Orcaweibchen Skyla am Unterwasserfenster. | Foto: zoos.media, Lizenz: Erlaubnis des Fotografen

Trauer bei Tieren: Muss ein Orca ein Mensch mit Flossen sein, damit wir uns kümmern?

Erschienen auf awesomeocean.com am 16.08.2018. | Von: Dr. Jason Bruck

Was ist an der Vermenschlichung von Orcas dran? Der Wissenschaftler Dr. Jason Bruck beschäftigt sich damit vor dem Hintergrund einer “trauernden” Orca-Dame an.

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Ein Southern Resident Orca des L-Pod jagt einem Lachs nach. | Foto: Kevin Nichols, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Anmerkung: Die Vermenschlichung von Tieren wir von der Tierrechtsindustrie sehr häufig positive bewertet und als besonders empathisch belobt. Das ist allerdings viel eher Zeichen einer Entfremdung von der Natur, denn so etwas hat weder mit Fakten, noch mit Wissenschaft etwas zu tun und scheitert vollkommen.

„Der Mensch versucht sich mit Hilfe der Einfühlung, in die Tiere hinein zu versetzen. Allerdings ist diese Einfühlung immer illusionär. Denn natürlich wissen wir nicht einmal, was in einer anderen Person, also ihrer Nachbarin, ihrem Nachbarn, und erst recht nicht, was in einem Tier vorgeht. Zu dem ist unsere Einfühlung niemals frei von unseren eigenen Fantasien und Wünschen. Sie ist ein Deutungsversuch, in dem wir allzu leicht unsere eigenen Absichten und Bedürfnisse zur Geltung bringen. Denn die Frage, was fühlt der Andere jetzt, ist doch eine Frage, die wir an uns selbst stellen. Was würde ich jetzt an seiner Stelle fühlen? Wir können gar nicht wissen, was ein Tier wirklich erlebt. Wir nehmen es so, als wäre es ein Mensch. Aber was wir für es fühlen, ist unser Gefühl und nicht seines.“ –  Prof. Dr. Jürgen Körner, Sozialpädagoge und Psychoanalytiker

Moderne Zoo und Aquarien setzen sich aktiv gegen die Naturentfremdung ein.