treiben, deren Ziel es ist, jede Form der Tierhaltung zu verbieten. Entsprechend, wohl wenig überraschend, mischt auch PETA bei der Kampagne mit.
