Großer Tümmler im Attischen Zoologischen Park | Foto: Mantrize, Lizenz: Erlaubnis des Fotografen

WDSF & andere Delfinariengegner lügen über Attica Zoo

Exklusiv für zoos.media – 14.05.2018. Autor: Philipp J. Kroiß

Das WDSF und andere Delfinariengegner hatten vor dem Attischen Zoologischen Park (Attica Zoo) demonstriert. Danach wurden offenbar Lügen verbreitet wie die Verantwortlichen erklären.

WDSF & andere Delfinariengegner lügen über Attica Zoo

“Alles in allem war die Delfinschutzaktion in Athen ein voller Erfolg gegen die Delfinhaltung”, prahlt das WDSF auf seiner Facebook-Seite. Hinter dem WDSF steht im Wesentlichen eine Person: Jürgen Ortmüller, Steuerberater in Hagen. Das WDSF fällt durch Desinformationskampagnen in Bezug auf Delfinhaltung und angeblichem -schutz auf. Aus krachenden Niederlagen vor Gericht werden plötzlich Siege, Demoteilnehmer und tote Delfine werden falsch gezählt, Kritiker diffamiert und Grindwale angeblich gerettet, die man nur mit einer Zeitreise hätte retten können.

Nun war der Geschäftsführer Jürgen Ortmüller mit ein paar wenigen Kollaborateuren, wozu der Aktivist Andreas Morlock von Pro Wal und Holocaustrelativerer Stefan Bernhard Eck gehörten, in Griechenland. Über diese Aktion veröffentlichte das WDSF auf Facebook einen Beitrag voller “Lügen”, wie die Verantwortlichen des Zoos erklären. Zudem gibt es eine Pressemitteilung die wohl Journalisten hinters Licht führen sollte.

Das Delfinarium im Attischen Zoologischen Park | Foto: Mantrize, Lizenz: Erlaubnis des Fotografen

“Schockiert über so viele Lügen”

“Lesueur wolle das Delfinarium sofort schließen, wenn er eine Möglichkeit sehen würde, die sieben Delfine in seinem Zoo in eine betreute Meeresbucht abzugeben, sagte er dem WDSF-Geschäftsführer. Auf eine Nachzucht wolle Lesueur auf jeden Fall verzichten. Da die sieben Delfine in dem Zoodelfinarium aus unterschiedlichen Herkunftsländer stammten, sei jedoch ein sofortiger Transfer nicht möglich, zumal Delfine in ihren ursprünglichen Meeresbereichen ihrer Herkunft wieder ausgewildert werden müssten und es dort derzeit keine entsprechenden Sanktuarien gebe, so Lesueur.”

Auf Facebook wird das nochmal wiederholt und das WDSF geht sogar noch weiter:

“Der Zoodirektor Lesueur teilte uns mit, dass er das Delfinarium sofort schließen würde, wenn es eine betreute Meeresbucht für die Delfine geben würde, was aber derzeit nicht der Fall sei (s. unsere Pressemitteilung). Das einzige Weibchen der sieben Delfine wolle er am liebsten sofort wieder los werden, da es sich permanent von der Delfingruppe separieren würde. Wie wir dokumentieren konnten (s. Fotos) hält sich das Delfinweibchen nach der Show in einem kleinen Minibecken der Anlage auf. Ein Delfin zeigte schwere Verletzungen an der Finne und den Flippern (Flossen) auf, die er angeblich bereits seit 11 Jahren hätte. Alle Delfine hatten Beißspuren am ganzen Körper, die durch Rangkämpfe in der kleinen Betonanlage stammen.
Lesueur sagte, dass er bei einer Schließung der Anlage kein Personalproblem bekommen würde, da von insgesamt 70 Mitarbeitern/innen lediglich vier für das Delfinarium zuständig seien. Vermutlich würde der Delfintrainer Robert Gojceta seinen Job verlieren. Gojceta äußerte gegenüber dem WDSF-Geschäftsführer, Jürgen Ortmüller, dass die beiden Delfinarien in Duisburg und Nürnberg „terrible und horrible“ (furchtbar und schrecklich) seien. Er sei allerdings Stolz auf das Athener Delfinarium.”

Delfine im Attischen Zoologischen Park | Foto: Mantrize, Lizenz: Erlaubnis des Fotografen

All das ist aus mehreren Gründen hochgradig unglaubwürdig. Im Zoo ist der Zuchtbuchführer ansässig und somit wäre es völlig widersinnig sich gegen Delfinzucht auszusprechen. Ebenfalls wäre es lächerlich davon zu sprechen, dass die “Delfine in ihren ursprünglichen Meeresbereichen ihrer Herkunft wieder ausgewildert werden müssten”. In der Anlage lebt nämlich überhaupt nur ein Delfin, der noch aus der Wildbahn stammt: die 1984 in Florida der Wildbahn entnommene Delfin-Seniorin Veera. Auch die angeblich sofort mögliche Schließung war absolut unglaubwürdig genauso wie das angebliche Ablästern über die Delfinarien in Duisburg und Nürnberg.

Um eines vorweg zu nehmen: der Verdacht war richtig, denn nichts davon stimmt.

Der Zuchtbuchführer Robert Gojecta fand klare Worte: “Natürlich sind diese Informationen falsch. Ich bin persönlich schockiert darüber, dass so viele Lügen verbreitet werden.” Er habe nie in so einer Form über die die beiden modernen Zoos in Duisburg und Nürnberg, die international höchste Anerkennung genießen, abgelästert.

Tatsächlicher Ablauf der Ereignisse

Großer Tümmler im Attischen Zoologischen Park | Foto: Mantrize, Lizenz: Erlaubnis des Fotografen

Also was ist denn nun wirklich passiert? Zoodirektor und Gründer J.J. Lesueur war ebenfalls schockiert über “empörende Lügen und eklatante Fehlinterpretationen der Wahrheit”. Aus diesem Grund berichtete er gegenüber zoos.media vom genauen Ablauf der Ereignisse.

Gegen 11.00 Uhr betraten die Aktivisten den Zoo, wovon der Direktor von seinem Personal unterrichtet wurde. Der Aktivist Andreas Morlock hatte vor einigen Monaten ein, so Lesueur, ein “widerwärtiges Video” über den Zoo veröffentlicht und wurde aufgrund dieser unseriösen Berichterstattung des Zoos verwiesen – natürlich bekam er den Ticketpreis erstattet. Sonst wurde keinem der Eintritt verwehrt. Sobald Eck sich ausweisen konnte, wurde ausschließlich Morlock ausgeschlossen, weil man ihn aus verständlichen Gründen nicht im Park haben wollte.

Anschließend wurde Meeressäuger-Kurator Robert Gojecta hinzugerufen und er und der Direktor positionierten sich am Delfinarium, wo dann Eck und Ortmüller aufschlugen mit denen sie dann die Show gemeinsam schauten, um auch diskutieren zu können. Nach Diskussion und Programm lud der Experte Gojecta Ortmüller und drei, vier andere Deutsche hinter die Kulissen ein, wo dann wesentliche Fragen erörtert wurden, die das ProWal-Video aufgeworfen hat.

„Sowohl Ortmüller als auch Eck haben einmal die Idee eines Delfin-Sanctuary angesprochen, und wir haben darüber ausführlich geredet. Während dieser Diskussion habe ich klar gestellt, dass, wenn jemals ein solches Unternehmen realisiert würde und alle Infrastruktur, Personal und Finanzierung gesichert wären, würde ich in Betracht ziehen, unsere alte Dame Vera dorthin zu schicken. Die Begründung dafür ist, dass sie der einzige wild gefangene Delfin in unserer Gruppe ist und das einzige Weibchen gegenüber 6 Männchen, und dies bedeutet keine sozial kohärente Gruppe, wie Sie sich vorstellen können. Und natürlich habe ich NIEMALS darüber gesprochen, die anderen Delfine zu schicken oder das Delfinarium sofort zu schließen. Das ist nicht einmal eine Verzerrung dessen, was ich gesagt habe, das sind klare und eklatante Lügen!“

Veera war vor einiger Zeit aus einem Delfinarium in Finnland gekommen, weil es schloss und sie dringend eine Unterkunft brauchte. Dankenswerterweise hat sich der Attische Zoologische Park bereit erklärt, in dieser Notlage auszuhelfen. Es gibt nämlich keine Delfin-Sanctuarys, sondern nur Pläne von Tierrechtsorganisationen, die sich diese teuer von ihren Spender bezahlen lassen wollen, aber schon in ihrer Planungphase haben sie nichts mit tiergerechter Haltung zu tun, sondern schlagen eine tierquälerische Haltung der Tiere vor und widersprechen somit auch den von Lesueur genannten Standards.

Delfin-Dame Veera zeigt sein Können im Attischen Zoologischen Park. | Foto: Mantrize, Lizenz: Erlaubnis des Fotografen

Ebenso wäre fraglich, ob es überhaupt möglich wäre, Tiere aus dem EEP jemals in solch ein Sanctuary zu transportieren, wenn das nicht die EAZA-Standards treffen würde. Unter einem seriösen Zuchtbuchführer würde es niemals so einen Transport geben.

Das Ziel ist es aktuell eine Männchengruppe zu halten und Veera in einer anderen Gruppe mit besserer Komposition zu transportieren. Der Attica Zoo ist auf Männchengruppen bei Säugetieren spezialisiert und leistet damit einen wichtigen Beitrag zu den Zuchtprogrammen. In solchen Bachelor-Gruppen finden nämlich Männchen eine gute Sozialisation wie sie auch in der Wildbahn vorkommt. Weder Lesueur, noch Gojecta sind aber deshalb gegen die Zucht von Delfinen oder haben sich je dagegen ausgesprochen.

Ebenfalls wurde von einem der Aktivisten gefragt was denn passieren würde, wenn er das Delfinarium schließen müsse. „Wir müssten den Großteil des Personals entlassen“, antwortete der Direktor des Zoos und stellte gegenüber uns klar, dass nie die Rede davon war, dass dies kein Problem sei.

Der Showpool mit den hinteren Becken im Panoram-Blick | Foto: Attischer Zoologischer Park

Missbrauchtes Vertrauen

Die Delfin Shows im Attischen Zoologischen Park sind durchweg gut besucht. | Foto: Attischer Zoologischer Park

Beide Verantwortlichen zeigten sich negativ überrascht wie falsch und fehlinformierend die Geschehnisse wiedergegeben wurden. Sie zeigten sich transparent und offen, waren gesprächsbereit und vertrauten darauf, dass seriös mit den Informationen umgegangen würde. Das ist auch zweifelsohne der richtige Weg, aber, dass diese Transparenz und Offenheit im Nachklang dann so missbraucht wird, schockiert.

“Ich denke, Robert und ich haben einen sehr guten Job gemacht, als wir sie engagiert und offen gesprochen haben. Offensichtlich haben wir nicht berücksichtigt, dass diese Leute eine sehr klare Agenda haben und man ihnen nie vertrauen sollte. Die einzige Möglichkeit für sie, ihre Sache voranzubringen, ist Lügen zu erzählen, damit sich unsere Besucher schuldig fühlen, dass sie unseren Zoo besuchen.”

Dies ist nicht der erste Fall, bei dem die Anti-Delfinarien-Aktivisten entsprechend auffällig wurden und trotz Transparenz die gleichen Lügen immer und immer wieder erzählen. Moderne Zoos und Aquarien können die Lügen der Tierrechtsindustrie, besonders in Bezug auf Delfinhaltung, schon häufig durch wissenschaftliche Fakten widerlegen, aber die Aktivisten halten an diesen Lügen fest, weil sie Geld in die Kassen der Organisationen spülen, die mit diesen Spenden dann zumeist sehr intransparent umgehen.

Die Aktivisten, allen voran Morlock und Ortmüller, wollten ein falsches Bild von dem Attischen Zoologischen Park und seinem Delfinarium vermitteln, aber scheiterten, wie so oft, an der Wahrheit. Wahrscheinlich um das zu vertuschen, dachte man sich solche „Lügen“ aus, wie die betroffenen Verantwortlichen es durchaus treffend bezeichneten.

Nicht das erste Mal durch Lügen aufgefallen

Es war nicht das erste Mal, dass vom WDSF, wesentlich verantwortlich ist hier Anti-Delfinarien-Aktivist Jürgen Ortmüller, Steuerberater in Hagen, Fehlinformationen verbreitet worden sind. So ließ das WDSF verlauten, dass der Aktivist Grindwale um 14.30h vor einer Jagd gerettet haben wollte, die bereits mehr als 2,5 Stunden zuvor allerdings offiziell abgesagt worden war. Das hat die Seite dolphinaria.truth auf die Schippe genommen. Ein Jahr später dann gab man zu einem Gerichtsverfahren, dass man eigentlich gewonnen haben wollte, ein falsches Aktenzeichen an. Damit war dann nicht nur sein Beleg für diese Aussage hinfällig, sondern auch Medienvertreter, die die Berichte des WDSF ungeprüft übernommen hatten, waren dadurch desmaskiert worden. Wir selbst hatten dem WDSF nachweisen können, dass falsche Todeszahlen über den Duisburger Zoo in Umlauf gebracht worden waren.

Ist das Delfinarium in Duisburg Europas größter Delfinfriedhof?

Dies waren nur drei von vielen Beispiel, die zeigen, was in der Tierrechtsindustrie ständig vorkommt: Lügen werden benutzt, um sich selbst zu profilieren und Delfinarien zu diskreditieren. Das sehen wir tagtäglich in der gesamten Szene.