
Die Europäischen Bisons sind keine Bisons aus der Prärie, sondern sie leben vielmehr in den Wäldern. Als die gerodet wurden, ging es auch den Wisenten an den Kragen. 1927 wurde der letzte seiner Art geschossen. Daher stammen alle heute noch lebenden Tiere von 12 Wisenten ab, die in Zoos und Tiergehegen übrig geblieben waren. Hätte es dieses Duzend nicht gegeben, wäre die Art für immer weg gewesen. Dann gäbe es keine Bisons in Europa mehr.
Fünfundzwanzig Jahre später konnten die ersten Herden wieder angesiedelt werden. Zum Glück hatte man sich nämlich schon vor dem Aussterben organisiert. So war 1923 schon die Internationale Gesellschaft zur Erhaltung des Wisents gegründet worden, an deren Spitze der Frankfurter Zoodirektor Kurt Priemel (1880-1959) gewählt wurde. Das aus den Erhaltungsbemühungen hervorgegangene Zuchtbucht gilt als das älteste Zuchtbuch für eine Wildtierart überhaupt.
Allein aus dem Tierpark Berlin sind zum Beispiel 46 Wisente zur Auswilderung nach Aserbaidschan gereist. Aktuell geht man von über 6.000 Wisenten in über 40 Herden in der Natur aus. Allerdings werden nur etwa acht als selbsterhaltend eingeschätzt. Das heißt also, die Arbeit mit dieser Art muss – obgleich sie als von Zoos gerettet gilt – noch weiter.
