Exklusiv für zoos.media – 23.02.2025. Autor: Philipp J. Kroiß
Was bringt eine ehemalige Königin für einen Gorilla in ein Aquarium? Su Majestad la Reina Doña Sofía kam nach Gran Canaria, um einen besonderen Preis zu erhalten.

Poema del Mar: Königlicher Besuch für Gorilla in Aquarium
Sophia Margarita Victoria Friederika von Griechenland und Dänemark ist zwar nicht mehr die amtierende Königin von Spanien (Reina de España), das Amt sie längst an ihre Schwiegertochter abgegeben, wird aber nach wie vor als Königin (Reina Doña) betitelt. So bereitete auch das Großaquarium Poema del Mar auf Gran Canaria der Monarchin einen königlichen Empfang.
Im Beisein von mehr als 250 geladenen Gästen wurde sie für ihr vorbildliches und lebenslanges Engagement im Dienste des Natur- & Artenschutzes ausgezeichnet. Mit dem Gorilla-Preis aus dem Jahr 2024, der aus terminlichen Gründen erst zu Beginn diesen Jahres verliehen werden konnte, bekam sie einen der bedeutendsten Preise für den Einsatz für Tiere, ihre Arten und deren Lebensraum.
Regierungspräsident mit deutlichen Worten

Die Zeremonie wurde von Fernando Clavijo, dem Präsidenten der Regierung der Kanarischen Inseln, sowie Wolfgang Kiessling, dem Präsidenten des Loro Parque, geleitet. „Gemeinsam mit Ihrer Majestät Königin Sophia unterstrichen sie an diesem Abend die zentrale Rolle des Naturschutzes als Eckpfeiler einer nachhaltigen Entwicklung“, berichtet der kanarische Zoo in seiner Pressemitteilung.
„Der Gorilla-Preis spiegelt die Erkenntnis wider, dass Naturschutz keine ferne oder abstrakte Aufgabe ist, sondern eine gemeinsame Verantwortung, die Engagement, Ausdauer und Zusammenarbeit erfordert.“ – Fernando Clavijo, Präsident der Regierung der Kanarischen Inseln
Laut Clavijo würdige die Auszeichnung ein Leben, „das von unermüdlichem Einsatz für Wissenschaft, Umweltbildung und Artenschutz geprägt“ sei. Die Monarchin habe „maßgeblich dazu beigetragen, den Schutz der biologischen Vielfalt in das Zentrum der öffentlichen Debatte und des gesellschaftlichen Bewusstseins zu rücken.“ Zum Loro Parque und dessen Stiftung hob er den Erfolg hervor „Wissenschaft, Bildungsarbeit und konkrete Maßnahmen im Dienste des Naturschutzes wirkungsvoll zu verbinden und sich so als internationaler Maßstab im Biodiversitätsschutz zu etablieren.“
„Einen Höhepunkt meines beruflichen Wirkens“

Der Gorilla-Preis wird von der Loro Parque Gruppe vergeben. Dessen Gründer Wolfgang Kiessling blickte daher auch auf deren Geschichte zurück. Gemeinsam mit seiner Frau Brigitte sorgte er für den Stein des Anstoßes. „Heute, 54 Jahre später, wissen wir, dass der Loro Parque erfolgreich ist und ein fester Bestandteil der Tourismusbranche geworden ist“, subsummierte er.
Seit 1988 lege die Gruppe einen besonderen Schwerpunkt auf den Umweltschutz. Mit Unterstützung der Loro Parque Stiftung konnte bereits viel für Tiere, ihre Arten und deren Lebensräume erreicht werden. „Heute erlebe ich einen Höhepunkt meines beruflichen Wirkens, da ich unseren Gorilla-Preis Ihrer Majestät Königin Sophia überreichen darf – meiner guten Freundin aus unserer gemeinsamen Jugendzeit in Salem, die uns mit ihrer Anwesenheit ehrt“, erklärte Wolfgang Kiessling.
Die Monarchin entstammt dem Hause Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg. Die Tochter des Königpaares Paul I. von Griechenland und Friederike von Hannover musste mit ihrer Familie vor der Deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg fliehen und konnte erst 1946 nach Griechenland zurückkehren. Schließlich konnte sie auch ihre vierjährige Ausbildung im Internat der Schule Schloss Salem abschließen. Dort ging auch der ein Jahr ältere Wolfgang Kiessling, der einer Kaufmannsfamilie aus Köln entstammt, zur Schule.
Neues, gemeinsames Projekt

Christoph Kiessling, der Sohn von Wolfgang Kiessling und Präsident der Loro Parque Stiftung, bezeichnete die Verleihung des Gorilla Preises an die Ihre Königliche Hoheit als „einen der bedeutendsten Momente in der Geschichte unserer Stiftung“. Er betonte, dass diese Stiftung mehr als 300 Projekte in 53 Ländern mit einem Investitionsvolumen von über 30 Millionen US-Dollar unterstützte. Sie trug damit zur Rettung von 18 Arten vor dem Aussterben bei.
Zudem stellte er das Projekt „Sensing Ocean Frequencies through Integrated Acoustic Network“ vor. Dieses kürzt sich als SOFIANet ab. Dabei geht es um die Stärkung des Schutzes von Walen in der Straße von Gibraltar. Im Rahmen dessen ermöglicht die Stiftung ein akustisches Überwachungsnetzwerk in Zusammenarbeit mit der Stiftung Reina Sofía und der Universität La Laguna.
Mit ihrer Stiftung macht sich die Monarchin für verschiedene Themen stark: Soziales, Gesundheit, Ausbildung, Frauen und eben auch die Umwelt. In dem Zusammenhang wurde auch von Seiten der Stiftung über die Verleihung berichtet. Die Zeremonie stieß auf große Begeisterung der Anwesenden und feierte das großartige Engagement der beliebten Königin. Für sie gab es großen, anhaltenden Applaus.
Gewichtige Auszeichnung

2003 hatte Wolfgang Kiessling den Gorilla-Preis ins Leben gerufen. Die begehrte Auszeichnung würdigt Persönlichkeiten mit beispielhaftem Engagement für Biodiversität und Respekt gegenüber Tieren. Schon in jungen Jahren hatte sich Sophia von Griechenland und Dänemark für die Natur stark gemacht. Später spielte dies auch in ihrem öffentlichen Leben eine große Rolle. Das sei eine Pionierleistung im königlichen Umfeld gewesen, hebt der Loro Parque heraus.
Sehr konkretisiert habe sich dies dann durch die Gründung ihrer Stiftung. So habe diese zum Beispiel die Wiederherstellung landwirtschaftlicher Kulturlandschaften ermöglicht, Organisationen im Kampf gegen Tiermisshandlung und -aussetzung unterstützt sowie sich für Artenschutz-Maßnahmen stark gemacht. In den letzten Jahre schaute sie dabei besonders auch auf den Lebensraum Meer.
„Mit ihrem herausragenden Lebenswerk, ihrer Fähigkeit, tragfähige Allianzen zu fördern, ihrer kontinuierlichen Unterstützung von Naturschutzprojekten und ihrem öffentlichen Einsatz für die Natur verkörpert Ihre Majestät Königin Sofía die Werte, die dem Gorilla-Preis zugrunde liegen“, erklärte der Loro Parque in seiner Pressemitteilung.
