Exklusiv für zoos.media – 19.02.2026. Autor: Philipp J. Kroiß
Wildtiermedizinerin & Tierschützerin Dr. K. Alexandra Dörnath hat sich deutlich für einen schnellstmöglichen Transport der beiden Orcas vom geschlossenen Marineland Antibes in den Loro Parque ausgesprochen.

Frankreich: Tierärztin empfiehlt sofortigen Transport der Orcas
Am Rosenmontag hat die französische Regierung den Loro Parque als Lösung im Falle eines Notfalls präsentiert. Liegt hier aber nicht bereits ein Notfall vor? Die renommierte Wildtierärztin und Tierschützerin Dr. Kerstin Alexandra Dörnath, die auch Mitglied des Beirats von zoos.media ist, hat auf dem Postweg Verantwortliche informiert, dass sie einen schnellstmöglichen Transport von Wikie & Keijo in den namhaften kanarischen Zoo dringend empfiehlt. In jedem Fall muss die Entscheidung zeitnah fallen, bevor die Installation kollabiert.
In einer Zeit der schnellen Meinungen ist Dr. Kerstin Alexandra Dörnath eine Persönlichkeit von altem Schrot und Korn: Seit 1998 steht sie mit ihrer unerschütterlichen Expertise als Tierärztin für Wildtiere für die medizinische Wahrheit ein – auch wenn diese unbequem ist. Bereits 1993 sammelte sie ihre ersten Erfahrungen bei Feldarbeit mit marinen Säugern auf Galápagos, wofür sie den EAAM-Studentenpreis erhielt. „Die Zeit der Debatten ist vorbei, jetzt müssen die Fakten sprechen“, findet Dörnath, die schon an der nutritiven Versorgung des geretteten und später ausgewilderten Grauwals J. J. beteiligt war.
Sanctuaries keine Option

Wenn es um das Wohl von Orcas geht, zählen für Dr. Dörnath keine ideologischen Träumereien. Während Tierrechtsorganisationen auf unfertige „Sanctuary“-Projekte in Übersee setzen, bringt die erfahrene Wildtierärztin Dr. Kerstin Alexandra Dörnath nun die veterinärmedizinische Vernunft ins Spiel. In einer gezielten Intervention hat sie sich direkt an den französischen Präsidenten Emmanuel Macron, den verantwortlichen Minister und den zuständigen Präfekten gewandt.
So erreichte ihre fachliche Empfehlung zur Zukunft der Orcas Wikie und Keijo im Marineland Antibes die höchste politische Ebene. Als Expertin, die die Natur nicht als Paradies verklärt, sondern die harten Gefahren von Hunger, Parasiten und Umweltgiften aus ihrer weltweiten Feldarbeit kennt, liefert sie eine nüchterne Analyse.
Wo andere Romantik sehen, sieht die Tierärztin, die einen Master-Abschluss in Wildtiergesundheit am Königlichen Veterinärkolleg in London sowie an der Zoologischen Gesellschaft von London erworben hat, der weltweit als das Referenz-Level für die spezialisierte Medizin an Wild- und Zootieren gilt, klinische Risiken und die Notwendigkeit professionellen Managements.
Immunologisches Todesurteil

In ihrer fachlichen Einschätzung räumt Dörnath mit dem Märchen der Tierrechtsindustrie auf. Sie warnt eindringlich davor, Orcas, die schon so lange in menschlicher Obhut leben und auch dort geboren wurden, in Netzkäfige, auch Sea Pens genannt, zu verbringen. „Diese Individuen in einem Netzkäfig halten zu wollen, ist medizinisch vergleichbar mit dem Aussetzen eines Haushundes im Wald“, betont Dörnath. Sie fährt fort: „Es ist aus veterinärmedizinischer Sicht verantwortungslos.“
Tiere aus kontrollierten Umgebungen in offene Gewässer mit unkontrollierbaren Pathogenen, Algenblüten und Schwermetallbelastungen, wie im Falle von Nova Scotia, zu setzen, grenzt für die Expertin an fachliches Versagen, ja an Tierquälerei mit politischem Segen. „Orcas aus kontrollierter Haltung sind immunologisch nämlich nicht an das Leben im natürlichen Lebensraum angepasst – es wäre ihr Todesurteil“, fasst es Dr. Dörnath zusammen.
Die Tierschützerin agiert dabei nicht im luftleeren Raum. Als Leiterin des Exoten-Kompetenz-Centrums stützt sie sich auf ein hochkarätiges Netzwerk. Auch zur drohenden Euthanasie aufgrund der französischen Gesetzesänderung ab 2027 bezieht sie Stellung: „Das Töten gesunder Tiere aus logistischen Gründen ist moralisch, rechtlich und tierärztlich absolut nicht vertretbar.“
Loro Parque ist die Lösung

Gegenüber riskanten Langstrecken-Transporten nach Asien oder Nordamerika, die massiven Transport-Stress und damit verbundene Pathologien auslösen können, empfiehlt Dr. Dörnath den sofortigen Transfer in den Loro Parque auf Teneriffa. Dort sei man perfekt vorbereitet.
Dabei nennt sie drei zentrale Gründe: Ein innereuropäischer Transfer minimiert das Transport-Risiko. Daher ist der recht kurze Weg in den Loro Parque das Bestmögliche. Im kanarischen Zoo seien dann auch die Bedingungen für die Tiere ideal. Zudem betont sie: Der Loro Parque biete eine spezialisierte Infrastruktur und ein medizinisches Niveau, das in keinem der vorgeschlagenen „Sanctuary“-Projekte existiere. Zudem ist er tierschutzzertifiziert, betont die Expertin.
So bleibt abzuwarten, wie der Élysée-Palast auf diese fundierte Expertise reagiert. Der Erhalt wurde bereits per Rückschein bestätigt. Mit Dr. Dörnath hat die wissenschaftliche Vernunft eine mutige Stimme bekommen, die sich nicht weg duckt. Ihre Haltung lässt keinen Zweifel an ihrer Unabhängigkeit: „Expertise schafft Freiheit, Rückgrat schafft Respekt.“
