Siam-Krokodil in Poema del Mar | Foto: zoos.media

Crocodylus siamensis: Siam-Krokodil

Thomas Ziegler mit seinem Kooperationspartner Truong Q. Nguyen (links) beim Microchippen von einem Siam-Krokodil im Lao Zoo, das auf genetische Reinerbigkeit überprüft wurde – eine Grundvoraussetzung für Nachzuchtprogramme mit dem Ziel der Wiederauswilderung. | Foto: Lao Zoo

Man weiß bis heute nicht genau, wie viele Siam-Krokodile es in der Natur noch gibt – Forscher gehen von unter 1.000 aus. Man weiß aber inzwischen sehr gut, wie man sie in Menschenobhut züchtet. Daher sind sie dort nicht gefährdet und Auswilderungen konnten bereits realisiert werden. Nach wie vor ist es aber eines der am meisten bedrohten Krokodile der Welt. So hat man dank dem Engagement moderner Zoos und Aquarien zwar schon große Erfolge feiern können, aber im natürlichen Habitat treten auch immer neue Probleme auf.

Das für Menschen recht ungefährliche Krokodil kam ursprünglich durch den Handel mit Krokodilhäuten in Gefahr. Darauf machen Zoos auch sehr deutlich aufmerksam. Inzwischen aber ist es häufiger das Problem, dass die Tiere Bauprojekten im Weg stehen. Im Kambodscha geht es dabei zum Beispiel um grüne Energie, die man sich aus Wasserkraftwerken erhofft. Die werden genau da geplant, wo es die meisten Vorkommen dieser Art gibt. Das sorgt für immense Probleme.

Der Pang Sida Nationalpark in Thailand, in der Nähe von Kambodscha, hat ein Projekt zur Wiederauswilderung des siamesischen Krokodils. Eine Reihe junger Krokodile wurde in einem kleinen und abgelegenen Fluss im Park ausgesetzt, der für Besucher nicht zugänglich ist. In den Schutz der Art bringt sich auch die Wildlife Conservation Society (WCS) ein. Sie arbeitet dabei vorwiegend mit der Regierung von Laos. Die WCS verwaltet, neben dem Bronx Zoo, den Central Park Zoo, das New York Aquarium, den Prospect Park Zoo und den Queens Zoo. Im Projekt arbeitet sie auch mit dem Lao Zoo zusammen.

Wiederentdeckungen & Forschung

Hier konnte der Kölner Zoo mit seinen Partnern in Laos ein neues Schutzgebiet für Siam-Krokodile gründen. | Foto: T. Ziegler

2015 & 2018 konnte der Kölner Zoo-Kurator Prof. Thomas Ziegler von Wiederentdeckungen von Populationen in der Natur berichten. In Laos galt die Art zuvor als ausgerottet. Diese Wiederentdeckung bildete die Basis für die Gründung eines Schutzgebiets. Ein Schutzgebiet bedeutet auch die Möglichkeit, Tiere wieder auswildern. Das ist ein großer Schritt nach vorne gewesen.

In einem weiteren Schritt musste aber die Genetik geklärt werden. Es braucht artenreine Tiere für eine Auswilderung. Daher darf auch nur mit entsprechenden Tiere gezüchtet werden. Bei Krokodilen gibt es aber immer wieder Hybriden. So erforschte die Artenschutz-Achse Köln-Hanoi an der Genetik der Tiere in Laos und Vietnam. Hierbei halfen unter anderem Tiere vom Zoo Zürich. Dort waren überhaupt zum ersten Mal in Europa Krokodile dieser Art geschlüpft.

All diese wissenschaftliche Arbeit wäre ohne Zoos, die über Grenzen hinweg zusammenarbeiten, nicht möglich. Jetzt weiß man ganz genau mit welchen Tieren man wie arbeiten kann, damit man sie wo am besten auswildert. Solches Grundlagen-Wissen ist Gold wert.

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