
80 % der madagassischen Fisch-Arten gelten laut Weltnaturschutzunion (IUCN) als gefährdet. Wenn man also einen Fisch aus Madagaskar sieht, ist die Chance hoch, dass er auch bedroht ist. Tatsächlich sah man die Madagaskar-Ährenfische relativ häufig – aber falsch. Warum? In der Aquaristik wurden sie oft als Rotschwanz-Ährenfisch (Bedotia geayi) bezeichnet. Ein Fleck am Kinn aber hat „verraten“, dass sie nicht zu der angedachten Art gehörten.
1953 waren die wunderbaren Fische schon quasi unerkannt und falsch etikettiert nach Europa gekommen. Das war ein Glück, denn als klar wurde, dass Bedotia geayi und Bedotia madagascariensis zwei verschiedene Arten waren, gab es einige Tiere, die man nun zur Erhaltungszucht der bedrohten Art nutzen konnte. Damit man nun aber nicht aus Versehen Hybriden weiterzüchtet oder sogar auswildern würde, ließ der Kölner Zoo zusammen mit Universität Braunschweig die Genetik der Tiere genau untersuchen.
Heute züchtet man Bedotia madagascariensis artenrein. Das passiert schon so erfolgreich, dass es wahrscheinlich mehr Fische dieser Art in Menschenobhut gibt als in der Natur. Um die auswildern zu können, braucht es aber eben auch Lebensraum. Darum bemüht man sich um konsequenten Schutz, damit ausgewilderte Tiere nicht wieder ganz schnell dem invasiven Schlangenkopffisch, Überfischung oder Entwaldung zum Opfer fallen. Ohne Zoos und Aquarien sowie Aquarianer wäre diese Art wohl schon verloren.