Dr. K. Alexandra Dörnath mit dem Grauwal J. J. in SeaWorld San Diego | Foto: Tom Reidarson

Dr. Dörnath auf der TUI-Hauptversammlung: Wissenschaft statt Aktivismus

Exklusiv für zoos.media – 12.02.2026. Autor: Philipp J. Kroiß

Die renommierte Tierärztin Dr. K. Alexandra Dörnath erklärte bei der diesjährigen TUI-Hauptversammlung, warum es Wissenschaft statt Aktivismus braucht, wenn es um Entscheidungsfindung im Tierschutz geht.

Dr. Dörnath auf der TUI-Hauptversammlung 2026 | Foto: privat

Dr. Dörnath auf der TUI-Hauptversammlung: Wissenschaft statt Aktivismus

Unser Beiratsmitglied Dr. K. Alexandra Dörnath hat auf der Hauptversammlung der Aktionäre von TUI eine umjubelte Rede gehalten. Szenenapplaus, Schulterklopfen und lobende Worte gab es insbesondere für sie, aber auch für weitere Redner, die sich für die Fortführung der Kooperation zwischen TUI und moderne zoologische Einrichtungen aussprachen. Daraus ergab sich ein starkes Zeichen für Zoos & Aquarien.

Hört TUI auf seine Aktionäre, so kann man konstatieren, wird das Unternehmen weiter zu Institutionen, wie dem Loro Parque auf Teneriffa, für den der Präsident der zugehörigen Artenschutz-Stiftung Christoph Kiessling bewegend vortrug, sowie SeaWorld in San Diego, in San Antonio und in Orlando stehen. Solche Kooperationen stärken den Natur- & Artenschutz sowie das Nachhaltigkeitsprofil von TUI selbst. Daher sind sie wichtig und zeitgemäß.

Die Rednerin im Anschluss an Dr. Dörnath, Marija Linnhof, 1. Vorsitzende des Verbands unabhängiger selbstständiger Reisebüros e. V. (VUSR), lobte die Tierärztin. Sie habe bei ihrem Redebeitrag alles gesagt, was zu diesem Thema zu sagen sei. „Wir dürfen uns nicht von Minderheiten gängeln lassen“, fuhr sie fort. Allerdings das größte Lob kam seitens Sebastian Ebels, Vorstandsvorsitzender der TUI AG: So spannenden Biologie-Unterricht, wie ihn Dr. Dörnath hier in zehn Minuten geliefert habe, hätte er sich immer in der Schule von seinem Lehrer gewünscht.

„Lautstärke ersetzt Sachkunde nicht“

Shamu Stadium in SeaWorld Orlando (2008) | Foto: Fantaz, Lizenz: CC BY 2.0

Dr. Dörnath ist gefragte Wildtierärztin, führt das Exoten-Kompetenz-Centrum und ist jeden Tag von früh bis spät für das Wohl von Tieren im Einsatz. Dieses Engagement legt sie auch als TUI-Aktionärin nicht ab und macht sich auf Basis ihrer Kompetenz für Tierhalter stark. Sie erklärte in ihrem Redebeitrag vor der TUI-Hauptversammlung, „warum die Fortführung der Kooperation mit modernen Zoos die richtige Entscheidung für den Tierschutz und für unsere TUI ist.“

„Bisher ist die wissenschaftliche Perspektive zur Tierhaltung in dieser Debatte zu kurz gekommen – diese ist aber für uns Aktionäre zur sachlichen Bewertung der TUI-Partnerschaften unerlässlich. […] Die fachliche Lücke der Debatte zeigt sich in der geradezu zynischen Parole ‚Artgerecht sei nur die Freiheit‘. Ein Tier hat kein menschliches Konzept von Freiheit.“ – Dr. K. Alexandra Dörnath, Tierärztin, Buch-Autorin & TUI-Aktionärin

Sie erläuterte: „Ein moderner Zoo definiert sich über Tierschutz und Artenschutz. Nicht Gehegegröße zählt, sondern die kognitive Auslastung der Tiere. Ein Orca im Meer verbringt den Hauptteil seiner Zeit mit der Suche nach Futter und dem Überlebenskampf in belasteter Umwelt – dafür muss er weite Strecken schwimmen. Im Zoo wird diese Energie in Lernen und soziale Interaktion umgelenkt.“ Mehr zum Aktionsraumbedarf von Delfinen hier.

Verantwortungslosigkeit angeprangert

Ein geretteter Grauwal in Menschenobhut. | Foto: Marine Mammal Commission, Lizenz: publi domain.

„Der Slogan der Aktivisten ‚Orcas zurück ins Meer‘ ist tierärztlich verantwortungslos“, erläuterte die Veterinärmedizinerin. „Das Märchen sogenannter Auffangstationen in Form von Meeresgehegen ist eine gefährliche Verklärung. Diese Netzkäfige in Meeresbuchten haben mit modernem Tierschutz nichts gemein.“ Auch Arbeiten wie Bruck (2024) sowie Almunia & Canchal (2025) unterstützen diese Einschätzung.

Wildtierärztin Dr. Dörnath betonte: „Orcas in menschlicher Obhut erreichen oft ein Alter und einen Gesundheitszustand, der in der Natur aufgrund der Umweltbelastungen kaum noch möglich ist. Unser Wissen zum Schutz wildlebender Orcas stammt maßgeblich aus der Forschung unserer renommierten Partner Loro Parque und SeaWorld. Diese Parks fungieren als biologische Arche.“

Dörnath hat selbst praktische Erfahrung mit gestrandeten Cetaceen. Sie betonte, „moderne Haltung sei essenziell für die Rettung gestrandeter Tiere“. Die Fachfrau, die einen Master-Abschluss in Wildtiergesundheit am Königlichen Veterinärkolleg in London sowie an der Zoologischen Gesellschaft von London erworben erworben hat, der  weltweit als das Referenz-Level für die spezialisierte Medizin an Wild- und Zootieren, gilt, brachte hierfür zwei Beispiele: Orca-Dame Morgan, die im Loro Parque lebt und der nur durch Menschenhand überlebte, und das Grauwal-Kalb J. J., dessen Leben in SeaWorld San Diego gerettet wurde und in dessen nutritive Versorgung Dörnath selbst eingebunden war. Auch J. J. wäre ohne menschliche Hilfe gestorben.

Keine Kapitulation vor populistischem Druck

Orca Morgan im Loro Parque | Foto: zoos.media

Sie betonte, dass moderne zoologische Institutionen höchste Standards erfüllten. Trotzdem einzuknicken und den Forderungen der Tierrechtsindustrie nachzugeben, sei „kein Tierschutz“, erläuterte sie weiter. Mit Hinweis unter anderem auch auf ihre Inaugenscheinnahme der Tiere im Loro Parque erklärte sie: „Diese Kooperationen sind ein Qualitätsversprechen, auf das wir als TUI stolz sein können.“

„Tierschutz ist keine Meinung – Tierschutz ist Wissenschaft“, so Dörnath. Diese Aussage ist der Kern der gesamten Zukunft unserer Gesellschaft im Umgang mit Tieren und für die Entscheidung, auf wessen Grundlage Entscheidungen getroffen werden: Auf der Grundlage der Urteile renommierter Experten wie Dörnath oder aufgrund der emotionalen Einschätzung von Aktivisten, die sich in Glaskästen vor Reisebüros legen.

Nicht nur Politikern, Privatpersonen und vor Gericht empfiehlt Dörnath, Daten als Entscheidungsgrundlage zu nutzen. Auch der TUI sagte sie: „Fakten müssen die Basis jeder Konzernentscheidung sein. Nur eine evidenzbasierte Bewertung schafft eine objektive und geschäftskritische Entscheidungsgrundlage.“

„Tierschutz ist keine Meinung – Tierschutz ist Wissenschaft“

Der Schimpanse Robby hält die Hand von Tierärztin Dr. K. Alexandra Dörnath | Foto: K. Alexandra Dörnath

Dieses deutliche Bekenntnis für Wissenschaft und Tierwohl hallte noch lange nach. Auch am Tag nach der Rede wurden unserem Beiratsmitglied mündlich und schriftlich Glückwünsche zu Ihrer Klarheit ausgesprochen. Es erinnere an den Fall mit Robby – auch hier wurde ja durch Dörnaths Intervention im Sinne eines Individuums entschieden. Darüber berichtete auch zoos.media.

Aber nicht nur die beliebte und renommierte Tierärztin wurde bestärkt. Durch sie bekam auch TUI von unabhängiger fachlicher Seite Bestärkung in seiner Entscheidung, zur tierschutzzertifizierten Haltung von Orcas und anderen Delfinen zu stehen. Daher konnte sich Dr. Dörnath bei ihren Ausführungen auf die Unterstützung der wissenschaftlichen Community verlassen. Auch für diese ist Tierschutz keine Meinung.

Die Gegen-Demo von PETA WATCH rahmt die überschaubare PETA-Demo ein. | Foto: privat

Störfeuer der Tierrechtsindustrie kaum beachtet

Die PETA-Flyer gegen TUI wurden schnell von den Passanten entsorgt. (2019) | Foto: zoos.media

Ein Protest-Versuch einer einzelnen, verloren wirkenden Person, die wohl im Auftrag der radikalen Tierrechtsorganisation PETA während der Versammlung aufstand, ein Plakat entrollte und Parolen in den Sall schrie, wurde von der Security innerhalb von Sekunden beendet. Seit Jahren versucht die Organisation mit ihrer Hass-Kampagne gegen den Reisekonzern Aufmerksamkeit zu erregen. Allerdings haben zahlreiche veranstaltete Demos weder viele Unterstützer noch große Beachtung gefunden. „TUI ist standhaft gegen Populismus“, äußerte Dörnath deutlich gegenüber zoos.media.

Vor dem Veranstaltungsort, dem Hannover Kongress Centrum, fand eine stark beachtete Demonstration der Organisation PETA WATCH gegen PETA statt. Sie hat sich auf die Fahnen geschrieben, Tiere vor PETA zu retten. Daher machten Vertreter der Organisation auf die mehr als 51.000 von PETA getöteten Tiere aufmerksam. Dagegen wurde die ebenfalls stattfindende PETA-Demo wohl deutlich weniger wahrgenommen. Erneut hatte die Tierrechtsorganisation verhältnismäßig wenige Menschen mobilisieren können.

So wurde PETA gleich zweimal bei der Hauptversammlung geschlagen: Zuerst, als Security die kreischende Aktivistin innerhalb von Sekunden bändigte, und danach fachlich in den Redebeiträgen. Die dritte Niederlage von PETA ereignete sich auf der Straße vor dem Veranstaltungsort. Derweil scheint sich PETA den Termin anscheinend irgendwie schön reden zu wollen. In dem Zusammenhang werden auch die gleichen Fehlinformationen zur Haltung von Orcas und anderen Delfinen wiederholt. Allerdings sind diese schon längst widerlegt.

Wie geht es den Tieren in Delfinarien wirklich?

Wissenschaftliche Ergebnisse sprechen eine klare Sprache, was das Wohl der Tiere anbelangt. Große Tümmler, die weltweit verbreitetste Delfin-Art in Zoos und Aquarien, sind gesünderweniger gestresst und leben auch länger als ihre wilden Artgenossen. Während des Trainings, das für die Tiere freiwillig ist, schütten sie Glückshormone aus und freuen sich auf die Interaktion mit den Trainern.

Über 150 Experten betonen die Wichtigkeit von Meeressäuger-Haltung in seriös geführten zoologischen Institutionen. Auch seriöse Tierschutzorganisationen, wie die American Humane Society, stellen sich deutlich auf die Seite der ordentlich geführten Delfinarien sowie der von Zoos und Aquarien generell, die diese und andere Wale beherbergen. Rückenwind erhielt diese Position auch durch eine umfassende Tierwohl-Studie zum Thema.

Diese wissenschaftlichen Fakten unterstreichen auch nochmal deutlich, was Dr. Dörnath mit Wissenschaft statt Aktivismus proklamierte. Schaut man objektiv auf die Fakten, sprechen diese für Delfinhaltung. Daher ist es wichtig diese zu kennen. Dertour etwa extrovertierte bei der Fehlentscheidung gegen bestimmte Zoos und Aquarien bemerkenswerte Unkenntnis von Fakten. Deshalb ist Wissenschaft entscheidend, um falsche Entscheidungen zu verhindern.

TUI geht gestärkt aus der Versammlung hervor

So bekam die Position von TUI zur Haltung von Delfinen, wie Orcas und Großen Tümmlern, zu stehen, deutlich Wind unter ihre Flügel. Auch finanziell läuft es wieder besser. So wurden parallel die Zahlen für Oktober bis Dezember 2025 vorgelegt. Dank einem operativen Ergebnis (EBIT) von 77,1 Millionen Euro war es das beste Winterquartal der Firmengeschichte.

Dazu wurde die Nettoverschuldung massiv reduziert und das Unternehmen gilt operativ als stabil. Strategisch steht TUI so gut da wie lange nicht mehr. Während die Börse auf die Erfolge noch vorsichtig abwartend reagiert, kann das Unternehmen positiv in die Zukunft schauen. Daher gab es auch für die Aktionäre viele gute Nachrichten.

Das ist ein Grund mehr von einer Termination der Kooperation mit seriösen Tierhaltern abzusehen, denn anderen Unternehmen hat es finanziell nicht sonderlich gutgetan, keine Tickets mehr für Zoos und Aquarien zu verkaufen. TUI hat zum Beispiel Dertour bei der Profitabilität und der finanziellen Sanierung – etwa durch die Rückkehr zur Dividende – abgehängt. Dank der fachlichen Expertise unseres Beiratsmitgliedes Dr. Alexandra Dörnath kann TUI mit fachlicher Unterstützung rechnen.

Zoos retten Arten

18 Arten konnten dank dem Loro Parque und seiner Stiftung vor dem Aussterben bewahrt werden. | Foto: Loro Parque

Wer glaubhaft für Natur- & Artenschutz als Unternehmen eintreten will, braucht die Verbindung zu modernen Zoos & Aquarien, wie dem Loro Parque mit seiner Stiftung. Dank deren Arbeit wurden nicht nur bereits 18 Arten vor dem Aussterben bewahrt, sondern die Stiftung bringt sich auch in zahlreichen Projekten in den Schutz der marinen Fauna ein.

Wesentliche Erkenntnisse zu den Iberischen Orcas zum Beispiel entstammen der Arbeit der Loro Parque Fundación und ihrer Partner in der Straße von Gibraltar. Auch vor der eigenen Haustüre, im Meer, das die Kanaren umgibt, setzt man Schutzprojekte um. Das betonte Christoph Kiessling einmal mehr vor Ort.

So lässt sich abschließend vor dem Hintergrund der Versammlung konstatieren: Solche Zoos und Aquarien im Rahmen von Kooperationen abzustoßen, würde TUI in eine Glaubwürdigkeitskrise stürzen. Will das Unternehmen gemäß dem überwiegenden Willen seiner Aktionäre sowie auf Basis der Wissenschaft und im eigenen unternehmerischen Interesse handeln, bleibt die Kooperation mit modernen Zoos und Aquarien fest bestehen. „Tierschutz und die TUI“, das geht Hand-in-Hand, so Expertin Dr. Dörnath.

Diesen Beitrag teilen