Exklusiv für zoos.media – 26.02.2026. Autor: Philipp J. Kroiß
Michael Fischer, Vorsitzender des Freundeskreises, erklärte im Interview mit der Rheinischen Post, warum eine Erweiterung vom Aquazoo Löbbecke Museum so wichtig für das Haus, aber auch richtig im Sinne der Stadtentwicklung ist.

Aquazoo Düsseldorf: Nachfrage doppelt so groß
2025 war wieder ein Erfolgsjahr im Aquazoo Löbbecke Museum in Düsseldorf. Rund 460.000 Besucher wurden im Haus begrüßt, das sich als Symbiose von Zoo und Museum versteht. Auch 600 Schulklassen waren dabei, „die Nachfrage ist aber doppelt so groß“, betonte Michael Fischer. Der Freundeskreis habe schließlich nicht umsonst rund 3.000 Mitglieder. Das unterstreicht den Rückhalt des Hauses in der Bevölkerung.
Solche Zahlen zeigen aber ebenso, warum es so wichtig ist, den Aquazoo zu erweitern. Keine Kultureinrichtung in Düsseldorf hat mehr Besucher, wenn man von der Stadtbücherei, die schwer mit einem Zoo-Museum-Hybrid vergleichbar ist, absieht. Das unterstreicht die Bedeutung für die Landeshauptstadt Düsseldorf, die keinen anderen Zoo besitzt.
Generationen-Projekt

Richtigerweise spreche man in Bezug auf die neu zu bauende Oper von einem Projekt, das über Generationen finanziert werden solle, so Fischer. Geplant sei für das Opernhaus aktuell eine Zeitspanne von 50 Jahren. Er findet aber: „Der Aquazoo gehört genauso geschätzt.“ Dabei geht es aber nicht nur um Wertschätzung des Zoos mit weit mehr Besuchern.
Noch etwas wiege, laut Fischer, schwerer: „Wenn nicht bald die richtigen Entscheidungen getroffen werden, könnten negative Folgen eintreten und der Aquazoo dramatisch an Attraktivität verlieren.“ Dieser Hinweis geht besonders in Richtung ikonischer Tierarten wie Pinguine, Rochen und Krokodile. Schon jetzt könne man kein Säugetier mehr zeigen, das wieder ins Wasser zurückgegangen sei, wie die Robben. Für ein Ausstellungskonzept mit dem Thema Evolution ist das schwer zu kompensieren gewesen.
Der Aquazoo Düsseldorf muss also größer werden. Was im Interview unerwähnt bleibt, aber auch noch dazu gehört, betrifft den musealen Teil vom Haus. Ende letzten Jahres berichtete zoos.media über die Gefahr für einige Ausstellungsstücke. Auch das unterstreicht die Aussagen vom Freundeskreis-Vorsitzenden in Bezug auf eine Erweiterung. Diesbezüglich muss auch gehandelt werden.
Verschiedene Optionen

Damit es mehr Platz für Mensch und Tier im Aquazoo gibt, liegen drei Konzepte auf dem Tisch. Daher sind die genauen Kosten auch noch unklar. Ein Bedarf an einer Erweiterung besteht auch deshalb, weil die Anziehungskraft – aufgrund der von vielen Menschen großartig empfunden Arbeit des Direktors Dr. Jochen Reiter und seinem Team – so stark gestiegen ist.
Es gibt bisher aber keine Gastronomie, keinen eigenen Shop – der Verkauf muss aktuell parallel zum Kassen-Betrieb gestemmt werden – und nur eine einzige Toiletten-Anlage. Zur Reinigung muss die am Wochenende zeitweise kurz gesperrt werden. Natürlich ist eine solche Situation für ein Haus mit fast einer halben Million Besucher im Jahr nicht ideal. Dazu kommt die enorme Nachfrage nach Bildungsangeboten.
Allerdings geht es nicht nur um die Besucher. Vor allem geht es um die Tiere. Daher sollen auch neue Installationen entstehen. Düsseldorf hat als eine der wenigen Städte mit dieser internationalen Strahlkraft keinen Flächen-Zoo. Daher macht es Sinn, zumindest die Fläche vom Aquazoo Düsseldorf deutlich zu vergrößern, dass auch genug Platz für Tiere ist, die aktuell nicht gehalten werden können. Dann könnte man auch dem Bedarf an mehr Natur- & Artenschutz noch besser nachkommen.
Düsseldorf in Armut?

Während bei der Oper nicht gekleckert, sondern geklotzt wird, ist die Finanzsituation der Stadt nicht gerade rosig. Es gibt einen sogenannten Einstellungsstopp bei der Stadt Düsseldorf. Der ist auch schon im Aquazoo Löbbecke Museum angekommen. Die Personalsituation ist dadurch angespannt.
Die Tierpfleger müssen aktuell Überstunden machen, um den Workload zu bewältigen. Der Personaletat, den das Haus als städtisches Unternehmen bekommt, sei „insgesamt auf Kante genäht“, erläutert Fischer. Eigentlich seien mehr Personen nötig.
Ein eigenes Personalmanagement würde zum Beispiel die Umwandlung der städtischen Einrichtung in eine gGmbH ermöglichen. Da es auch noch viele weitere Vorteile hat, strebt auch der Förderverein diese Umwandlung an. Der Aquazoo würde dadurch wirtschaftlich flexibler, könnte im Marketing eigenständiger werden sowie attraktiver für Spender und Sponsoren.
