
Um das Jahr 2012 war der Vielschuppige Grundkärpfling wohl die seltenste Fisch-Art der Welt. Warum? Es gab nur noch acht dieser Fische. Alle lebten zu diesem Zeitpunkt im Haus des Meeres in Wien. Fische dieser Art hatte zum Glück Dr. Alfred Radda, langjähriger Vizepräsident des Hauses, der Natur rechtzeitig entnommen. Andernfalls wäre die Art heute wohl vollständig verloren. Zwar fand man bei einer Expedition wieder 20 Tiere in der Natur, trotzdem besitzt die Art immer noch den höchsten Bedrohungsstatus.
Gründertiere der heute in Menschenobhut lebenden Vielschuppigen Grundkärpflinge sind die ursprünglich von Dr. Radda in den späten 1980er Jahren gefangenen Tiere. Die sind seitdem gezüchtet worden. Es gab zwar Aufs und Abs in der Population, aber dank Haltung konnte sie bewahrt werden. Dass sie nach wie vor in der Natur überlebt, gibt auch Hoffnung, dass die Art gerettet werden kann. Darum kümmert sich unter anderem auch die Goodeid Working Group, die mit dem Haus des Meeres aus der Taufe gehoben werden konnte.
Das Beispiel der Kärpflinge zeigt einmal mehr: Haltung rettet Arten. Ihr Retter, Dr. Alfred Radda, ist 2022 verstorben. Dass diese Art ihn überleben konnte, dafür hat er zeitlebens selbst gesorgt. Sein Beispiel zeigt auch wie Menschen, die in Zoos arbeiten und wirken, dank bewährtem Vorgehen innerhalb zoologischer Institutionen, große Erfolge erzielen, die weit über ein Leben hinausgehen. Ohne Zoos und Aquarien hätte diese Art wohl keine Chance mehr gehabt.
