Exklusiv für zoos.media – 25.01.2026. Autor: Philipp J. Kroiß
Der bekannte spanische Zoo Loro Parque konnte mit seiner Stiftung bereits 18 Arten vor dem Aussterben bewahren. Das ist eine große und bedeutsame Leistung im Bereich Natur- & Artenschutz.

Loro Parque Stiftung: 18 Arten gerettet
Über ein halbes Jahrhundert gibt es den Loro Parque schon. Er ist eine der wesentlichen Touristik-Destinationen auf Teneriffa und den Kanaren. Schon von Beginn an war das Herz für Papageien zentrales Bindeglied zwischen dem Park und seinen Besuchern. Der Loro Parque machte und macht deutlich: Die Papageien bieten eine Artenvielfalt, die es zu erhalten gilt. Daran arbeitete man von Beginn an.
1994 dann kam es zur Gründung der Loro Parque Stiftung, die international als Loro Parque Foundation und im spanischsprachigen Bereich als Loro Parque Fundación bekannt ist. Sie widmet sich dem Erhalt der Artenvielfalt und dem Tierschutz sehr erfolgreich. Über 29.000.000$ wurden in über 240 Projekte in über 36 Ländern investiert.
Mammutaufgabe & Marathon

In den Projekten geht es um Naturschutz, Forschung, Rettung, Nachhaltigkeit, Erhaltungszucht und Bildung. Sich mit einer Art zu beschäftigen und sie zu retten, setzt nicht selten jahrelange Arbeit voraus. Solche Erfolge sind nichts, was man mal eben so erreicht. Es braucht Expertise, aber auch Engagement wirklich dran zu bleiben sowie Aufs und Abs auszuhalten.
Die 18 Arten sind lange nicht alle Arten, die die Loro Parque Stiftung schützt. Es sind aber solche Arten, bei denen aufgrund der Arbeit der Stiftung ihr Bedrohungsstatus herabgestuft werden konnte. Ein klassisches Beispiel dafür ist der Learara. Dank der Stiftung konnten Tiere ausgewildert werden, die sich in der Natur auch schon vermehren.
Jede dieser 18 Arten hat ihre eigene Geschichte. Die Rettungsberichte zeigen auch, dass verschiedene Wege zum Erfolg führen können und man auch durchaus mal kreativ werden muss, wenn man etwas erreichen möchte. Zudem unterstreicht die Liste, dass es auch nicht immer die populären Arten sind, die Hilfe nicht nur brauchten, sondern auch bekamen.
Kanarische Schnecken

Neu im Kreis der geretteten Arten stechen die Schnecken hervor. Hierbei handelt es sich um effektiven Artenschutz vor der Haustüre, der seit Jahren erfolgreich ist. Wirbellose werden im Natur- & Artenschutz nicht selten übersehen. Sie sind nicht populär, aber darum geht es im modernen Zoo auch nicht. Es geht darum, Hilfe dort zu geben, wo sie gebraucht wird.
Schon früh berichtete auch zoos.media über dieses wichtige Projekt. Vielen waren zuvor die Schnecken weder bekannt noch bewusst. Daher war die Arbeit mit den Tieren nicht unbedingt einfach. So war es Pionierarbeit, die geleistet werden musste. Nicht so viele Menschen hatten sich nämlich zuvor für die Wirbellosen interessiert.
Als 2025 dann die Meldung kam, dass der Bedrohungsstatus von schon sechs Arten herabgestuft werden konnte, war die Freude entsprechend groß. Wie aber auch andere Projekte, beendeten die Erfolge nicht das Engagement. Arten eine Zukunft zu geben, muss auch nachhaltig erfolgen. Daher ist auch die Loro Parque Stiftung weiterhin damit beschäftigt, sich um diese Schnecken zu kümmern.
Gemeinsam zu Erfolgen

Der Loro Parque ist lange nicht mehr nur ein einziger Zoo. Vielmehr ist dieser zoologische Garten zum Namensgeber einer Gruppe geworden, die heute auch ein Aquarium, ein Hotel und weitere Bestandteile umfasst, die sich den Tätigkeiten der Stiftung nicht nur verpflichtet fühlen, sondern auch mithelfen sie zu realisieren.
Aus dem einen Zoo hat sich lange viel mehr entwickelt. So sind auch immer mehr Mitglieder der Familie Kiessling im Laufe der Jahre dazu gekommen. Der wirtschaftliche Erfolg der familiengeführten Unternehmensgruppe ist dabei eng mit den zahlreichen Erfolgen für Tiere verknüpft. Zahlreiche Artenrettungen, aber auch Tierrettungen wären ohne diese Gruppe nie möglich geworden.
Auch in den Projekten setzt man auf Zusammenarbeit, wie zum Beispiel mit der Bevölkerung. Es geht in den Projekten immer darum, mit den Menschen die Probleme der Tiere zu lösen. Dabei ist es immanent Interessen abzuwägen, Kompromisse zu ermöglichen und gemeinsam voran zu kommen. Das wird auch ermöglicht durch die zahlreichen Besucher der Gruppe. Auch sie partizipieren an solchen Erfolgen.
Internationale Anerkennung

Es sind auch diese Erfolge, die dank dem Loro Parque, der Gruppe sowie gemeinsam mit der Stiftung möglich wurden und werden, die schon zahlreiche Auszeichnungen brachten. So wurde der Artenschutz-Preis der international bedeutendsten Tierschutzorganisation, der American Humane Society, nach dem Gründer von Zoo und Stiftung, Wolfgang Kiessling, benannt.
Zoo, Stiftung und Gruppe sowie Bestandteile und Mitarbeiter davon, erhielten für Engagement zur Rettung von Arten vielfach Auszeichnungen. Diese Arbeit beeindruckt weit über die Park-Grenzen hinweg. Gleichwohl finden sich innerhalb der Park-Grenzen immer wieder Menschen ein, denen genau diese Artenrettung am Herzen liegt. Sie forschen, kooperieren und helfen in den Projekten und um sie herum.
Die 18 Arten sind somit nicht nur Botschafter für sich selbst. Sie sind auch lebendige Zeugen dafür, was ein moderner Zoologischer Garten leisten kann. Damit ist er auch Vorbild für viele andere Institutionen dieser Art. Auch davon zeugen diese vor dem Aussterben geretteten Spezies, die zu weiteren solcher Erfolge motivieren sollen.
