
Hirscheber sind sehr bemerkenswerte Tiere, aber leider wenig bekannt. Zusammen mit den beiden anderen bekannten Hirscheber-Arten, den beiden Anoa-Arten und den Bantengs (Bos javanicus) sind die Sulawesi-Hirscheber Teil eines Projekts, das sich der Rettung dieser eher unbekannten Huftiere verschrieben hat. Obwohl fast kaum einer sie kennt, sind sie doch bedroht.
2015 wurden für die Arten Global Species Management Plans (GSMPs) gegründet, um jeweils eine möglichst große Ex-Situ-Population aufzubauen. Sie soll als Back-Up dienen. Natürlich ermöglichen diese Populationen aber auch Forschungs- und Bildungsprojekte. Daher arbeitet man intensiv international zusammen, um gesunde Population langfristig zu etablieren. Wichtig ist dabei natürlich der Erhalt der genetischen Diversität.
Durch den Austausch von Know-How kamen in Indonesischen Zoos über 37 erfolgreiche Geburten im Rahmen dieser Plans bereits [Stand: 2021] zustande. All das ist verbunden mit In-Situ-Maßnahmen zum Schutz der Wildpopulationen. Über 63 Zoos und Universitäten weltweit beteiligen sich an dieser wichtigen und für die Arten wohl überlebensrettenden Arbeit.
Lage spitzt sich zu

Seit einiger Zeit häufen sich aktuell Berichte, die das Schlimmste befürchten lassen. Auf Sulawesi werden gar keine Hirscheber mehr gesehen. Daher befürchtet man, dass die Tiere ausgestorben sind. Als massiver Grund für dieses Ereignis fällt der Verdacht auf die Afrikanische Schweinepest (ASP), die sich auch auf Sulawesi verbreiten konnte. Die Sterberate von ASP liegt für empfängliche Arten bei rund 95%. Es könnte also passen.
Das zeigt wie schnell sich das Blatt im Artenschutz wenden kann. Zudem unterstreicht es wie wichtig Reserve-Populationen sind. Die Weltnaturschutz-Union listet die Art als VU. Nun will man den Status aber neu bewerten. In jedem Fall ist die Population in Menschenobhut nun extrem wichtig.
Daher arbeiten Zoologische Gärten für Hirscheber in situ und ex situ. Beides ist unerlässlich. Der Lebensraum muss gesichert werden. Dazu braucht es eine stabile Population, um eventuell auch auswildern zu können. Fernerhin braucht es ein Lösung für das ASP-Problem. All das ist möglich. All das kann man erreichen. Allerdings geht das nur mit Zoos. Ohne sie wäre die Art verloren.
Videos
Hier geht es zur Playlist über die Hirscheber im Grünen Zoo Wuppertal:
Aus Wuppertal zog die Nachzucht Dua Hati in den Kölner Zoo:
Diese Videos geben einen Einblick in die wichtige Arbeit von Zoos mit Hirschebern. Nur dank ihnen hat die Art langfristig eine Zukunft.
