Europäischer Nerz im Zoo Osnabrück | Foto: zoofanatic, Lizenz: CC BY 2.0

Neuer Landeszooverband in Niedersachsen & Bremen

Exklusiv für zoos.media – 28.05.2026. Von: Philipp J. Kroiß

16 Institutionen sind im neuen Landesverband Zoologischer Einrichtungen Niedersachsens und Bremens (LZNB) versammelt. Dieser soll ihnen eine gemeinsame Stimme geben.

(v.l.n.r.) Eckhard Wiesenthal, Philipp Bruelheide (Zoo Osnabrück), Fabian Müller-Trefzer (Zoo am Meer Bremerhaven), Dr. Pierre Grothmann (Wingster Waldzoo), Gregor Wilhelm (Tierpark Essehof), Dr. Nils Kramer (Tierpark Nordhorn) sowie Andreas M. Casdorff (Erlebniszoo Hannover) wurden zum Vorstand des Landeszooverbandes gewählt. | Bildquelle: Thomas Henning

Neuer Landeszooverband in Niedersachsen & Bremen

Immer mehr Landeszooverbände entstehen. Das ist deshalb sinnvoll, weil viele Zoo-Themen auch Ländersache sind. Deshalb ist eine Stimme der zoologischen Institutionen auch auf Landesebene wichtig. Das betonte auch Dr. Nils Kramer, frischgewählter Vorsitzender des Landeszooverbandes und Direktor vom Tierpark Nordhorn bei der Gründung.

Idee während der Corona-Zeit entstanden

Die Eisbären-Anlage im Erlebnis-Zoo Hannover ist naturnah und abwechslungsreich gestaltet. | Foto: zoos.media

„Die Idee nahm bereits in der Corona-Zeit erste Formen an, seitdem treffen wir uns regelmäßig“, berichtete Dr. Nils Kramer. Nun habe man „Nägel mit Köpfen gemacht“. Das Gründungstreffen selbst fand dann am 12. Mai 2026 im Erlebnis-Zoo Hannover statt. Gemeinsam wurde dabei die Satzung verabschiedet. Zudem wurden wichtige weitere Positionen besetzt.

Stellvertretender Vorsitzender ist Dr. Pierre Grothmann vom Wingster Waldzoo. Andreas M. Casdorff leitet nicht nur die Geschicke vom Zoo in der niedersächsischen Hauptstadt, sondern ist nun auch Schatzmeister. Beisitzer sind Philipp Bruelheide vom Zoo Osnabrück, Fabian Müller vom Zoo am Meer Bremerhaven und Gregor Wilhelm vom Tierpark Essehof.

Hinzukommend gibt es noch einen Beirat, der den Vorstand unter anderem bei gesellschaftlichen, rechtlichen, tiergärtnerischen und pädagogischen Fragen beraten soll. Dessen Vorsitzender ist Eckhard Wiesenthal, der Experte für Tiergartengestaltung ist.

Hoffnungen für die Zukunft

Zoo Osnabrück: Kajanaland, Gehege der Bären und Silberfüchse | Foto: Sail over, Lizenz: CC BY-SA 3.0

„Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit auf Landesebene“, so Philipp Bruelheide, Beisitzer und Geschäftsführer vom Zoo Osnabrück in einer Pressemitteilung. „Gemeinsam mit den anderen Einrichtungen möchte ich die Relevanz von Zoos in der Politik und Gesellschaft stärken und sichtbar machen“, erklärt er.

Eine Hauptaufgabe des LZNB wir zum Beispiel sein, gegenüber den Landesministerien, praxisnahe Rahmenbedingungen beim Seuchen- und Krisenmanagement auszuhandeln und als wissenschaftlicher Gegenpol zu populistischen Vorstößen bei Tierhaltungsfragen aufzutreten. Zudem wird der Verband die Institutionen präventiv vor bürokratischen Hürden bei landesspezifischen Bau- oder Umweltauflagen schützen wollen.

Ein weiterer politischer Schwerpunkt wird wohl in der Kultur-, Bildungs- und Wirtschaftspolitik der beiden Bundesländer liegen. Der LZNB kann sich dafür einsetzen, Zooschulen als außerschulische Lernorte fest in den Lehrplänen zu verankern, finanzielle Förderungen aus Landestöpfen für den Artenschutz zu sichern und die gesellschaftliche Bedeutung der Zoos als wichtige Bildungs- und Tourismusfaktoren im Norden sichtbarer zu machen.

Immer mehr Landeszooverbände

Eisbär in seiner Anlage des Zoo am Meer in Bremerhaven | Foto: Florian Keßeler, Lizenz: CC BY-SA 3.0

In Deutschland gibt es derzeit immer mehr offizielle, eigenständige Landeszooverbände. Der Landeszooverband Mecklenburg-Vorpommern (LZV M-V) schritt einst als als Pionier voran. Auch im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen gibt es einen entsprechenden Verband, der 2022 entstand.

In NRW gibt es die höchste Zoodichte deutschlandweit. Die Vernetzung mit der Politik vom LZV NRW funktioniert auch bereits effektiv. So tauschte man sich im Landtag etwa schon über „Herausforderungen rund um die Vogelgrippe und die gemeinsame Verantwortung für Biosicherheits- und Präventionsmaßnahmen in zoologischen Einrichtungen“ aus. Solche Beispiele zeigen, dass das System funktioniert. Daher könnte es bald auch zu weiteren Gründungen kommen.

In Deutschland gibt es mehr als 800 zoologische Institutionen. Deshalb ist es natürlich auch wichtig, dass diese eine ordentliche Vertretung haben. Denn natürlich können Natur- & Artenschutz sowie Bildung & Forschung nicht in einer Blase betrieben werden. Man muss sich gemeinsam vernetzen. Das wird durch Landeszooverbände wesentlich unterstützt. Daher sind die Gründungen wichtig.

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