
Die im Jahr 2010 durchgeführten Suchaktionen nach den Schildkröten in natürlichen Lebensräumen blieben erfolglos. Auf Anregung des Tiergartens Schönbrunn wandte sich das Team jedoch Teichen in Dörfern und auch Märkten zu, wo sie die ersten Tiere sammeln konnte, um eine kontrollierte Zucht und Wiederansiedlung zu versuchen. Anschließend wurden Zuchtgruppen gegründet. Der in Wien ansässige Tiergarten Schönbrunn wurde zum Koordinator des Sumpfschildkröten-Projekts. Zudem half er bei der Ausarbeitung von Empfehlungen für verbesserte Haltungsbedingungen sowie bei der Mittelbeschaffung für das Projekt.
Zusätzlich zu einer Schutzstation im Bhawal-Nationalpark wurde in Karamjal in den Sundarbans, einem historischen Verbreitungsgebiet von Sumpfschildkröten, eine Haltung eingerichtet. In beiden Einrichtungen wird eine sichere und optimierte, tiergerechte Unterbringung und Haltung gewährleistet. Da es keinen Strom und keine Brutkästen gibt, werden die Eier an Sandstränden gesichert und unter natürlichen Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen bebrütet, aber natürlich vor Raubtieren geschützt.
Im ersten Schritt zu einer erfolgreichen Wiederansiedlung wurden einige erwachsene Männchen mit Satellitensendern ausgestattet. Das geschah, um Migrationsrouten, Lebensraumpräferenzen und das Überleben in der Natur im heimischen Verbreitungsgebiet der Art zu beurteilen. Auf den Daten aufbauend werden Haltung, Zucht und Auswilderung weiter optimiert, um die Art zu retten. 111 Schildkröten konnten bereits an 16 Orten ausgewildert werden [Stand: 2024]. Ohne den Tiergarten Schönbrunn wäre das völlig unmöglich. Die Art wäre wohl ohne Zoos schon ausgestorben.