Tote Alpenfledermaus nach Kollision mit einem Windrad | Foto: Tomaž Jančar, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Windräder: Tote Fledermäuse und kosten bares Geld

Erschienen auf agrarheute.com am 25.06.2022. | Von: Peter Laufmann

Tote Fledermäuse an Windräder haben massive, auch finanzielle Auswirkungen, zum Beispiel für Landwirte. Sie haben dann nämlich mit mehr Insekten zu kämpfen.

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Anmerkung: Auf Basis einer Untersuchung im Schwarzwald erklärte Peter Henderson von der University of Oxford: “Schätzungsweise 10 bis 12 Fledermäuse werden jährlich an jeder Windkraftanlage in Deutschland getötet. Wenn also alle Windkraftanlagen gleichermaßen zerstörerisch sind, werden allein in Deutschland an Land jährlich etwa 200.000 Fledermäuse getötet.” Das mag für den ein oder anderen vielleicht wenig klingen, aber Fledermäuse sind nicht sehr fruchtbar und der angerichtete Schaden deshalb sehr langfristig ist.

Gleichzeitig sind Insekten aber sehr fruchtbar und, obgleich sie ebenfalls Opfer von Windkraftanlagen werden, kommt es durch erhöhte Fruchtbarkeit dieser Tiere nicht so schnell, sondern erst mit der Zeit, zu signifikanten Rückgängen. Somit hat eine tote Fledermaus um ein Vielfaches mehr Auswirkungen als ein totes Insekt. Sie sind für zum Beispiel Bauern auch wichtige Nützlinge, um die Felder vor zu starkem Insektenbefall zu schützen. Weniger Fledermäuse bedeuten somit auch einen größeren Bedarf an Pflanzenschutzmittel, um den Ertrag stabil zu halten.

Das zeigt wie sinnvoller Natur- und Artenschutz am Ende allen helfen kann. Kritiklose Verwendung von Windkraftanlagen ohne Blick auf Biodiversität sowie auch den Artenschutz ist daher ein Bärendienst am Schutz der Natur. Leider will die Windkraftindustrie aber den Naturschutz aufweichen:

Windkraftindustrie will Naturschutz aufweichen

Damit hat sie mit der Ampel-Koalition willige Erfüllungsgehilfen gefunden: die Erneuerbare Energien sollen, gemäß den Plänen im Koalitionsvertrag, zum “öffentlichen Interesse” erklärt. Damit hätten sie “Vorrang” und “alle Hürden und Hemmnisse” würden “aus dem Weg geräumt”. Gerade die Partei Bündnis 90/Die Grünen wird aus dieser Richtung der Industrie seit vielen Jahren mit Spenden bedacht. Dieses “Engagement” soll sich wohl in dieser Legislaturperiode dann auszahlen.

Mit Natur- und Artenschutz hat so ein Blankoscheck natürlich gar nichts zu tun, obgleich sich die Grünen samt ihrer Vorfeldorganisationen sich anstrengen, es so erscheinen zu lassen. Besonders die Bauern sind bei solchen Plänen unter Druck, weil sie ja auch weniger Pflanzenschutzmittel einsetzen sollen und sowieso vor der Quadratur des Kreises stehen auf weniger Land, das weniger geschützt werden soll, aber trotzdem mehr Ertrag erwirtschaften, damit sich der Anbau überhaupt noch lohnt, was er aktuell ja teils schon nicht tut.

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