Portrait von Morgan im Loro Parque | Foto: zoos.media

„Morgan, die Orca-Dame, ist schwanger – ihr Kalb wäre ein Hybrid.“

Erschienen auf marineanimalwelfare.blogspot.de am 06.12.2017. | Von: John Dineley

Der Autor behandelt den Hybrid-Vorwurf, den Zoogegner immer wieder führen. Das Kalb von Orca Morgan wäre aber kein Hybrid, da nur eine Spezies Orcas gibt.

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Erläuterung: Von Hybriden spricht man, wenn Tiere unterschiedlicher Arten, Nachwuchs bekommen haben – etwa bei Ligern. Hier muss man auch nochmal unterscheiden, ob es unnatürlich Hybriden, die man nicht in der Wildbahn findet, oder natürliche Hybriden, wie Whophins oder Cappuccino-Bären, die es auch in der Wildbahn gibt. Allerdings ist bei eben diesen Bären die Frage, ob es wirklich ein Hybrid ist, noch genauer zu eruieren, und der Grund dafür führt uns auch zur Beantwortung der Frage, ob Morgans Kalb nun ein Hybrid wäre oder nicht.

Von Hybriden spricht man nur bei unterschiedlichen Arten, also etwa bei Löwe x Tiger = Liger oder Pseudorca x Großtümmler = wholphin. Es gibt aber nur eine Art Orca. Zwar kennt man zehn unterschiedliche Ökotypen, aber diese Einteilung hat keinen Unterarten- oder gar Arten Status. Zu Verwechslungen kann es durchaus in der Alltagssprache kommen, wenn man von zehn Arten Orcas spricht und damit unterschiedliche Formen meint, aber nicht den Begriff Art in seiner biologischen Definition nutzt. Das Kalb von Morgan wird also kein Hybrid-Orca.

Aber selbst, wenn man die falsche Prämisse mitgeht, dass es sich um Arten handele, wäre Morgan Kalb kein unnatürlicher Hybrid, denn die Schwertwale um Island, wo die Wildfänge als Basis für die SeaWorld-Population getätigt wurden, und um Norwegen, die Population aus der Morgan stammt, gehören einer panmiktischen Population an. Aber das sind nur theoretische Erwägungen. Die Forschung konnte bisher keinen Orca-(Unter-)Arten belegen, weshalb Morgans Kalb, auf Basis der aktuellen Wissenschaft, weit entfernt davon ist, ein Hybrid-Orca zu werden.